Erkenntnistheorie (2026): 7. Vorlesung: Heidegger über Kants Begriff der Einbildungskraft
Ja, guten Morgen, meine Damen und
Herren. Wir haben wieder ein großes
Programm vor uns. Ich mache noch mal wie
immer einen kleinen Rückblick zu zur
letzten Sitzung, die ja nicht ganz
uninteressant war, als wir uns der quasi
der Erkenntnistheorie Hegels gewidmet
haben und darauf will ich zu Beginn noch
mal etwas eingehen.
Die Grundfrage bei Hegel lautete: Was
ist eigentlich die Wirklichkeit und wie
kommen wir an diese Wirklichkeit ran?
Und äh oder noch genauer gefragt, wie
gelangen wir zu einer wahren Erkenntnis
der Wirklichkeit in Ihrer Gränze?
Er richtet sich dabei unter anderem
gegen eine Vorstellung, die wir vor
allem bei Kant kennengelernt haben. Äh
denn man könnte Kant so ausdrücken, dass
bevor wir uns an die Frage äh mit der
Frage beschäftigen, also wie können wir
uns überhaupt äh auf auf die Erkenntnis
des Waren richten es und wie sinnvoll
ist, wenn wir erst einmal unseren
Erkenntnisapparat analysieren und
gucken, wie der wie der funktioniert.
Wir müssen sinnbildlich gesprochen
zuerst den Apparat, die Brille, das
Medium unserer Erkenntnis analysieren,
durch die wir die Welt betrachten und
dann können wir die Frage stellen nach
der Wirklichkeit unserer
Erkennisstruktur.
Hegel hält diesen Ansatz sehr nen sich
für problematisch. Warum? Weil das
Medium unserer Erkenntnis im gewissen
Sinne nie etwas ist, dass wir absetzen
können, um dann quasi mediumsfrei und
verzerrungsfrei uns an die Wirklichkeit
in ihrer Fülle wenden zu können. Wir
können nicht erst aus der Welt
heraustreten, unser Erkenntnisvermögen
untersuchen und dann wieder in unser
Erkenntnisvermögen wieder eintreten, das
ja zwischen Geist und Welt vermittelt.
Deshalb ist es auch falsch, unser
Erkenntnisvermögen als Medium oder als
Werkzeug zu verstehen. Ein Motiv, das
Hegel gleich zu Beginn der äh
Phänomenologie des Geistes darstellt.
Also das Medium als Kenn erkennt, das
Erkenntnisvermögen als Medium oder als
Werkzeug zu verstehen
unter untermalt od zu sagen unter
unterhöht die Erkenntnis, die um dieses
Hegel geht eben den Hinweis darauf, dass
das Medium immer schon einen Eingriff
oder einen Zugriff auf das äh zwischen
dem es medialisiert hat.
Das Medium ist nicht neutral. Das Medium
zwischen uns und der Wirklichkeit ist
nicht neutral, sondern das Medium
entbürgt uns jeweils gemäß des Mediums
die Wirklichkeit in ihrer Fülle oder in
ihrer Objektivität oder in ihren
Wahrheitsgehalten.
Wirklich ist wirkliches ist durch das
Medium das wirkliches erkennt bedingt
das erstmal sehr irritierend, wenn man
den Eindruck hab, ja wirklich ist doch
ist doch das, was da draußen ist. Aber
nein, äh das was da draußen ist, das
wirkliche, auf das wir uns Denken
beziehen, ist durch das Medium desselben
des Denkens selbst bedingt. Unser Denken
ist immer schon ein zeitbedingtes Medium
der Vermittlung, ohne dass unser Denken
aus der Vermittlung selbst aussteigen
kann.
Die Welt unserer Erfahrung entbürgt sich
in der geschichtlichen Entwicklung des
Denkens. ist das ja sozusagen die die
Leitese von Hegels Geschichtstologie und
auch ja Genealogie des Denkens des
Geistes, wobei der Maßstab mit dem mit
dem das Denken ja irgendwie das die
Wirklichkeit versucht irgendwie dann zu
messen oder auszugestalten,
also der der Maßstab der Wahrheit, der
zwischen Denken und Sein vermittelt,
nicht geschichtslos ist, sondern in die
geschichtliche Struktur des Denkens
selbst hineinfällt. Also der Wahrheit,
der Maßstab der Wahrheit fällt selbst in
die Geschichte des Denkens.
Deshalb schauen wir auch heute beim
Blick in den Sternenhimmel auf andere
objektive Sachverhalter, als es Menschen
vor 1000 Jahren getan haben. Obwohl,
wenn wir alle in den Sternhimmel
schauen, eigentlich dasselbe empirische
Phänomen haben. Wir sehen nämlich etwas
schwarzes und ein paar Punkte da drin,
aber wir sehen eventuell dabei jetzt
nicht mehr nur irgendwelche welchen
himmlischen Sphären oder irgendwelche äh
sozusagen mythischen Sternenbilder,
sondern wir wir ahnen, dass da hinten
und dahinter hinter den flackernden
Gestalten sich ganze Galaxien verber
verbergen und damit sehen wir natürlich
etwas, obwohl das empirische der
empirische Input derselbe ist, natürlich
etwas anderes als Menschen vor 1000
Jahren.
Aber die Sachverhalte
haben sind dann eben unterschiedlich von
vor 1000 Jahren und verglichen mit
heute, weil das Medium, wie gesagt, das
Medium der Erkenntnis, Hegel nennt es
Geist nicht nur uns verändert, die wir
jetzt eben nicht mehr wie vor 1000
Jahren sehen leben, sondern auch die
Objekte, die auf die wir uns richten,
die Himmelskörper beispielsweise da
draußen. Deshalb können sie heute gar
nicht anders als Galaxien im Sternhimmel
über ihn zu erkennen und keine
himmlischen Sphären jetzt im klassischen
metaphysischen Sinne.
Für Hegel ist Erkenntnis deshalb kein
bloßes Sammeln von Fakten. Sie ist
durchzogen von Erfahrung der
Negativität. Auch das haben wir äh
reflektiert. Erfahrung ist strukturiert
von Negativität. Negativität ist aber
nichts schlechtes, sondern der
eigentliche Motor quasi den der den
Geist antreibt, immer wieder sich
sozusagen einen neuen Wahrheitsmaßstab,
der zwischen Denken und Sein vermittelt
und wie zu erarbeiten oder äh da sich
hin immer wieder neu durchzu
durchzuringen. Negativität verweist uns
auf die inherente Grenze dieses Geistes,
das äh oder was Hegel auch den Begriff
nennt. ähm also Negativitätserfahrung,
die dazu beitragen, dass Geist sich je
neu überschreitet und zwar auf Gestalten
hin, von denen der Geist in seiner
Entwicklung noch nie noch keine Ahnung
hat, wie diese Gestalten sich keine
Ahnung, welche Gestalten
der der Geist selbst annehmen wird. Und
zwar, weil der Geist nicht in die
Zukunft schauen kann, sondern er kann
sich erst sozusagen aus der aus der dann
sich ereignet habenden Zukunft rückschau
und erkannt haben, also immer in einer
Zeitstruktur der Retrospektivität.
Ich habe ihn hier noch mal einige
sozusagen Folien noch mal hier
zusammengestellt, die das irgendwie
deutlich machen. Also, man könnte sagen,
sie haben ja bei diesem bei diesen
beiden Achsen äh ist das die X oder die
Y-Achse? Ich vergesse das immer, die
hier, die hochgeht.
Wusste ich doch. Äh, also die Y-Achse,
da könnte man sagen Zunahme an
Selbstbewusstsein des Geistes sozusagen
in seiner Genealogie. Hegel wird sogar
sagen, der Geist kommt aus der Natur.
Ja, und dann ist irgendwie klar, ja, wie
kommt er dann irgendwie aus der Natur?
Also Zunahme an, ich würde sagen modern
gesagt, Zunahme an Komplexität, ja,
Selbstbewusstsein. Und dann haben wir
hier unten quasi die X-Achse. Äh, ich
weiß genau, wovon ich rede. Äh, die
quasi als Zeitstrahl jetzt auch wieder
etwas über aktualisiert gedacht. Äh,
vom, denken Sie, vom Urknall.
Wahrscheinlich wusste Hegel noch nichts
von einem Urknall, ist ja klar. Durch
die diversen Etappen der Geschichte bis
zu der Zeit. Jetzt gehen wir mal davon
aus, dass hier die letzte Epoche 1807
ist die Epoche, wo Hegel die
Phänomenologie des Geistes schreibt. Und
dann würde er sagen, ich Hegel erkenne
aus dieser Geschichte die Gene, die
prozestologische
und geschichtspilosophische Genealogie
dessen, was ich Geist nenne. Geist ist
ein transhistorisches Phänomen, so
kurzusagen menschlicher Erkenntniskraft.
Und diese Erkenntniskraft ist immer
kollektiv, ist in dem Sinne immer auch
eingebunden in einen gewissen Zeitgeist
und der Zeitgeist definiert, was
eigentlich der Wahrheitsmaßstab äh der
heute über der heute zwischen Geist und
Welt vermittelt.
