D. Hattrup liest – C.F. von Weizsäcker: Wahrnehmung der Neuzeit: Einstein
Karl Friedrich von weizzecker
Einstein
1979 aus dem Buch Wahrnehmung der
Neuzeit diita hat trup
liest stellen Sie uns vor es werde in
einigen Jahrtausenden noch Menschen
geben die sich für die dann lange
vergangenen Phasen menschlicher
Geschichte interessieren und fragen wir
welcher Name unseres jahhunderts die
beste Chance habe ihnen noch bekannt zu
sein gewiss hat un Zeit in die Politik
am meisten geschüttelt aber ihre Krisen
und ihren Träger werden dereinst
überschattet sein von den Krisen und
wenn uns Gnade beisteht Lösungen die
jetzt auf uns zukommen sollten Lösungen
gefunden werden so werden der Zukunft
unsere radikalen Politiker zu inhuman
unsere humanen Politiker nicht radikal
genug scheinen vielleicht wird von den
großen unseres Jahrhunderts nur Gandi
vor ihrem Urteil bestehen an die Kunst
unserer Zeit wird man sich vielleicht
als einen Seismographen unserer Erdbeben
erinnern die Erdbeben werden ausgelöst
durch den technischen Fortschritt und
dieser ist ermöglicht durch die
Wissenschaft die Wissenschaft ist jedoch
am größten und auch letztlich am
wirksamsten wo sie nicht technische
Weltveränderung sondern Wahrheit sucht
der berühmteste Wissenschaftler unseres
Jahrhunderts aber ist
Einstein werden auch wir Wissenschaftler
unter uns ihn so als unseren
Repräsentant anerkennen betrachten wir
seinen außerordentlichen Ruhm als
Verdienst als Physiker hat eine Chance
denn die Naturwissenschaft ist unter den
Wissenschaften der erste Träger des
neuen Weltbildes und die Physik ist die
grunddisziplin der
Naturwissenschaft die Physik hat im
Anfang unseres Jahrhunderts zwei
revolutionäre Schritte getan die
Relativitätstheorie und die
Quantentheorie die eine der beiden
Theorien ist einstandswerk an der
anderen war in der ersten Phase neben
und boh gleichrangig beteiligt Einstein
ist vielleicht auch deshalb der würdige
Repräsentant unserer Zunft weil er im
Grunde dieser Zunft nie ganz angehört
hat auf seine Umwelt wirkte als naives
Genie dabei war eben seine Naivität die
Natürlichkeit seiner Fragen der Kern
seiner Genialität er stellte jede Frage
direkt gewiss nicht in Verachtung des
Wissens der Vernunft aber nie aus dem
gängigen Schema der Fragen der Vernunft
daraus Antworten konnten auch andere er
war ein Meister des Fragens und dann
gleichsam unbewusster Meister er konnte
nicht anders als direkt fragen wir
feiern nun Einsteins hundertsten
Geburtstag wie sollen wir ihn den
Zeitgenossen darstellen was hielt der
selbst für
darstellenswert die neueste und wohl
beste Biografie Hoffmann dücka Einstein
Schöpfer und Rebell erzählt nachdem er
bei einem gesellschaftlichen Ereignis zu
Mittelpunkt der allgemeinen
Aufmerksamkeit gemacht worden war
stellte er betrübt fest alles was ich
als junger Mensch vom Leben wünschte und
erwartete war ruhig in der Ecke sitzen
und meine Arbeit tun ohne von den
Menschen beachtet zu werden und jetzt
schaut bloß was aus mir geworden ist als
67-jähriger hatte er sich überreden
lassen eine kurze Autobiographie zu
schreiben dir mit Galgenhumor sagt der
Biograf sein Nekrolog nannte die Sprache
dieser Geschichte seines eigenen Lebens
ist direkt human auf tumorvoll aber
wovon berichtet sie sie beginnt mit dem
Eindruck den dem vier oder fünfjährigen
ein magnetischer Kompass gemacht hat das
Wunder einer unsichtbaren Kraft und
indem er die Reihe der Fragen schildert
die sich ihm als Schüler Student
Forscher eröffneten beginnt der alte
Mann gleichsam mit sich als dem jungen
Entdecker der Fragen zu diskutieren noch
die selbstbiografie wird ihm ein Stück
Wahrheitssuche er unterbricht sich soll
dies ein Nekrolog sein mag der erstaunte
Leser fragen im Wesentlichen ja möchte
ich antworten denn das Wesentliche im
Leben eines Menschen von meiner Art
liegt in dem was er denkt und wie er
denkt nicht in dem was er tut oder er
leidet also kann der Nekrolog sich in
der Hauptsache auf Mitteilungen von
Gedanken beschränken die in meinem
streben eine erhebliche Rolle
spielten und freilich gehen nicht nur
diese diese Gedanken an sondern zugleich
der Mensch der solche Gedanken denken
konnte da seit zunächst an seine
wichtigsten Lebensdaten erinnert am 14
märz 1879 wurde Albert Einstein in Ulm
geboren Spross einer seit langem in
Süddeutschland ansässigen jüdischen
Familie der Vater ein liberaler nicht
allzu erfolgreicher Geschäftsmann
übersiedelt nach München später nach
Mailand der Sohn besucht in München das
Gymnasium ohne Abschluss der hochbegabte
schüder wollte selber suchen und fand
sich in dem lern und autoritätssystem
nicht zurecht freie Monate als
15-Jähriger in Mailand dann findet er
gute Ratgeber in der Schweiz Abitur an
der Kantonsschule in Arau Studium an der
eitgenössischen Technischen Hochschule
in zürrich der Junge Diplomingenieur der
akademischen autoritätswelt so
unassimilierbar wie eins der schulischen
muss ich zwei Jahre mit
Gelegenheitsarbeiten durchschlagen dann
finden ige Freunde ihm eine Stelle am
eitgenössischen Amt für geistiges
Eigentum am Patentamt die ihn ernährt
und ihm die freie Zeit zur Arbeit lässt
nun ist er auf seinem Weg Heirat ein
philosophischer Freundeskreis 195 eine
Explosion von Genie vier Publikationen
über verschiedene Themen deren jede wie
man heute sagt nobelpreiswürdig ist die
spezielle Relativitätstheorie die
lichtquantenhypothese
die Bestätigung des molekularen Aufbaus
der Materie durch die Braunsche Bewegung
die quantentheoretische Erklärung der
spezifischen Wärme fester
Körper die Lebensphase äußerer
Misserfolge geht zu Ende der junge
Forscher wird den Fachkreisen bekannt
berühmt Professor in zürrich 1909 in
Prag 1911 Akademie Mitgliedschaft in
Berlin eine forschungssene kure
1914 die Jahre sind erfüllt von
intensiver wissenschaftlicher Arbeit an
Erklärung des begrifflichen Gehaltes der
quantenthor und mit wachsender
Konzentration an der Fortführung der
Relativitätstheorie
1915 der Durchbruch zur allgemeinen
Relativitätstheorie die von dieser
Theorie vorhergesagte Ablenkung des
lichtstrahles eines Sternes im
Schwerefeld der Sonne mitd 1919 von
edington durch Beobachtung bei einer
Sonnenfinsternis bestätigt dies bringt
mit einem schagt den Weltrum die
rauschaft verständnislose
publikumserregung die sein Leben seitdem
bedrängt Einstein lebt nun bis 1933 in
Berlin eine private Existenz im Lichte
der Öffentlichkeit nach Scheidung der
ersten Ehe mit seiner Cousine Elsa
Einstein verheiratet in ständig
lebendigem Kontakt mit den Physikern der
ganzen Welt geigend auf dem wandsee
segelnd ein furchtbares erfülltes von
den vorausgeworfenen Schatten einer
schrecklichen Zukunft schon berührtes