Das nur noch mal, es geht ja immer um
dieses jetzt auch primitiv gesagt
zwischen das Verhältnis von Denken und
Seen. Man kann es auch interpretieren
zwischen Wort und Gegenstand. So nennt
es Quin oder Subjekt und Objekt. Und
dann, wenn ich richtig, wenn ich Hegel
richtig verstehe, würde er sagen, dass
sich sozusagen in un bei unseren
Vorfahren das Objekt noch als übermäßig
und gewaltig äh äh oder das das Objekt,
die Objektwelt wurde als übermächtig
interpretiert.
das Subjekt ihr gegenüber klein
unbedeutend gegenüber einer Welt, die
von Göttern erscheint und von Kräften,
göttlichen Kräften durchzogen ist, auch
wieder alles sehr schematisch gesagt und
dann verstehe ich Hegel so, dass er
sagt, in diesen Erfahrung quasi der der
das Fortschritt des Geistes wird dieser
Subjektpol immer in quasi Erkenntnis
Schüben und erkenn dialektischen
Erkenntnisbewegungen immer größer,
bis man eventuell sagen könnte, dass er
quasi auf auf ein in der in der gleichen
Größe ist wieder Und das Subjekt das
plötzlich erkennt, ah, das sind gar
nicht nur zufällige kontingente
Ainanderreihung von historischen
Prozessen, sondern hier ist es hier geht
es ein Prozess im Ganzen des Geistes,
der sozusagen von seinem Ursprung sich
immer mehr entfaltet, aber wenn er sich
entfaltet, eigentlich immer mehr zu dem
wird, was in seinem Ursprung schon
angelegt ist. Ich hatte ich hatte
erwähnt, dass es gar nicht so falsch
ist, diese Entwicklung des Geistes aus
sozusagen metteoretischen Perspektive
der Menschheitsgeschichte auch auf ihre
eigene individuelle
Selbstbewusstseinsstruktur
zu beziehen, weil auch sie mehr oder
weniger nicht anders können als ihre
eigene Lebensgeschichte als eine
Genealogie immer neue Erfahrungsstübe
ihres Bewusstseins zu interpretieren.
Sie können nicht sagen: "Ah, ich war mal
ein paar Jahre weg und dann war ich
wieder da."
ähm sondern auch ihr Selbstbewusstsein
kann gar nicht anders als sozusagen die
die die Vorgeschichte als Bedingung der
Möglichkeit ihres reflexiven
Selbstbewusstsein jetzt zu
interpretieren.
Hier noch mal ein Zitat. Diese
dialektische Bewegung, welche das
Bewusstsein an ihm selbst sowohl an
seinem Gewissen als auch seinem
Gegenstände ausübt, insofern ihm der
neue wahre Gegenstand daraus entspringt,
es ist eigentlich dasjenige, was
Erfahrung genannt wird. Also Erfahrung
ist, dass mit jeder neuen dialektischen
Wendung ein neuer Gegenstandsbezug, ein
neues Objekt entsteht aus der Genese der
vorhergehenden und gleichzeitig das
Subjekt dabei im gewissen Sinne immer
selbstbewusster ist, nicht nur
selbstbewusster, immer immer mehr weiß,
was ist der Wahrheitsmaßstab, den ich an
das Objekt anlege.
Und was hat das was hat das mit
Zerrissenheit und Negativität zu tun? Na
ja, weil der Geist letztenendes immer zu
spät zu sich kommt. Er ist immer in
Unruhe. Er hat sich selber nicht
selbsttransparent im Blick, genauso
wenig wie sie sich selbsttransparent im
Blick haben, sondern sie werden auch
immer nur aus der Zukunft retrospektiv
erkannt haben, wer sie gewesen sein
werden oder wie sie gewesen sind.
Und in dem Sinne ist so ist ihr
Selbstbewusstsein wie das
Selbstbewusstsein des quasi
metaphysischen Geistes bei Hegel im
gewissen Sinne in sich immer mit sich in
sich uneins in zerrissen.
Hier noch mal ein Schaubild, das auch
ganz schön veranschaulicht mit Grafiken
von Escher.
Ich lese mal kurz vor. Hegels
Begriffsgeschichte ist jedes
Zusammenspiel von Form und Inhalt, weil
es gibt einen empirischen Inhalt und
dann ist es gibt es die Formstrukturen
des Denkens.
wie das Denken, den Inhalt, das Sein
kategorisiert.
Die Begriffsgeschichte ist jedes
Zusammenspiel von Form und Inhalt. Hier
versinnbildlich durch die Zeichnung des
dänischen Grafikers MC Escher. Die
Erkenntnis entdeckt nichts hinter dem
Schleier der Phänomene,
sondern ihre Form des Denkens gibt je
den Inhalt dessen vor, was sie als vom
Denken unabhängig glaubt, repräsentiert,
vor sich gebracht zu haben.
Es gibt ein dialektisches Umkippen, ein
ineinander übergehen von Form und
Inhalt. Trotzdem muss jede
Bewusstseinsform sich absolut setzen,
selbst dann, wenn sie schon auf dem Weg
ist, in eine neue Gestalt, in neue in
ein neues Bewusstsein zu mutieren.
Nehmen Sie auch, wir sind ja auf das
Beispiel eingegangen, nehmen Sie das
Beispiel jetzt auch wieder politisch ist
das und wie fast am leichtesten
Deutschland 1989,
dann ist ein bisschen die Frage, ja,
also glauben Sie noch, sagen wir mal, an
dies an die an das an die alte Form des
Bewusstseins, die von ihrer Formstruktur
her eine Ente erkennt, ne? Das heißt, ob
die in der DDR ist noch alles okay oder
sind sie schon der Meinung, dass sie
dass sie eigentlich an dem an dem Punkt
ist, wo keine Ahnung die Formstruktur
etwas ganz anderes herausgibt, nämlich
ein Fisch.
Und wenn Sie in dieser Zwischenphase
sind, dann sind Sie in einem Bereich äh
quasi
von von morbiden Phänomenen. So nennt es
er nennt das noch mal so. Berühmter
italienischer Marxist Gramsch nennt das
so.
Dann dann dann ist das Alte noch nicht
tot und das Neue ist noch nicht geboren.
Und in diesen Zwischenstadien quasi
kämpfen sie um die Hoheitsmacht
dessen, welche Formstruktur jetzt
eigentlich welchen Inhalt geboren hat.
Und dann haben sie hier wirklich immer
so klassische Kämpfe in symbolischen
Formationen, äh wo jetzt die die Frage
ist ja ja kein also ist jetzt schon die
neue Welt da oder ist oder kann die alte
Welt noch an dem am alten festhalten?
Könnte das auch politisch irgendwie den
um keine Ahnung den Umgang Deutschlands
jetzt mit der AfD hier die Altparteien
unten die AfD die sozusagen sich langsam
gebiert schafft sie jetzt es in einen
der Bundes in einen der Bundesländer
eventuell Ministerpräsidenten zu
stellen? Kann sich das alte Regime noch
dagegen wehren? kann sie es nicht und
dann merken sie es ist das das führt
wirklich zu problemen zumindest unter
dem unter den Prämissen des alten
bundesrepublikanischen Geistes. Und dann
haben Sie auch hier wieder eine Zone der
Unbestimmtheit des politischen Kampfes.
Wer will welche wer wer kann sich mit
welchen Prämissen durchsetzen? Und dann
brauchen sie Subjekte, die eventuell in
einen Kampf treten, die nämlich sagen,
ich aber erkenne, was ihr noch gar nicht
erkannt habt, weil ihr noch in alten
Prämissen sind, äh in alten Prämissen
steckt.
Und das eigentlich find ich mit eines
der besten Beispiele, weil weil es zeigt
sozusagen all diese diadektischen Brüche
nicht unschuldig sind, sondern immer
sozusagen einzelne Individuen braucht in
Wissenschaft, Kunst, Literatur, wie auch
immer quasi in allen Bereichen, wo der
Geist tätig ist. Es braucht Subjekte,
die eventuell vor der Zeit etwas
erkennen, was der was die alte
Geistesstruktur noch nicht erkannt hat.
Hier noch eine letzte Grafik, nicht von
mir, von einem anderen, aber auch sehr
schön interpretiert,
weil Hegel hat so zwei Begriffe,
Substanz und Subjekt und der sagt, die
sind sozusagen die Grund die
Grundstruktur der Wirklichkeit ist immer
in sich gespalten, weil es sozusagen
Subjektformationen gibt. Also das, was
ich vorhin genannt habe, eventuell
politische oder wissenschaftliche
Subjekte, die willen sind je neu zu
bestimmen, was die Grundstrukturen der
Wirklichkeit sind in dieser Genealogie.
Und dann sehen Sie, jede Epoche quasi
Maps, also kartografiert ihr Wissen,
ihren Wissensstandard. Was wie verhält,
wie verhält sich Denken und Sein? Das
ist in unserem Jahrhundert etwas anderes
als im Mittelalter. Der Wahrheitsmaßstab
fällt immer rein. Das heißt immer der
hier wird immer ein Wahrheitsmaßstab
generiert und gleichzeitig, weil der
Geist nicht in Ruhe ist, gibt es die
Gene immer neuer Wahrheitsmaßstäbe.
Okay? Und Hegel hat dann eben seine
metaphysische These, dass das die
Geschichte des Geistes im ganzen ist,
dass der Geist sich externalisiert in
seiner Geschichte der Menschheit und
dann auf diese Art und Weise immer immer
weiter zu sich kommt und das immer die
Frage in der Hegelliteratur, ja, wie ist
denn denn die Endstufe? Glaubt Hegel,
dass wir dann an irgendeinem Zustand
kommen? Äh und da gibt's eine Frage, ja,
er glaubt daran. Eine andere Frage, nee,
er glaubt daran nicht. Weil er eben der
Meinung ist, dass die dass just die
Einsichtskraft, die er uns gibt, ist,
dass es diesen Punkt gar nicht geben
kann am Ende. Das, was Hegel teilweise
absolutes Wissen nennt. Aber da gibt's
ganze Bibliotheken über diese Debatte.
Was versteht Hegel in diesem Verständnis
von Erkenntnis und Sein unter dem
Begriff absolutes Wissen?
Schönes Zitat von Gek. The Hegelian
subject, also dasjenige, was in in einer
sozusagen in der Welt etablierten
Wissens eine neue Wissensform verkündet.