Leben
einstandsh Herz schlug für die Schwachen
die unbeliebten die Unterdrückten Krieg
empfand er als absurd er war ein
elementarer Pazifist ein Pazifist des
Herzens und des unbeirrten Urteils des
gesunden Verstandes an den
nationalistischen thoriten deutscher
Professoren im Ersten Weltkrieg nahm man
nicht den geringsten Anteil als
Deutschland 1919 in der Welt verfehmt
war er war er die einst aufgegebene
Staatsbürgerschaft neben der erworbenen
schweizerischen zurück lehnte rufe ins
Ausland ab hoffte auf die
republikanische Entwicklung der
deutschen in diesem Augenblick erkannte
und übernahm er auch seine
Schicksalsgemeinschaft mit den Juden in
der krisenatmosphäre der 20er Jahre
wurde die älteren Physikern und
traditionellen Philosophen
unverständliche Relativitätstheorie im
Publikum mit dem Relativismus der Werte
zusammengebracht alles ist relativ der
angstvolle hiergegen schloss eine
unheilige bald eine randalierende
Allianz mit dem Antisemitismus Einstein
der sich der jüdischen
Glaubensgemeinschaft wie jedem
autoritätssystem ferngehalten hatte
bekannte sich nun willig als Jude als
sozialistischer Zionist mit Weizmann
reist er für den Zionismus durch Amerika
von Hitlers Machtergreifung auf eine
Auslandsreise überrascht gehehrt er
nicht nach Deutschland zurück er trat
aus der Preußischen Akademie aus eh
diese Zeit fand ihn auszustoßen die
Heimat seiner letzten 20 Jahre fand er
im Institute für advancec study in
Princeton in den USA wissenschaftlich
waren die letzten drei Lebensjahrzehnte
für ihn schmerzlich bei ungemindertem
Ruhe eine Zeit scheinbar vergeblicher
Arbeit vergeblichen Widerstandes gegen
eine neue im konträre Denkweise in der
Physik menschlich war es ein glückliches
geborg sein in der Fremde und wo wäre er
ein Fremder gewesen Kitas und Politik
forderten ihn immer wieder man brauchte
seinen Namen und er folgte der Forderung
wo immer er es verantworten und leisten
konnte auch den Pazifismus trieb er
nicht dogmatisch den Krieg gegen Hitler
sah zum Schutz der Freiheit als
notwendig an er unterschrieb 1939 den
von Ziller formulierten Brief an
Roosevelt der zum Bau der Atombombe ri
heimisch geworden in der vollendeten
Liberalität des akademischen Amerika
kritisierte in späteren Jahren
schmerzlich und erfolglos das politische
Amerika als es den jeder Großmacht
vorgeschriebenen Weg zum Imperialismus
ging Friedensbemühungen im Kalten Krieg
unterstützte er nach Kräften kurz vor
seinem Tode unterschrieb er das von
Bertrand Russell initiierte Manifest
dass die pockwaschbewegung eine der
wichtigsten Formen inoffizieller
Diplomatie der Wissenschaftler
einleitete die ihm nach Weizmann Tod
angetragene staatspräsidentschaft von
israel lehnte er bewegt und schmerzlos
ab sein Leben in den letzten Jahren
charakterisiert er in einem Briefe so
mit der Arbeit ist es nicht mehr viel
das heißt ich bringe nicht mehr viel
fertig und muss mich damit begnügen die
alte Existenz und den jüdischen Heiligen
zu spielen hauptsächlich
letzteren dazu noch ein Satz aus
derselben Zeit es ist eine merkwürdige
Sache mit dem altwererden indem man die
intime verwachsenheit mit dem hier und
dem jetzt allmählich verliert und sich
mehr oder weniger allein in die
Unendlichkeit hineingestellt empfindet
nicht mehr hoffend oder fürchtend
sondern nur mehr schauend ein alter Mann
wird man sagen dürfen ist kein anderer
als er war nur mehr er selbst am 18
April 1955 ist er gestorben das war der
Mann was waren die Gedanken die das
Wesentliche seines Lebens
ausmachten die theoretische Physik ist
die Wissenschaft von den
allgemeingültigen
Naturgesetzen diese Gesetze sind einfach
deshalb kann ihre Erkenntnis nicht in
langsamer Wissensanhäufung zustande
kommen so nötig diese zur Vorbereitung
und zur Bestätigung ist einfache
Naturgesetze werden in mitten einer oft
von wenigen wahrgenommenen Krise in
einem revolutionären Schritt einer
plötzlichen Kristallisation
gefunden der Weg den uns diese Folge von
Revolution führt ist vor wech unbekannt
und nur im Rückblick
verständlich will man den bisherigen Weg
der neuzeitlichen Physik durch zwei
große Krisen kennzeichnen so muss man
zuerst die Entstehung der klassischen
Mechanik im 17 Jahrhundert nennen
gipfelnd in Newton und dann die
Relativierung der klassischen Mechanik
im ersten Drittel des 20 Jahrhunderts
eingeleitet durch Einstein für Einstein
war in der Tat Newton der große
Gesprächspartner die aristotelische
Physik beschriebt die in der vielgestalt
in der wir sie wirklich erfahren
integrierendes Prinzip bei der Gedanke
eines sinnvollen Ganzen eine immanente
Teleologie die Lehre vom Zweck und von
der
Zweckmäßigkeit die klassische Mechanik
beruht auf der nicht wieder rückgängig
zu maenden Entdeckung dass es
mathematisch formulierbare strenge
Naturgesetze gibt so analysierte sie die
Phänomene mathematisch sie drang in die
Einfachheit hinter den Phänomenen vor
und machte eben dadurch die Phänomene
vorhersagbar und
manipulierbar integrierendes Prinzip
wurde nun der Vergleich eine
Ereignisfolge mit dem Funktionieren
einer Maschine im mechanischen Weltbild
der Vergleich der Welt selbst mit einer
großen Maschine die Begriffe die sie
dazu brauchte wurden in der Newtonschen
Mechanik kodifiziert es sind im
Wesentlichen vier Körper Kraft Raum Zeit
im absoluten Raum bewegen sich das heißt
ändern ihren Ort im Verlaufe der Zeit
die Raum erfüllenden Körper unter dem
Einfluss der auf sie einwirkenden Kräfte
man hoffte schließlich auch die Kräfte
noch mechanisch erklären das heißt auf
Druck und stoß also auf die
raumerfüllung der Körper zurückführen zu
können eine materialistische Metaphysik
erschien jedoch nicht als notwendige
Konsequenz der klassischen Mechanik die
K behauptete zwei Substanzen die
ausgedehnte Materie und den denkenden
Geist Gott konnte als der Ingenieur der
Weltmaschine aufgefasst
werden die Krise unseres Jahrhunderts
hat die klassische Mechanik relativiert
das mechanische Weltbild zerstört die
Entdeckung mathematisch einfacher
Naturgesetze wurde festgehalten ja sehr
viel weiter in ein Feld größerer
begrifflicher Einfachheit und darum
höhere Abstraktion
vorangetrieben dabei erwiesen sich
newtens Grundbegriffe Körperkraft Raum
und Zeit jedenfalls so wie er sie
konzipiert hatte als
vordergrundaspekte kritische Gedanken zu
diesen Begriffen hatte es in der
Philosophie längst gegeben so bei
Leibnitz Kant mach Einstein war der
erste Physiker der mit empirischer
Relevanz durchs Experiment überprüfbar
bewusst und erfolgreich an diese
Grundbegriffe rührte die erste Schritt
war die spezielle
Relativitätstheorie Relativität bedeutet
in diesem Namen die Relativität der