The Hegelian subject is nothing but the
name for the externality of the
substance to itself. For the crack by
way of which the substance becomes alien
to itself misperceives itself through
human eyes as the inaccessible refight
otherness. Kling komplizierter als es
ist. besagen,
wenn wenn zu sagen, wenn jede Epoche im
gewissen Sinne eine Substanz ist und die
darüber verwaltet, was das was wirklich
was die wirkliche Wirklichkeit ist, dann
will er sagen, was Hegel das Subjekt
nennt, ist just der Ort, in dem die
Wirklichkeit erkennt, dass sie nicht
alles ist,
dass sie noch nicht kartografiert ist,
dass die so die die wirklich
Grundstruktur der Wirklichkeit nicht
kohent ist, weil das immer ein eine Art
Spalt quasi gibt, in der das wasegel
Substanz nennt heraus, dass es immer
einen Spalt gibt, eine Nichtidentität,
die das, was jege Subjekt nutzagen dann
hervortritt.
hat sehr abstrakt gesagt. Äh es soll
soll ja nur bedeuten, dass sie egal
welche Epoche, auch unsere Epoche ist
nicht davor gewahrt von einer Epoche,
die wir uns nicht mal vorstellen könnten
und die eventuell totalitär, vielleicht
eine chinesische Epoche, chinesisch
ähnliche Epoche, dass das eine also
sozusagen eine Geistform, die wir uns
noch überhaupt nicht vorstellen können,
dass die aber tatsächlich die nächste
normative Stufe der normativen
Entwicklung des Menschheitsgeschlechts
ja sein könnte. Und damit merken Sie,
was das für eine Zumutung ist, das also
zu sagen, was uns heute noch völlig
unannehmbar erscheint, also die
Demokratie eventuell durch ein
faschistisches Regime wieder
auszuwechseln,
gleichzeitig mit dieser Theorie
irgendwie mitgedacht ist, weil der Geist
ja nicht weiß, wohin er geht. Er weiß es
immer nur zu spät, weil er immer selber
von Negativitätserfahrungen
herausgefordert ist. Und dann mag
eventuell eine Negativitätserfahrung wie
die Erfahrung der Ökokrise tatsächlich
uns eines Tages die Menschheit dazu
zwingen, in ein totalitäres Regime
überzugehen, weil sonst die ökologischen
Krisen überhaupt nicht anders sozusagen
zu bewältigen sind, jenfalls nicht in
einer Weltgemeinschaft, in der autonome
Staaten ihre eigenen Interessen äh äh
versuchen durchzuzücken. Ist ja nur ein
Spekul ist ja nur ein Beispiel, um
deutlich zu machen. Der Geist weiß
nicht, wohin die wohin seine Geschichte
geht, genauso wenig wie sie wie wir das
wissen. Okay. Gibt's dazu noch Fragen?
Weil sonst würde ich weitermachen.
Perfekt. Dann geht's weiter. Okay, also
alle
äh
alle man an Bord äh weiter geht's. Äh
und zwar mache ich jetzt noch mal einen
Übergang, weil wir uns in der heutigen
Sitzung mit Heidiger beschäftigen werden
und uns die Frage stellen müssen, welche
Erkenntnistheorie sich in Heidiger
verbirgt.
[räuspern]
Man könnte zumindest sagen, dass
Heidiger von Hegel eine Erkenntnis
übernimmt oder eine Einsicht, nämlich
das Erkenntnis nicht das Verhältnis
eines isolierten Subjekts zu seiner
äußeren Welt ist, sondern auch für
Heiliger sind wir immer schon in einer
Welt, die wir verstehen, bevor wir sie
theoretisch analysieren.
Wir sind also immer schon quasi Kinder
eines Zeitgeistes, bevor sie bevor wir
irgendwann mal etwas über Ideologietorie
hier an der Hochschule für Philosophie
gelernt haben und dann begreifen, ah,
tatsächlich vielleicht bin ich ja ein
ideologisches Subjekt und gar nicht so
frei, wie ich glaube.
Das heißt, auch für Heidiger sind wir
immer schon quasi Teil dieses jetzt
Weltgeistes, aber aber er redet nicht
von einem Weltgeist, aber immer schon
sozusagen einer einer Teilelemente einer
eines in der Weltseins auf kollektiver
kultureller Ebene. Allerdings verschiebt
Heiliger die Fragestellung, denn wenn
Hegel fragt: "Wie entwickelt sich Geist
geschichtlich zur Wahrheit?" Fragt
Heiliger: "Welche Seinsweise muss der
Mensch besitzen, damit überhaupt so
etwas wie Weltverständnis, Wahrheit und
Erkenntnis möglich ist, möglich werden?"
Damit verschiebt sich der Fokus von der
Geschichte des Geistes auf die Analysen
dessen, was Heidiger in der Welt sein
nimmt und ich werde auch noch darauf zu
sprechen kommen. Und genau dort beginnt
quasi Heidiges Erkenntnistheorie
existential philosophisch,
existenzphilosophisch das Geist
Weltverhältnis auszulegen in einer
expliziten Distanz zu, sag mal
klassischen erkenntnistheoretischen
Fragen über wie sie in vielen
Jahrhunderten spätestens von den Empiren
bis zu der bis zur klassischen deutschen
Philosophie verhandelt wurden.
Und in dem Sinne kann man auch sagen,
dass tatsächlich Heidiger erst einmal so
etwas wie ein Fremdkörper ist in der
erkenntnistheoretischen Tradition.
Normalerweise verläuft näich die
Geschichte der Erkenntnistheorie relativ
klar. Man beginnt in der Regel so wie
ich das auch gemacht habe, man kann auch
schon durchlich im Mittelalter beginnen
und in der Antike, aber man beginnt
nicht selten mit dem Empirismus. Block
Barkley Hum geht dann zu Kant und zum
deutschen Ind Idealismus über und von
dort führen dann relativ schnelle viele
Linien in die moderne Debatten. Wie
definieren wir Wissen? Was ist
Rechtfertigung? äh welche Rolle spielt
die Sprache? Sprachphilosophie im 20.
Jahrhundert. Und dann kommen wir
eventuell später zur naturalistischen
und analytischen Erkennistheorie der
Gegenwart. Das eigentlich so das normale
Narrativ der Erkennistheorie. Heidiger
passt in diese Entwicklung nicht gut
hinein,
denn er interessiert sich kaum für die
klassischen Fragen der Erkenntnistheorie
im engeren Sinn. Also er ihn
interessiert nicht zu fragen, ja, worauf
beruht die Korrespondenztheorie der
Wahrheit beispielsweise? Ja. Äh oder äh
ist unsere Erkenntnis
korrespondenztheoretisch oder irgendwie
oder holistisch strukturiert etc. Iniert
auch nicht, was ist Wissen wie oder wie
definieren wir das? Wie rechtfertigen
wir Überzeugung, wie unterscheiden wir
Wissen von bloßer Meinung etc. Diese
Fragen treten bei Heidiger in den
Hintergrund. Er fragt viel naiver, z.B.
wie es überhaupt dazu kommt, dass uns
eine Welt begegnet und zwar auf einer
vorreflexiven Ebene.
Eine Welt, innerhalb deren Gegenstände,
Bedeutung und Wahrheit Wahrheiten
überhaupt erst auftauchen können.
Deshalb verschiebt sich Beidiger die
Problematik von einer Theorie des
Wissens zu einer Theorie der
Welterschlossenheit,
dessen was er in der Welt sein nennt.
Ich werde Ihnen aber heutiger heute
heute weniger diesen Heiliger äh
vorstellen. äh den ich äh unter anderem
gestern in der Philosophie der neuesten
Zeit vorgestellt habe, den werde ich
auch noch mal vorstellen. Äh aber eher
am Ende, sondern ich werde stattdessen
heute Heidiger als Kantkritiker
vorstellen.
Das klingt nach einem Umweg, aber dieser
Umweg führt uns ins Zentrum eines
wichtigen Motivs bei Heiliger, nämlich
der Frage nach der Zeit. Und wie Sie
wissen, Heiliger hat ein Buch
geschrieben oder müssen Sie noch nicht
wissen, weil das ist er die Heidiger
Vorlesung. Äh, also Heidiger hat ein
Buch geschrieben äh 1927 veröffentlicht,
das heißt Sein und Zeit. Und da können
Sie sich schon vorstellen, dass der
Begriff der Zeit natürlich eine zentrale
Rolle spielen wird und wir uns erstmal
wir uns verständlich machen müssen,
warum hat glaubt denn kann warum glaubt
denn Heidiger einen neuen Zeitbegriff in
die philosophische Debatte geworfen zu
haben?
[räuspern]
Im Zentrum der Debatte steht dann eine
Beobachtung Heidigas, sie haben auch
andere schon gemacht, die Kanzkritik der
reinen Vernunft betrifft. Genauer gesagt
die Überarbeitung der ersten Fassung von
1781
zur zweiten Fassung von 1787.
Ich versuch es erstmal im Gen Gänze kurz
sozusagen in einer Nussschale zu
erklären, worum es geht. Und dann müssen
wir das Fass aber noch mal größer
aufmachen und dann uns darauf dann dann
durcharbeiten. Kannt habe so Heidigers
These in der ersten Fassung der Kritik
von 1781 etwas entdeckt entdeckt, das
weit radikaler ist als die klassische
Erkennistheorie des 18. Jahrhundert
wahrhaben wollte, nehme ich den Umstand,
dass Zeitlichkeit nicht einfach ein
Rahmen unserer Wahrnehmung ist, nicht
einfach eine von zwei reinen
Anschauungen,
sondern die tiefste Struktur unseres
Weltbezugs überhaupt besitzt und zwar
über ein Vermögen, das Kant das
Einbildung, das Vermögen der
Einbildungskraft nennt.
Und genau vor dieser Konsequenz, also
das wäre die These, Kant hat 1781
etwas über Zeitlichkeit entdeckt und
zwar über einen Begriff eines
Erkenntnisvermögens die
Einbildungskraft,
vor dem er so zurückgeschreckt ist, dass
er in der Überarbeitung oder dass er
seine Kritik der Reihen Vernunft
überarbeiten musste und damit eine
Einsicht zurücknimmt, die er eigentlich
1781 gewonnen hat. Und Heiliger wird uns
nahlegen, dass der Kant von 1781 im
gewissen Sinne ein Vorreiter von
Heiliger selbst ist, weil der Begriff
der Zeit dort eine andere Rolle bekommt.
Deshalb wird in dieser Vorlesung viel
über Kant zu sprechen sein, aber eben
aus der Perspektive Heiligers, weil das
Kant in der Überarbeitung seiner äh weil
Jus Kant eben in der Überarbeitung den
Begriff der Zeitlichkeit verwirft, den
Heiliger aufwertet.
Im Zentrum dieser dieser Kluft zwischen
erster und zweiter Kritik, Fassung der
Kritik steht ein bestimmter Abschnitt,
nämlich die transzendentale Deduktion
der reinen Verstandesbegriffe.
Diese befindet sich in diesem Teil
transzendentale Analytik der Kritik der
Reinvernunft. Also
Hegel würde sagen, das sind alles ganz
furchtbare Begriffe, Monster, die kann
mit denen kannt uns hier wie um die
Ohrenhaut um uns zu beeindrucken. So
ganz komplexe, schierig klingende
Begriffe, transzendentale Logik und so
weiter muss uns nicht interessieren.
Interessant ist, dass
eine es eine wesentliche Umschreibung
gibt auf der auf dieser Ebene
transzendentalen Analytik.
Okay, also hier noch einmal eine.
Deswegen spricht man bei diesen beiden
Fassungen einmal von der A-Deduktion,
also der Ded transzendentalen Deduktion
der rein Verstandesbegriffe. A-Deduktion
meint die Kritik der Reihenvern Vernunft
von 1781 und der B-Deduktion
die Kritik von 1787.
Hinter Kanz Revision verbirgt sich eine
philosophische Verschiebung von enormer
Tragweiter. In der ersten Fassung
besitzt nämlich das, was Kant als eines
von verschiedenen Vermögen des
menschlichen Geistes nennen, nämlich die
Einbildungskraft eine überraschend
fundamentale Rolle.
Und das geht um die Einbildungskraft.
Jetzt noch mal, was ist eigentlich
Einbildungskraft?
Für Lein ist das Wort Einbildungkraft
oft irreführend, weil man jetzt denkt
kann meint damit so etwas wie Fantasien,
Tagträume rein äh oder erfunden, das
denken denken an erfundene Dinge, da
können wir das doch die
Einbildungskraft, da können wir
irgendwie uns ein bisschen träumen, kann
man jedoch etwas viel grundlegenderes.
Die Einbildungskraft ist das Vermögen
unseres Geistes Wahrnehmungen, also
wirklich sinnliche Wahrnehmung, die uns
jeden Tag begleiten, zu synthetisieren,
zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzuz
zu fügen. Also eben nicht ein
Fantasievermögen, sondern eigentlich das
Vermögen, das uns überhaupt sinnliche
Anschauung vereinheitlicht oder
überhaupt so eine Einheit
zusammenbindet.
Sie ist die innere Fähigkeit aus vielen
einzelnen Eindrücken überhaupt erst eine
Welt zu machen.
Hier ein Beispiel. Äh stellen Sie sich
vor, Sie gehen über den Mariplatz, ihre
Augen nehmen ständig neue Farben, Formen
und Bewegungen auf. Sie sehen ein
Fahrradfahrer hören eine Straßenbahn,
bemerken Menschenhäuser etc.
Dann könnte man natürlich sagen, dass in
all diesen Menschen, in all diesen
Situationen in jedem Augenblick
unzäelige einzelne Sinnesreize auf sie
einströmen. Trotzdem erleben sie nicht
ein Chaos von Farben und Geräuschen.
Warum nicht? Weil die Einbildungskraft
die vielen einzelnen Eindrücke
miteinander immer schon verbunden hat,
immer schon verbindet, ohne dass sie
sich darüber Gedanken machen müssen.
Sie sie hält vergangenes Fest, verbindet
es mit dem gegenwärtigen und schafft so
die Einheit eines Gegenstandes oder
einer Situation und zwar über zwei
mindestens drei verschiedene
Zeitmomente.
Die Gegenwart merken Sie ist von der
Vergangenheit nach der letzten 4 10
Minuten geprägt dann nach zwei Stunden
wird die Erinnerungskraft vielleicht ein
bisschen schwächer und in die Gegenwart
nimmt auch gleichzeitig die Zukunft
immer schon total voraus, sonst könnten
sie gar nicht irgendwie sich verlässlich
äh bewegen in der Zeit.
Ich
habe hier noch mal Kanz Vermögen als
Überblick irgendwie dargestellt, damit
Sie auch sich daran noch mal erinnern.
Also wir wir hatten bei Kant
verschiedene Vermögen. Das war einmal
die die Sinnlichkeit, also die Art und
Weise, wie ich Wahrnehmung aufnehme
durch meine fünf Sinne.
Dann sprach er vom Verstand als das
begriffliche Wesen. Da arbeiten die
Kategorien, dann gibt's noch das
Begehren und dann gibt's noch die
Vernunft als das höhere Vermögen. Das
muss uns hier nicht interessieren.
Bleiben wir einfach mal nur bei
Sinnlichkeit und und Verstand. Und jetzt
kommt eben als zusätzliches Vermögen
noch die Einbetungskraft hinzu, insofern
sie die Wahrnehmung ordnet.
Aber wie gesagt, interessant ist jetzt,
dass in der ersten Fassung von 1781
die Einbildungskraft nicht ein bloß
psychologisches Nebenvermögen ist,
sondern als jene ursprüngliche Kraft
verstanden wird, die Sinnlichkeit und
Verstand miteinander vermittelt.
Erfahrung entsteht aus einem zeitlichen
Syntheseprozess. Wahrnehmung werden
festgehalten, reproduziert,
vorweggenommen und zusammengefügt, bevor
der Verstand sie begrifflich
identifiziert.
Das heißt, es gibt auf der auf der auf
der Sinnlichkeitsebenen mit all diesen
verschiedenen drei Zeitmodi immer schon
eine Einheit, bevor der Verstand
überhaupt sozusagen auf den Plan tritt
und dann aus dieser Einheit eine
Synthese macht und dann sagt, ah okay,
ich höre gerade die Straßenbahn. Meine
Straßenbahn fährt jetzt 10 Minuten ab,
jetzt habe ich ein Urteil gefällt, jetzt
weiß ich, wo ich bin und keine wie ich
handeln soll.
Das heißt, auf dieser Ebene scheint
Zeitlichkeit, also bevor überhaupt der
Verstand erstmal zu sagen, auf den Plan
tritt, tiefer zu liegen als der
begriffliche Akt des Denkens selbst.
Oder Zeitlichkeit scheint vor dem
begrifflichen Denken zu liegen.
Interessant ist nun, dass Kant diese
Ansicht in der zweiten Fassung der
Kritik der reinen Vernunft verwirft.
Er scheint die Sorge zu haben, dass die
Rolle der Einbildungskraft zu groß wird.
Denn wenn unser Zugang zur Wirklichkeit
vor allem auf der Einbildungskraft
beruht, sozusagen als das fundamentale
Vermögen, das die Sinnigkeit verein
vereinheitlicht, stellt sich die Frage,
woher wissen wir dann, dass unsere
Erfahrung wirklich objektiv ist und
nicht bloß ein Produkt unser unserer
geistigen Konstruktionen?
Also, wenn die Sinnlichkeit quasi
grundlegend ist ähm und die und die
Einbildungskraft immer schon am Berg
ist, bevor der Verstand ist, dann könnte
man ja denken, dass eigentlich sozusagen
eine der großen Quellen, dass unsere
Erkenntnis eigentlich ein reines
Fantasieprodukt sein könnte. Hat gar
keine eigenen Kriterien, weil weil die
Einbildungskraft ist sozusagen nach der
Einbildungskraft kommt nichts mehr
Fullstop.
Äh, also sie ist sozusagen das das ein
grundlegendes Vermögen.
Deshalb verändert Kante der zweiten
Auflage von 1787 seine Darstellung. Die
Einbildungskraft bleibt wichtig, sie
verliert aber ihre selbständige
Stellung. Stattdessen rückt der Verstand
stärker an den Mittelpunkt und kannz
Begriff des ich denke
spielt eine größere Rolle. also die die
Fähigkeit des Bewusstseins, alle unsere
Vorstellungen dann auch inem in
demselben Subjekt zusammenzufassen.
Der Effekt die dieser Veränderung, also
sozusagen die Entmachtung der
Einbildungskraft ist deutlich oder
radikal. Die Erfahrung erscheint nun
weniger eine Leistung,
die die zu einem großen Teil von einer
schöpferischen sozusagen ungebundenen,
fast autonomen, aber auch mystisch
bleibenden Verstand, also sozusagen von
einem Verstandesvermögen, nämlich der
der Einbildungskraft herzurühren.
ähm und stärker äh
und wenn die sozusagen abgeschafft wird,
dann ist jetzt die das Ergebnis eher in
der zweiten Fassung die ordnende
Tätigkeit des Verstandes.
Für Heiliger ist aber diese
Verschiebung, also die Entmachtung der
Einbildungskraft zu zugunsten der einer
Verstandeskraft einer Katastrophe. Den
Heiliger liest die erste Fassung so, als
hätte Kant dort entdeckt, dass das
menschliche Subjekt nicht primär ein
denkendes Wesen ist, dass sich
anschließend in der Zeit befindet,
sondern ein ursprünglich zeitliches
Wesen, dessen Denken selbst aus dieser
Zeitlichkeit hervorgeht.