Bewegung schon leibnis und mach hatten
gegen Newton auf den Gedanken des
Aristoteles zurückgegriffen dass der Ort
eines Körpers nichts absolutes sondern
eine Relation zu benachbarten Körpern
sei dass man also ein absoluten Raum und
entsprechend eine absolute Zeit nicht zu
postulieren brauche schon in der
klassischen Mechanik galt de facto ein
Relativitätsprinzip für die
Geschwindigkeit mit der sich ein Körper
bewegt nach dem Trägheitsgesetz behält
ein Körper seinen Zustand der Ruhe oder
gradlig gleich Bewegung ohne Einwirkung
äußerer Kraft bei daraus folgt dass es
durch keine Messung von
Krafteinwirkungen zwischen Körpern
möglich ist festzustellen welcher von
ihnen ruht welcher gleichförmig bewegt
ist nur die Relativgeschwindigkeit ist
feststellbar in der Elektrodynamik die
seit Maxwell die Optik mit umfasste
hatte man gehofft ein im Mittel absolut
ruhendes Medium den Äther konstatieren
zu können dessen Schwingungen uns als
Lichtwellen sichtbar werden Michaelson
entdeckte
1887 dass die Bewegung eines Körpers
relativ zum ther empirisch nicht
festgestellt werden kann
Einstein erkannte dass demnach das
Relativitätsprinzip universell auch für
die Elektrodynamik postuliert werden
konnte mathematisch war die schon in den
kurz vor den seinen veröffentlichen
Arbeiten von Loritz und PC enthalten bei
ihm aber schien es nicht mehr wie ein
kompliziertes Resultat sondern wie ein
Prinzip höherer Einfachheit er musste
dazu auch eine Relativität der
Gleichzeitigkeit zulassen sei
voneinander entfernte Ereignisse die von
einem Körper Bezugssystem aus betrachtet
gleichzeitig sind werden für einen
relativ dazu bewegten Körper
ungleichzeitig sein in Newtons absoluten
Raum und absoluter Zeit ist dergleichen
nicht denkbar Einstein entdeckte die
Befreiung des Denkens durch den Verzicht
auf diese erfundenen absolutheiten
lieber Leser so redete Einstein gern in
seinen populären Schriften sein Publikum
an in seinem tone also sei es gesagt
lieber Leser verzeih die Zumutung des
ohne physikalische Vorbildung
unverständlichen willst du lieber nur
die Dramatik der Biographie eines großen
Mannes anschauen oder wenigstens eine
Ahnung davon gewinnen warum er groß
war die spezielle Relativitätstheorie
hatte Einstein wie eine reife Frucht
gepflückt die weiterfü Z allgemein
Relativitätstheorie ist seine eigenste
Leistung unter allen bekannten großen
Theorien der Physik ist sie die einzige
bei der man zweifeln kann ob sie bis
heute überhaupt gefunden worden wäre
wenn derjenige nicht gelebt hätte der
sie in der Tat gefunden hat formell
intendierte Einstand sie als die
Ausdehnung des
relativitätsprinzips über die geradlinig
gleichformige Bewegung hinaus auf alle
Bewegungen tatsächlich führte sie ihn zu
Gedanken die weder seine Zeit vermutet
hatten noch er selbst als er den Weg
einschlug derjenige kommt am weitesten
der nicht weiß wohin er geht sagte einst
Oliver Cromwell Einstein kritisierte
Newtons Raum und Zeit als eine
Mietskaserne in welcher die Körper ein
und ausziehen mit Leibnitz und mach
wollte er den Raum auf Relationen
zwischen den Körpern
reduzieren tatsächlich kam es umgekehrt
Einstein sah sich genötigt den von dem
ran schon
1854 konzipierten Gedanken eines
gekrümmten Raumes und zwar mit von Ort
zu Ort veränderter Krümmung zu
übernehmen Einstein verknüpfte was nach
klassischer Philosophie scharf zu