Und hier beginnt Heidigas eigene
Philosophie. Denn wenn Zeitlichkeit
ursprünglicher ist als begriffliches als
begriffliche Selbstvergeiss
Vergewisserung und ursprünglich als
sozusagen ein Subjektverständnis, das
auf der Ebene des ich denke
zwischen Sein und Welt vermittelt,
dann ist äh dann ist das Subjekt jetzt
plötzlich ein souveränes Bewusstsein,
das eine Welt erkennt, während Heiliger
und wie uns ein ganz anderes
Subjektverständnis liefern möchte,
nämlich ein Subjekt, das immer schon in
eine Welt hineingestellt ist und sich
auf Möglichkeiten hinentwirft, ohne dass
diese Selbst Selbstverständnis schon aus
der Verstandeskraft her produziert wird.
Wir beschäftigen uns also hier nicht
bloß mit einer Histor mit einem
historischen Vorläufer Heiligers,
sondern viel mehr versuchen wir zu
verstehen, warum Heiliger glaubte, dass
die eigentliche Revolution der
Philosophie Kanz in einer verborgenen
Spannung innerhalb dieser Kritik der
rein Vernunft liegt.
Okay, wir gehen jetzt einmal ein
bisschen der Reihe nach.
Einbildungskraft als drittes
Grundvermögen.
Ich hatte schon gesagt, dass wir uns
unter der Idee äh dass wir uns unter der
Idee vorstellen müssen, unser Geist
hätte ein Vermögen wie die
Einbildungskraft. Ein solches Vermögen
entdecken
wir natürlich nicht unter einem
Mikroskop, sondern indem wir Kant und
wir es tun also äh Lehensstuhl
Philosophie machen, uns überlegen, was
müssen eigentlich die Bedingung der wie
was ist was für Bedingung der
Möglichkeit muss es geben, dass wir
Dinge da draus erkennen und dann
braucht's eben so etwas wie die nicht
nur Sinnigkeit und Verstand, sondern
eben auch die Einbildungskraft.
In der A-deduktion ist die
Einbildungskraft des entscheidende
Vermögen. Es ist ein Vermögen, das
Eindrücke zu sinnvollen Wahrnehmung
verbindet, das Erinnerung reproduziert,
das Vergangenes mit gegenwärtigen in
einen Zusammenhang bringt.
Und damit ist schon auch schon benannt,
dass die Einbildungskraft leistet. Sie
hilft uns, dass die Mannfhaltigkeiten,
die unsere Sinne uns zutragen,
wir diese aufnehmen können und zu einer
mehr oder weniger kohenten Anschauung
vereinigen.
Die Einbildungskraft vereint die
Anschauung und dann kann und sie kann
auch Anschauung reproduzieren.
Dieses Zusammenfassen von mannigfaltigen
Sinneseindrücken zu schämenartigen
Anschauung impliziert nicht das Anwenden
eines Begriffs, sondern das geht wie
gesagt vorbegrifflich.
Und in dem Sinne sind wir hier auf der
Ebene einer präonzeptualen,
präonzeptuellen, also präverstandigen
Aktivität unseres Bewusstseins. Äh da
ist das Denken noch noch gar nicht am
Berg. Und trotzdem ist es natürlich eine
transzendentale, also Aktivität, also
eine Aktivität, die wir voraussetzen
müssen, damit uns überhaupt Anschauung
als mehr oder weniger verarbeitbar
begegnen in der Welt.
Hier ein Beispiel. Stellen Sie sich vor,
Sie hören eine Musikerin, einer
Musikerin zu, die ein Stück spielt, dann
ist ganz klar, jeder einzelne Ton ist in
sich selbst ein Moment in der Zeit. Wenn
Sie immer nur den jeweils gegenwärtigen
Ton wahrnehmen könnten, hätten sie
keinen Zugang zur Melodie. Sie hätten
eine endlose Folge unverbundener
Tonpunkte. Was zur Mel was diese
Tonpunkte zu einer Melodie zusammenfügt,
ist die Einbildungskraft eben, er nennt
das Synthesis der Apprähension in der
Anschauung, also eine Synthese in der
Wahrnehmungsstruktur.
Einbindungskraft wäre dann in diesem
Fall immer schon aktiv im höheren
Präsent. Sie läuft durch die Töne
hindurch, hält den vorangegangenen Ton
noch fest. Man könnte das Reproduktion
nennen. Die Einbildungskraft hält hält
den Ton von keine Parakten noch fest.
Reproduktion, während sie den
gegenwärtigen Ton aufnimmt. Das könnte
man Abrehension nennen und sie greift
auf die nächste auf den nächsten Ton
schon zu und das könnte man Antizipation
nennen. All diesen drei Ebenen ist
Einbildungskraft am Berg
und das geschieht, bevor Sie sagen
können, in welcher Tonart das Stück
steht oder ob es du oder Moll ist. Erst
diese letzte Identifikation,
das Zuordnen dann zu einem bestimmten
Schema, zu einem bestimmten Begriff oder
ob das jetzt du oder Mollis oder was
weiß ich, äh quasi führt dann erst
tatsächlich dann zu einem zu einem
Erkenntnis oder zu einem Urteilsagt und
zu einer Art Rekognition. Das Eingreifen
dann des Begriffs jetzt schnappt der
Begriff zu. Zack.
Aber sie kriegen mit, also äh
es gibt drei Synthesen quasi der der
Einbildungskraft, habe ich gerade
genannt. Die Synthesis der Abrehension
in der Anschauung.
Also wie ich aufnehme, Synthesis der
Reproduktion in der Einbildung und
Synthesis der Rekognition im Begriff
jetzt sozusagen habe ich begriffen, was
ich gerade gehört habe. Das sind drei
Aspekte eines einzigen Vorgangs, durch
denen sich Erfahrung konstituiert.
Entscheidend ist die ersten beiden
Synthesen, Abprähension und Reproduktion
liegen wie gesagt auf der Seite der
Anschauung und diese und also und damit
äh noch nicht im Bereich der
begrifflichen Wiederkennung.
Die Einbildungskraft operiert hier,
bevor der Verstand mit seinen Kategorien
zugreift. Äh, deswegen spricht Kant von
einer transzendentalen Handlung des
Gemüts, nicht des Verstandes, sondern
des Gemüts.
Sie sehen, was das bedeutet. Es
bedeutet, dass die Einbildungskraft kein
Werkzeug des Verstandes ist
in 1781
die Einbildungskantz sagt, gibt uns gar
keine Definition, was die
Einbildungskraft eigentlich, also er ist
kein Psychologe, kann nicht sagen da
irgendwie das sind so und diese da
finden diese neurologischen Phänomene
statt. Ist ja klar.
Äh er sagt nur, ich muss das annehmen,
dass es sie gibt, aber sie ist kein
Werkzeug des Verstandes. Sie hat einen
eigenen Kontakt mit der Sinnlichkeit,
mit dem manchwaltigen der Erscheinung in
Raum und Zeit kann nennt sie deshalb als
drittes Grundvermögen
gegenübersinnlichkeit und Verstand. Die
Einbildungskraft ist also weder
Sinnigkeit noch Verstand, sondern eine
eigene Mittel zwischen den beiden.
Sind ja alles nur für Kant sozusagen
Versuche noch mal zu erkennen, wie
kommen wir zu den Objekten der
Erfahrung? Und dann ist g ganz klar
Objekte der Erfahrung brauchen
Wahrnehmung. Und sie brauchen
Verstandeskraft, aber jetzt brauche ich
noch ein vermittelndes, weil wir hatten
ja schon gesagt, Wahrnehmung ist etwas
sozusagen sinnliches, Verstandeskraft
ist etwas abstraktes, sondern das immer
die Frage, wie kommen jetzt diese beiden
erkenntnisen Sinnigkeit und Verstand
eigentlich zusammen? Die sind doch
eigentlich kategorogen,
können eigentlich nicht vereint werden.
Ist auch weiterhin Problem kann man
immer noch sagen, hat Kant eigentlich
nicht richtig gelöst. Gibt's John McD,
auf den kommen wir noch zu sprechen. Der
hat der hat ein Lösungs Vorschlag. Ist
aber auch nicht ganz äh befriedigend,
aber sie sehen, es gibt ein Problem bei
Kant. Ja, Sinnigkeit und Verstand müssen
verbunden werden und die
Einbildungskraft, glaubt er, schafft
das, weil sie ein mittleres Vermögen
zwischen diesen beiden ist.
Sie ist nämlich äh sie teilt nämlich mit
der Sinnlichkeit die Unmittelbarkeit des
Anschauungsbezugs.
Sie erinnern sich, sinnliche Inhalte
kommen immer unmittelbar. Sie werden
davon affektiert, wie z.B. von diesem
Knall. Können Sie sich gar nicht
erwehren.
Deswegen sozusagen ist es passiv. Ähm
und gleichzeitig äh ist sie aktiv und
man könnte sagen, in der aktiven Seite
ist sie mit der Verstandes mit dem mit
dem mit der Verstandeskraft verbunden,
äh weil sie in dem Sinne spontan
umgeht mit dem sinnlichen
Mannigfertigkeitsmaterial.
Also sie nimmt es passiv auf und sie
verwandelt es aktiv um. Und dann könnte
man schon mal sagen, ah, toll, toll,
toll. Kant hat jetzt sozusagen Adapter
gebaut, ja, Einbildungskraft, keine
Ahnung, was das genau ist, aber sie hat
sozusagen sie zweit sie teilt jeweils
eine Eigenschaft mit zwei heterogenen
Kategorien Sindigkeit Verstand
Passivität und Aktivität kommt in ihr
zusammen. Sie ist ein drittes Scharnier.