trennen gewesen wäre Raum und
Gravitation Geometrie und Erfahrung die
für Newton zuerst postulierte
universelle Schwerkraft wurde ihm zum
Maß der lokalen Raumkrümmung also zu
einer geometrischen Größe der Raum wird
aus einer starren Kaserne nicht zu einer
bloßen Relation sondern zu einer
physischen Realität mit innerer Dynamik
mit variablen Eigenschaften und
Einsteins Fernziel wurde es nun
umgekehrt die Körper nur noch als
singuläre Stellen im Raumzeitkontinuum
zu erklären die Einheit der Natur sollte
sich als Einheit des metrischen Feldes
des raumzeitkontinuums
erweisen hier begann die Tragik der
letzten Lebensjahre Einsteins er musste
eine E iche Feldtheorie suchen welche
alle damals bekannten Felder also neben
der Gravitation auch das
elektromagnetische Feld umfasste er
scheiterte vordergründig betrachtet an
den mathematischen Schwierigkeiten des
Problems einer sogenannten nichtlinearen
feldgleichung wir können heute sehen
dass der Grund des Scheiterns tiefer lag
zunächst kennen wir heute empirisch sehr
viel mehr Felder als die zwei die
Einstein zu vereinigen suchte
insbesondere aber fassen wir die Felder
quantentheoretisch auf als
wahrscheinlichkeitsfelder für das
Auftreten von Teilchen für uns ist die
Quantentheorie die fundamentale Theorie
der auch der Feldbegriff entspringt
Heisenberg etwa 30 Jahre nach einstands
Ansatz auch er als eine nicht zum
sichtbaren Erfolg führende Altersarbeit
den Gedanken der allgemeinen Feldtheorie
aufnahm konzipierte diese mit
Selbstverständlichkeit als eine
Quantentheorie der Felde einsteand aber
wollte von einer so fundamentalen Rolle
der Quantentheorie nichts wissen das war
eine philosophische Entscheidung
einsteand hatte zur frühen Phase der
Quantentheorie wesentliches beigetragen
ihren Siegeszug in der Gestalt die sie
um 1925 annahm machte er nicht mehr mit
als ich vor nun 50 Jahren 1929 Physik zu
studieren begann war nicht mehr der
50-Jährige Einstein sondern der um 7
Jahre jüngere boh der geistige Führer
der jungen Generation die beiden Männer
waren persönlich Freunde geworden als
Wissenschaftler war es ihr Schicksal
sich zu Gegnern zu Antipoden zu
entwickeln Einstand war genialer
vielseitiger einfacher boh aber warah
doch wohl der noch tiefere
denke wo war der Kern des Konflikts die
Stelle an der sich der Konflikt
entzündete war die Aufopferung des
klassischen Determinismus die
grundsätzliche Reduktion der
physikalischen Prognosen auf
Wahrscheinlichkeiten Gott wirürfelt
nicht sagte Einstein worauf B
replizierte es ist nicht die Frage ob
gott würfelt sondern was wir meinen wenn
wir sagen Gott würfle nicht eigentlich
ging es um den Begriff der
physikalischen Realität Einstand
verstand die Realität als etwas im Sinne
der klassischen Physik Objektives das
unabhängig vom wahrgenommen werden
gedacht wird B hatte den Kantischen
Gedanken der subjektivitätsphilosophie
vollzogen dass alle Wissenschaft unser
Wissen ein Wissen der Menschen ist
WST denken kreiste um die Frage unter
welchen Bedingungen wir das
Wahrgenommene durch ein objektives
undzweideutiges Modell des Geschehens
beschreiben können die Quantentheorie
war e eine Bestätigung der Grenzen
dieser Möglichkeiten eben darum schien
sie ihm den Weg zur Überwindung des
unverständlichen kathesischen Dualismus
von Geist und Materie zu bahnen B dachte