Wie gesagt, warum brauchte Kant jetzt
dieses diese Einbildungskraft als
drittes Scharnier? Das Grundproblem der
transzendentalen lautet, wir können
reine Verstandesbegriffe, hatte ich
gerade schon gesagt, die Kategorien
überhaupt auf mannigfaltig sinnliches
zugreifen. Das eine ist abstrakt, das
andere ist in Raum und Zeit.
Begriffe wie Ursache, Substanz, Einheit
werden ja nicht durch die Wahrnehmung
gewonnen.
K Kausalität ist, sie können Kausalität
nicht wahrnehmen in der Welt, sondern
kann sag Kausalität kommt auf ihren
Verstand, den den wenden sie an.
Deswegen gibt es dieses berühmen, habe
ich gerade gesagt, homogenitätsproblem
ein Begriff z.B. zbusalität und eine
Anschauung, das Klirren des Glases, das
mir gerade Weinglases, das mir gerade
runter runtergefallen ist, sind von
fundamental verschiedener Art. Wie
sollen diese jetzt zusammenpassen?
Damit meint er, dass Begriff und
Anschauung zunächst keine gemeinsame
Struktur zu besitzen scheinen. Die
Anschauung ist singulär, konkret,
rezeptiv und sinnlich. Das begriffliche
Vermögen des Verstandes ist den
gegenüber allgemein, spontan und nicht
sinnlich. Zwischen beiden scheint ein
Abgrund zu liegen. Die Antwort in A
lautet nun, also in der A Deduktion
1781: "Die Vermittlung wird durch die
Einbildungskraft geleistet, da sie
beiden Seiten zugehört.
Dort erscheint sie nicht einfach als
psychologisches Nebenvermögen, also in
der A-Deduktion, das Bilder produziert,
sondern als das eigentliche
Vermittlungszentrum.
Und wie ich gerade trotzdem schon sagte,
Kant kann uns gar nicht genau erklären,
wie die Einbildungskraft das genau
macht. Er muss es nur postulieren, dass
sie es macht. Ist natürlich ein bisschen
unbefriedigend, aber wie gesagt, er
macht ja keine Psychologie, keine
Neurowissenschaft und könnte man
vielleicht sagen, okay, da werden
bestimmte neurologische Bezüge
hergestellt, das interessiert ihn nicht.
Er braucht aber, wie gesagt, einen
Adapter zwischen diesen beiden
Erkenntnisquellen.
Oh, wir müssen eine Pause machen, aber
dann wird's unglaublich spannend danach,
deswegen bis gleich. Ja,
okay. Wir machen weiter. Wir bewegen uns
durchkant auf Heidiger zu. Mir ist klar,
dass es irgendwie alles sehr technisch
klingt, aber es ist in dieser Techniität
doch irgendwie doch interessant, wenn
man einerseits schon irgendwie auch
begreift, wie Philosophinnen,
Philosophen ihre Werke bauen und welche
Begriffe, warum es Begriffe braucht, die
sie voneinander abgrenzen.
Also, ich bin noch, sie erinnern sich,
das Problem war Verbindung zwischen
Sinnigkeit und Verstand, die het
hydrogen sind.
Ähm, jetzt ist klar, die
Einbildungskraft funktioniert, weil
Heidiger jetzt we Heidig Quatsch, weil
Kant der Meinung ist im gewissen Sinne,
dass die Zeit in der Einbildungskraft
eine bestimmte Rolle spielt und wir
wollen ja zur Zeit kommen, damit wir
irgendwie zur Zeit bei Heidiger kommen.
Und jetzt werde mal die Frage, ja, aber
wie kann es uns äh Kant eigentlich
erklären? Er macht das an einem sehr
komplexen Kapitel in der Kritik der Rein
Vernunft Schematismuskapitel. Ich
versuche ihn mal zu erklären, wie
beispielsweise der Begriff der
Kausalität ein Begriff ist, äh der den
die Einbildungskraft so vermittelt, dass
Sinnlichkeit und Kategoriekausalität
ineinander wirken.
Wie ich gesagt hatte, also
Einbildungskraft teilt erstmal zwei
Eigenschaften mit Anschauung. Äh also
insofern sie äh
aktiv, also also passiv etwas rezipiert
und dann aktiv das verarbeitet.
Wenn ich beispielsweise sehe, wie eine
Billardkugel auf eine andere stößt und
jetzt mir versuche den Begriff der
Kausalität daraus abzuleiten, weil ich
den Begriff ja der Kausalität nicht
sehen kann, darauf hat uns ja Hum
verwiesen. Äh, dann nehme ich also was
die Billardkugel betrifft, erst einmal
nur war, dass eine Billardkugel A
Billardkugel B stößt und im gewissen
Sinne die Kausalität der Bewegung der
Billardkugel B ist.
Die Einbildungskraft jetzt verbindet
aber diese Wahrnehmungen in einer
zeitlichen Regelstruktur, so stellt sich
das Kant vor. Erst der Stoß, dann die
Bewegung der zweiten Kugel. Dadurch
erscheint das Geschehen nicht bloß als
zufälliger Abfolge, sondern als
notwendiger Zusammenhang. Also indem es
eine zeitliche Struktur aufgebaut wird,
die diese einzelnen Ereignisse
miteinander verbindet.
Ohne die Zeit gebe keine Möglichkeit
hier Ursache und Wirkung zu
unterscheiden, weil Kausalität immer
eine geordnete Folge betrifft. Und die
Einbildungskraft ist halt dasjenige, was
uns die Ereignis Ketten zeitlich
strukturiert oder zeit als eine
zeitliche Struktur vorgibt und wir von
dieser zeitlichen Struktur her jetzt
begreifen. Ah, deswegen wirgt jetzt die
Kategorie die Kategorie der Kausalität
auf dieser Anschauungsform.
Die Zeit vermittelt zwischen dem
abstrakten Begriff der Ursache und dem
konkreten Wahrnehmungsereignis. Und die
Einbildungskraft ist jetzt dieser
Adapter, der das tut, indem man eine
bestimmte Zeitschablone an die
Ereignisskette bringt. Und dann hätten
sie irgendwie begriffen, ah, jetzt
verstehe ich eventuell, warum aus
bestimmten kontingenten Ereignissen
jetzt die Kausalität adaptiert wird auf
diese Ereignisetten. Und jetzt verstehe
ich auch, warum Google A von Google B
weggeschossen geschossen wird.
Ähnlich ist verhält es sich mit der mit
der Kategorie der Einheit. Das sind ja
bei bei Kant alles sehr abstrakte
Begriffe, die also Kategorien.
Der reine Begriff der Einheit besagt
zunächst nur, dass etwas als eines
gedacht wird, also als eine kohente
Einheit. Aber sinnlich gegeben ist uns
niemals unmittelbar eine vollendete
Einheit. Wenn ich etwa ein fahrendes
Auto wahrnehme, erhalte ich ständig
wechselnde Sinnesdaten von der von der
Entfernung her, wo ich gerade stehe, wie
mich wie ich mich selber bewege,
unterschiedliche Perspektiven,
Lichtverhältnisse oder ich sehe das Auto
irgendwie später noch mal wieder mein
eigenes etc. Dennoch erfahre ich nicht
viele voneinander getrennte Eindrücke,
sondern ich erfahre ein Auto. Diese
Einheit entsteht nicht passiv aus den
Sinnesdaten selbst, kann ja gar nicht,
die Sinnesdaten liefen mir ja immer nur
einzelne Momente in der Zeit, sondern
durch die zeitliche Synthesis der
Einbildungskraft, also dass die
Einbildungskraft sagt, ah, es ist immer
noch dasselbe Ding in der Zeit, dass ich
da durchhält.
Das Schema ist daher die sukzessive
Zusammenfassung eines mannigfaltigen in
einer Zeitreihe.
Das betrifft dasselbe Beispiel, wie ich
es mit der Melodie schon genannt habe.
Sie können nur eine Melodie erkennen,
wenn die Einbildungskraft, bevor sie
anfangen zu denken, immer schon ihre
ihnen eine Einheit gibt.
Die Zeit vermittelt nicht äußerlich
zwischen Begriff und Anschauung, sondern
sie verwandelt die Kategorien überhaupt
erst in in anwendbare Erkenntnisse. Und
wie gesagt, das entscheidende beim beim
Kant der frühen Kritik der Reinvern
Vernunft ist, dass die Einbildungskraft
noch überhaupt nichts mit dem Verstand
zu tun hat. Sie ist in dem Sinne ein
völlig autonomes Zeitvermögen,
aber Zeitvermögen sozusagen auf
Anschauungsebene.
Einbildungskraft verwandelt die
Begrifflichkeit der Kategorien in
zeitliche Vollzugsform. Sie ist die
transzendentale Vermittlungsdimension.
Sie wir verstehen jetzt vielleicht,
warum die Einbildungskraft eben in der
A-Deduktion einen erstaunlich
fundamentalen Rang besitzt. Sie
erscheint dort als ein ursprüngliches
Vermögen der Synthese,
das der späteren Unterscheidung von
Sinnlichkeit und Verstand bereits
zugrunde liegt.
Ohne die Einbildungskraft gäbe es auf
der einen Seite lediglich ein
ungeordnetes, mannigfaltiges von
Eindrücken und auf der anderen Seite
bloß logische Formen.
Gerade diese starke Stellung der
Einbildungskraft ist für Martin Heidiger
entscheidend. Für ihn ist nämlich die
transzendentale Einbildungskraft die
tiefste Wurzel, die die Endlichkeit des
Menschen offenlegt und zwar eine Wurzel,
die nicht in der Verstandeskraft beruht.
Und sie erinnern sich,
dass wir bei vielen der Autoren gerade
der Neuzeit immer erkannt haben, dass
sozusagen der der die der Geist
Weltverhältnis aus einer Art
Verstandeskraft aufgebaut wird. Denken
sich erinnern sich an die Ideenlehre äh
bei Hum und und John Lock. Äh erinnern
Sie sich und wie auch an Dekart, wenn
Dekart uns naheliegt, wahrnehmen ist
eigentlich eine Form von lesen. Ja,
Wahrnehmen ist eigentlich permanent
Denken, Urteile fällen, aber so schnell,
dass wir es gar nicht erkennen. Jetzt
die Erkanz sagt, nee, nee, Wahrnehmung
ist Einbildung, jetzt nicht
Fantasievermögen, sondern
Einbildungskraft. verstehen ist noch gar
nicht dabei. Jetzt sagt eben Kant äh
jetzt sagt eben Heidiger: "Na ja, wenn
das so ist, dann ist ja die eigentlich
tiefste Wurzel, die uns Subjekte
definiert, nicht das Verstandesvermögen
wie eine bestimmte Tradition der der
Erkennistheorie oder der Philosophie
sagt, sondern ist ja das tiefste die
tiefste Wurzel des Subjekts eigentlich
seine Einbildungskraft
und mit seiner Einbildungskraft seine
seine Abhängigkeit in die in in der
Zeitstruktur und das Hauptwerk von von
Heidiger heißt Kritik da in Vernunft,
haha heißt natürlich Sein und Zeit."
Äh, ich wollte nur ein kleinen Scherz,
ob sie noch alle da sind, äh machen.
Okay, also Einbildungskraft eröffnet den
Horizont innerhalb dessen etwas als
Gegenstand erfahrbar werden kann. Damit
wird die Einbildungskraft bei Heidiger
beinahe zu einem zu einer ontologischen
Grundmacht, die sie mehr bestimmt in
ihrer Existenz als die Verstandigkeit.
Es ist nicht ein bloß psychisches
Vermögen unter anderem, sondern die
ursprüngliche Vermittlung zwischen Sein
und Erscheinung oder zwischen Denken und
Sein. Also was Denken und Sein denken
Sie an die beiden Kreise verbindet, ist
Einbildungskraft, nicht
Verstandestätigkeit.
Wie gesagt, in der Ba-Auflage verschiebt
sich verschiebt sich dieses Zentrum
verschiebt Kant jetzt das Zentrum der
Erkenntnis auf die transzendentale
Aperzeption, also auf die Einheit, des
ich denke. Auch darauf sind wir
eingegangen in einer der ersten
Vorlesung. Sie erinnern sich Kant sagt,
damit überhaupt dieses Zusammenspiel
seiner beiden Erkenntnisquellen
funktioniert und er eben dadurch glaubt,
Empirismus und und Rationalismus
irgendwie verbinden zu können, geht ja
davon aus, dass es ein wie ein
Brennspiegel
eine Art Brennspiegel gibt, dass ich
denke, in dem Sinnlichkeit und
Wahrnehmung zusammenkommen. Das heißt,
objekt jede Form der Objektivität ist
immer an dieses Ich denke gebunden. Es
braucht immer sozusagen eine einen
Brennspiegel
äh in dem beide Quellen zusammen
zusammenkommen. kannt, aber gleichzeitig
sagt, dieses ich denke ist nur eine
reine Formalstruktur. Es ist nicht ein
ein sich selbst transparent
durchschauendes Denken wie bei bei
Dekarts Kogito. Aber sie merken
plötzlich ist sozusagen die oberste oder
die eigentliche Wurzel von Subjektivität
eventuell auf dieser Ebene des ich denke
angebunden oder zu finden.
Die Einbildungskraft erscheint nun
weniger als eigentliche Grundkraft. Sie
ist nun ein Hilfsorgan des Verstandes.
Dadurch wirkt es fast so, als könne die
Einheit der Erfahrung primär logisch
durch das Selbstbewusstsein garantierend
sein. Also durch das Selbstbewusstsein
dieses transzendental der
transzendentalen Perzeption, dass ich
immer schon ein Ich denke annehmen muss,
damit überhaupt erkannt werden kann, ja,
wo wird denn überhaupt Sinnigkeit und äh
Verstandeskraft
zusammengebunden eben in diesem Ich
denke
damit verliert Kant aber auch aus
Heidigers Perspektive etwas
entscheidendes, denn die zeitliche
Kontinuität der Erfahrung ist nicht
einfach ein logischer Akt des Denken.
Sie ist für für Heiliger ein
präreflexiver Vollzug.
Und damit ist auch Zeit jetzt nicht
einfach eine reine Anschauung, ja,
sondern etwas etwas viel
existentielleres
äh für für Heiliger.
Die vorbegriffliche Leistung hatte die
A-Deduktion sichtbar gemacht. Die
Rücknahme genau dieser vorbegrifflichen
Leistung erscheint deshalb
problematisch, weil dadurch die
sinnliche zeitliche Genese von Erfahrung
zugunsten einer stärkeren logischen
Struktur des Bewusstseins verdrängt
wird. Und hier würde eben Heidiger
sagen, dass Kant vor sich selber
zurückgeschreckt ist.
Die A-deduktion da war eigentlich
erkennt die Erkenntnisakte jetzt auch
wieder stark vereinfacht gesagt
irgendwie dynamisch ausgelegt
phänomenologisch radikal, weil die
A-Deduktion zeigte, dass Erfahrung aus
einem zeitlichen Prozess der Synthese
hervorgeht und bei der B-deduktion 1787
macht die Erkennistheorie einen
rationalistischen Sprung.
Das wird deutlich, wenn man erkennt,
dass plötzlich jetzt Kant 1787 eine
Unterscheidung äh aufbaut und zwar eine
Unterscheidung zwischen einer Sy
Synthesis speziosa und einer Synthesis
Intellektuales.
Diese Differenz klingt erst einmal
irgendwie ein bisschen äh trivial, aber
äh sie betrifft eine tiefgreifende
Umstrukturierung äh dieses ganzen
komischen Vermögensgefüges, das Kant und
er gibt. Gibt ja verschiedene Verstande.
Sie haben Sinnlichkeit, Verstand,
Einbildungskraft, Vernunft unter
anderem.
die Synthesis spezioser, man kann es
auch sagen, die die figurative
Synthesis, es ist ja die zweite hier
genannt,
versteht sich in Abgrenzung zur
Synthesis Intellektuales. Was meint der
Unterschied? Die Synthesis
Intellektualis ist die Synthesis, die
der Verstand als solcher leistet, die
reine Verbindung von Begriffen
unabhängig von aller Anschauung. Das ist
die Ebene, könnte man könnte sagen
formaler Logik der reinen Urteilsform.
Wenn ich sage, alle Körper sind
ausgedehnt, vollzieht sich hier eine
rein begriffliche Verknüpfung.
Brauche ich gar keine sinnliche
Anschauung in dem Sinne. Die Synthesis
spezioser, die figurative ist die
Synthesis, die wir jetzt auch schon
kennengelernt haben, die auf Anschauung
ausgeht. Wie erinnern Sie sich an die
Melodie? Sie gibt der Anschauung Figur
Form Gestalt daher spezi lateinisch
spezis spezis Gestalerscheinung. Soweit
klingt das vertraut. Ja, die figurative
Synthesis ist die Leistung der
Einbildungskraft. Aber jetzt die
entscheidende Wendung.
Die figurative die figurative Synthesis
ist zwar diejenige, die die Anschauung
betrifft, aber sie ist eine Wirkung des
Verstandes auf die Sinnlichkeit.
Oder anders gesagt, die Einbildungskraft
ist in B nicht mehr autonom tätig. Sie
ist die Weise, die Verstand auf die
zeitliche Struktur der Erfahrung
einwirkt.
In A in der A Deduktion war die
Einbildungskraft das Mittelglied
zwischen zwei eigenständigen Vermögen.
Jetzt 1787 ist sie jetzt die
Wirkungsweise des Verstandes sein auf
Ausgreifen auf die Sinnlichkeit. Also es
gibt eine Hoheitsinstanz des Verstandes
auf die auf die Art und Weise, wie die
Sinnlichkeit ihre Synthese produziert.
Nehmen wir einfaches Beispiel. Sie sehen
einen roten Apfel auf dem Tisch. In der
A-Terminologie, also A-Deduktion 1781
passiert folgendes. Die Einbildungskraft
läuft durch die sinnlichen Daten
hindurch. Sie sehen verschiedene
Farbnuancen, konturenräumliche Lagen und
verknüpft sie zu einer einheitlichen
Erscheinung noch bevor bevor der
Verstand sagt, das ist ein Apfel.
Die Einbildungskraft ist hier der erste
konzeptuelle Schritt. In der in der
BTminologie verläuft das anders. Der
Verstand initiiert durch die
Einbildungskraft die Synthesis von
Anfang an.
Nicht die Einbildungskraft läuft blind
durch das Mannige und so hat Kant die
Einbildungskraft zuerst a definiert. Es
ist ein blindes Vermögen.
Also nicht die Einbildungskraft läuft
jetzt noch noch blind durch das
mannigwealtige und produziert eine Einh
der Verstand dann reagiert, sondern der
Verstand steuert die Synthesis der
Einbildungskraft durch die Kategorien
von Beginn an.
Und dann haben Sie so eine Art jetzt ein
ausgewechseltes Modell Bottom up oder
Topdown.
Bottom Up wäre Einbildungskraft Sammel
Daten. Verstand ordnet sie nachträglich.
Topdown Modell wäre der Verstand gibt
durch die Einbildungskraft die Ordnung
von vorne rein vor. Die Einbildungskraft
verliert ihre autonome zwischen
Sinnlichkeit und Verstandende
Vermittlungsstellung und wird zu einer
Funktion der vol die vollständig vom
Verstand initiiert und kontrolliert
wird. Und deswegen hier dieses berühmte
Zitat.