nicht in substanziellen Dualismen
sondern in komplementären
beschreibungsweisen einin konnte diese
Denkweise nur als positivistisch
verstehen und es war ihm unmöglich ihr
zu folgen
Einsteins bis an sein Lebensende
festgehaltener Widerstand markierte
wenigstens die ungelösten Probleme der
philosophischen Deutung der
Quantentheorie was eben vornehm gesagt
ist
einstandshaltung in diesem Konflikt war
metaphysisch bestimmt und er wusste das
er liebte es wie im Beispiel des
Würfelns im Gespräch ein philosophisches
Argument ter scheinbarer spielerischer
Verwendung des Namens Gottes
vorzubringen so als von der
Schwierigkeit der Erkenntnis der
Naturgesetze die Rede war raffiniert ist
der Herr Gott aber boshaft ist er nicht
wenn man ihn stellte antwortete er
direkt ich glaube an spinosas Gott der
sich in der Gesetzlichen Harmonie des
seinenden offenbart nicht an einen Gott
der sich mit den Schicksalen und den
Handlungen der Menschen abgibt er stand
damit freilich de facto wie spinosa
selbst außerhalb seiner jüdischen
religiösen Tradition aber innerhalb der
von den Griechen herkommenden
europäischen Metaphysik waren die
denkmittel griechisch so war aber die
besondere Art des moralischen Ernstes
mit dem spinosa wie Einstein dieses
denkmittel gebrauchten zutiefst jüdisch
diese kontemplative Metaphysik sprach so
können wir am Ende unserer Betrachtung
sehen wohl den Kern seines Wesens seine
Urerfahrung aus hierin wurzelt auch
seine Distanz zu den Menschen mit einem
leidenschaftlichen Sinn für soziale
Gerechtigkeit und soziale Verpflichtung
stand stets in einem eigentümlichen
Gegensatz ein ausgesprochener Mangel an
unmittelbarem anschlussbedürfnis an
Menschen und an menschlichen
Gemeinschaften ich bin ein richtiger
einspenner der dem Staat der Heimat dem
Freundeskreise ja selbst der eigenen
Familie nie mit ganzem Erzen angehört
hat sondern all diesen Bindungen
gegenüber ein nieig legendes Gefühl der
Fremdheit und des Bedürfnisses nach
Einsamkeit empfunden hat ein Gefühl das
sich mit dem Lebensalter noch
steigert und später an Hermann braucht
den Dichter als Dank für dessen Vergil
ich bin fasziniert von ihrem Vergil und
were mich beständig gegen ihn es zeigt
mir das Buch deutlich W was ich geflohen
bin als ich mich mit Haut und Haar der
Wissenschaft verschrieb Flucht vom ich
und vom wir in das
is es war wohl eben diese Distanz zur
Gesellschaft welche Einstein ermöglicht
hat in seinem politischen Denken der
naiven Direktheit seines Urteils treu zu
bleiben eben damit ist er aber den
großen politischen Aufgaben der Zukunft
tiefer verbunden als viele von uns
welche den politischen Vorteilen der
Gegenwart die Konzession gemacht haben
scheinbar oder wirklich an sie zu
glauben um in ihrer Mitte konkret wirken
zu gönnen er dachte zeitlos vier Wochen
vor seinem eigenen Tode schrieb er den
Hinterbliebenen seines Jugendfreundes
besso nun ist er mir auch im Abschied
von dieser sonderbaren Welt ein wenig
vorausgegangen dies bedeutet nichts für
uns Gläubige Physiker hat die Scheidung
zwischen Vergangenheit Gegenwart und
Zukunft nur die Bedeutung einer wenn
auch hartnäckigen
Illusion Nachtrag ich drucke hier noch
den Schluss eines anderen Artikels über
Einstein ab den ich ebenfalls anlässig
seines hunderen Geburtstages geschrieben
habe er variiert nur einige der
politischen Themen des obigen Aufsatzes
aber in einer wie mir beim Wiederlesen
potierten und um so viel auf
derichtigeren
Art biographisch ist ein Blick auf seine
vier nationalen Zugehörigkeiten
notwendig die deutsche schweizerische
amerikanische jüdische schon als Schüler
ertrug er die in Deutschland
traditionelle autoritäre denk und
Handlungsweise nicht viel glücklicher
war er trotz vieler not junger Jahre in
der wehrhaften Liberalität der Schweiz
er war aber nach dem Ersten Weltkrieg
bereit den ihm zugefallenen Ruhm in den
der Verständigung seiner deutschen
Heimat mit ihren Kriegsgegnern zu
stellen es war stets das Miterleben mit
den Leidenden dass seine Loyalitäten
bestimmte er wurde den deutschen
solidarisch als sie 1919 unter der
Feindschaft der Welt litten er wurde den
Juden solidarisch als den steigenden
Antisemitismus
erlebte nicht durch die persönlichen
Angriffe auf ihn so sehr ihn diese
Schmerzen sondern durch die
Unmenschlichkeit des empfinden gegen die
Juden welche die spätere
Unmenschlichkeit des Handels zu Folge
hatte hat Deutschland ihn von sich
gestoßen und hier Deutschland gegenüber
hat er nie verziehen das akademische
Amerika bot ihm die letzte Stille Heimat
in vollendeter Liberalität das
politische Amerika hat er als er den
jeder Großmacht vorgeschriebenen Weg zum
Imperialismus ging schmerzig und
erfolglos kritisiert er war in ihm so
fremd wie überall in der Welt der Mächte
in seinen politischen Überzeugungen war
schon früh Pazifist die einzige
natürliche Haltung für einen Menschen
seiner Unabhängigkeit von der
Gesellschaft sein Pazifismus war aber
keine fixierte Doktrin er war naiv
direktes rationales Urteil über die
Folgen der machtkonkurrenz so konnte
auch die Pazifisten schockieren als sie
den bewaffneten Widerstand gegen Hitler
als notwendig bezeichnete den von Ziller
verfassten Brief an Roosevelt den er
unterschrieb und der die Entwicklung der
Atombombe einleitete haben ihm viele
Menschen verübelt und wie hätte er
selbst über die Folgen glücklich sein
können es war sein Schicksal dass man
ihn in vielen Dingen um Hilfe bat die er
nicht immer genau durchschauen konnte
aber an den entscheidenden Stellen war
er es selbst der direkt reagierte und
entschied und nicht die die ih in
Anspruch nahmen er sah die engagierte
Vernunft in zillas Argument soll Hitler
allein diese Waffe haben und er fügte
sich eine historischen Prozess ein sein
Leiden an der Politik war das was
eigentlich seine politische Stimme
glaubwürdig machte kurz vor seinem Tode
unterschrieb er das von der bertron
Russell initiierte Manifest dass die
packwoschbewegung einleitete politisch
gesehen wurde diese Bewegung zu einem
nicht ganz unwichtigen Instrument
inoffizieller Diplomatie einem
Gesprächsforum in dem Wissenschaftler
vom offiziellen politischen Auftrag
entlastet einiges
voriskutierten was nachher die Politiker
übernehmen konnten moralisch war die
Bewegung wichtiger wenn auch im direkten
Zusammenhang wirkungsloser sie war eine
der Stellen an denen Wahrheiten hörbar
wurden die im machtkonflikt unterdrückt
werden müssen denn im Machtkampf kann
man die Wahrheit nicht sagen doch wird
in letzter Instanz der geschichtliche
Machtkampf durch die Wahrheit
entschieden auch wo die Wahrheit und
somit der Ausgang tragisch ist
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