B155, also Busgabe 1787. Der Verstand
findet also in dem inneren Sinn
keine solche Verbindung des
Mannigfaltigen, sondern er erzeugt, der
Verstand erzeugt sie, indem er den Sinn
affiziert.
Völlig skuril. Also jetzt soll der
Verstand den Sinn affizieren.
Affektion, da würden wir immer sagen,
also kommt von außen jetzt hat zu sagen,
jetzt jetzt baut hier kein fest so eine
Art hybrides Zwischen zwischen Konzept
des Verstandes. Der Verstand impregniert
quasi den Sinn.
Normalerweise ist Affektion bei Kant
eine Beziehung zwischen Außenwelt und
der Sinnlichkeit. Die Welt wirkt auf
meine Sinnesorgane ein und erzeugt
Erfindung Empfindungen. Affektion ist
ein kausaler Begriff aus dem Bereich der
Rezeptivität.
Nun aber sagt kann, der Verstand
affiziert den inneren Sinn, also unsere
die Art und Weise, wie wir die die
Anschauung vereinen zeitlich. Das heißt,
ein nichtsinnliches Vermögen wirkt auf
ein sinnliches Vermögen ein und erzeugt
eine Verbindung, die der innere Sinn aus
sich selbst nicht hätte. Jefalls nicht
jetzt in dieser Zeitenfassung.
Das ist philosophisch spektakulär, denn
wenn der Verstand den inneren Sinn
affiziert, dann ist meine Erfahrung
meiner eigenen zeitlichen Existenz nicht
einfach ein passives Hinnehmen des
Zeitstroms.
Sie ist durch Verstand, sie ist jetzt
durch spontane Verstandigkeit immer
schon geformt. Und jetzt merken Sie auch
hier, warum Heidiger dann 1727 glaubte
gegen eine ganze Tradition unter anderem
auch Kant irgendwie den Begriff der Zeit
neu begründen zu müssen. bloß weg von
dieser Verstandestätigkeit,
denn Verstandestätigkeit ist immer dann
dann dann ordnen sie die Dinge und auch
den Begriff des Seins eigentlich immer
schon sozusagen informalstrukturen
des etwas etwas zu erkennenden, also
intellektualistisch auf.
Ich
bin ich bin nicht nur ein Wesen, das in
der Zeit ist. Ich bin ein Wesen, das
durch seinen Verstand die Zeit, so wie
sie mir erscheint, miterzeugt.
Und jetzt könnte man auch gleichzeitig
noch behaupten, dass jetzt auf diese Art
und Weise auch für Heiliger das Subjekt
eigentlich immer schon als Objekt
gedacht wird. Also das jetzt auch Kant
im gewissen Sinne das Problem hat. Also,
wenn das wenn die wenn die Grund, wenn
wenn die Wurzel des Subjekts im gewissen
Sinne die Verstandigkeit ist, dann auch
sozusagen, dass das Subjekt gar nicht so
wie Heidiger es uns nah liegt, als ein
in die Zeitlichkeit geworden als eine in
die Zeitlichkeit geworfene Entität ist
und menschliche Existenz für für Kant
wesentlich extatisch ist oder mit Lacon
gesagt hysterisch.
Äh verstehen Sie jetzt, warum warum äh
Heidiger jetzt äh Kant vorwerfen würde,
wenn das sozusagen die Wurzel des
Denkens ist? Na ja, aus was für ein
Subjektbegriff
hat den Kanter nur noch übrig irgendwie
das Subjekt zu denken? Also sicher
nicht, dass was Heidiger versucht zu
denken, nämlich dass das das Subjekt als
ein Dasein, das immer schon in die Zeit
geworfen ist, ohne und der Verstand dann
irgendwie relativ spät auf die Bühne auf
auftritt.
Dann könnte man sagen, dass es in beiden
philosophischen Entwürfen, also sowohl
bei Kant wie auch bei Heidiger jeweils
irgendwie unter zwei im gewissen Sinne
Spaltungen des Subjekt gibt's. Ja, das
haben wir auch schon behandelt. Also bei
Kant hatte ich ihn gesagt, Kant
unterscheidet zwischen diesem reinen
formalen, das transzendentale Ich der
reinen Aberzeption.
ein Ich denkt, das denkt, das ist kein
selbsttransparentes Ich, aber er weiß
natürlich, dass ich mir, wenn ich mir im
im Spiegel begegne oder ein Fotoalbum
durchblätter von mit Bildern von mir,
ich natürlich weiß, ah, da begegne ich
mir als empirisches Subjekt.
Ähm, jetzt hat man trotzdem den
Eindruck, dass bei Kant sozusagen all
dieses die Art und Weise, ich bin zwar
gespalten und trotzdem sozusagen immer
auch in meinem Selbsterkenntnis unter
dieser Prämisse der Verstandestätigkeit
irgendwie ähm unter unter der unter der
Formalstruktur, in der plötzlich der
Verstand irgendwie die primäre Rolle
spielt in meinen Erkennisakten.
Äh bei Heidiger ist das jetzt anders, es
gibt auch eine Art Spaltung, aber in dem
Sinne, dass das Subjekt letztenendes
immer ekstatisch sich in der Zeit
verhält und Zeit etwas ist, das jetzt
nicht der um sozusagen der
Verstandestätigkeit folgt oder einer
Verstandes Struktur, sondern etwas ist,
mit dem das Subjekt gerade nicht rechnen
kann.
Wir sind ja im Zeitalter der
Existenzphilosophie. Ja, und jetzt müss
muss irgendwie Heidiger irgendwie
gucken, wie kriege ich jetzt einen
Zeitbegriff, der der wirklich etwas
Neues in die Debatte bringt? Und jetzt
sagt er: "Ja, der guck doch mal den
Zeitbegriff bei bei Kant. Äh, das kann
es ja wohl nicht sein.
Heiliger interessiert also weniger, wie
Selbsterkenntnis jetzt möglich ist,
sondern was es überhaupt bedeutet, als
Mensch zu existieren. Deshalb spricht er
nicht mehr vom transzendentalen Subjekt,
sondern vom Dasein, hatte ich schon
erwähnt. Und dieses Dasein ist von
Anfang an nicht deshalb mit sich selbst
uneins, weil es sich nicht formal in
dieser formalen Struktur, die Kant uns
gibt, nicht deckungsgleich bringen kann
zwischen dem transzendentalen Ich, das
da denkt und den empirischen
Erscheidungen. So, du das hat weiß Kant
auch,
aber das interessiert nicht Heidiger,
also nicht, dass sozusagen das
transzendentale Subjekt und das
empirische Subjekt nicht eins werden bei
Kant, das ist die die Modernität von
Kant, ja, dass auch er sagt, da gibt's
eine Spaltung,
das interessiert Heidiger nicht.
dass das was kannt das was Heiliger das
Dasein nennt ist von Anfang an deshalb
nicht mit selbst mit mit sich selbst
uneins, weil es sich nicht vollständig
nicht weil es sich nicht vollständig
erkennen kann dann, sondern weil seine
Existenz sich selbst in der Zeit
aufspreizt bzw. das Dasein sich
notwendig immer hinterherläuft.
Es kommt immer zu spät zu seinem
Selbstverhältnis.
Ich bin nie einfach nur das, was ich
gerade jetzt in diesem Augenblick bin.
Ich bin die retrospektive Struktur einer
aus zahlreichen Kontingenzen sich
zusammensetzenden Erfahrung, mit der ich
sprichwörtlich nicht deckungsgleich bin.
Gerade deshalb träume ich z.B. davon,
dass meine nächsten drei Bücher mir
endlich den weltweiten Ruhm zusprechen
werden, der mir eigentlich gebührt. Ähm,
den ich aber aufgrund nicht so guter
Bücher bisher nicht erreicht habe und
bisher immer verpasst habe.
Das macht mich sehr traurig.
Aber sie verstehen, worauf ich hinaus
möchte. Ich lebe auch, wir leben quasi
alle, das ja zu sagen, Heidigers pro
Ernte eines eksttatischen
Existenzbegriff,
indem sie gerade nicht mit der Zeit
rechnen können.
Ich lebe unter anderem, weil ich auf
Projekte und Ziele hinlebe in der
Hoffnung, in diesen Zielen mir endlich
begegnen zu können als derjenige, der
ich endlich sein kann. Und zwar
spaltungslos. Ich bin immer schon und
trotzdem immer noch nicht. Also, ich bin
immer schon und ich bin immer noch
nicht. Und Heiliger nennt diese
extatische Struktur der zeitlich, also
eine nennt diese Zeitstrukturatisch.
Extatisch bedeutet hier nicht begeistert
und entrückt, sondern Wort wörtlich
hinausstehend. Also das Subjekt steht
aus in einer steht aus in seinem
Verhältnis zur Zeit, aber eben immer in
dieser immer in diesem Verhältnis des
der des zu spät kommens. Ich bin immer
schon und immer noch nicht.
Der Mensch steht immer schon über den
gegenwärtigen aus Ausblick hinaus. Er
ist nie vollständig in dem aufzugehen,
was er gerade ist. Dasein ist äh quasi
keine fertig fertige Tatsache, sondern
immer eine Möglichkeit, die sich erst
verwirklichen muss. Äh und wenn sie sich
verwirklicht, hat sie sich nie ganz
verwirklicht.
Man könnte daher sagen, erkannt liegt
die Nichtidentitätes selbst zwischen dem
Erkennend erkennendem und dem erkannten
Ich bee Heidiger liegt die
Nichtidentität tiefer. die betrifft
nicht zuerst unser Erkennen, sondern die
extatische Struktur des Daseins, in der
sie gerade nicht mit der Zeit rechnen
können. Dasein ist seinem Wesen nach
sich vorweg sein, nicht deckungsgleich
mit sich selbst sein, nicht ein Mangel,
sondern die Grundform menschlicher
Freiheit und Zeitlichkeit kann sich nur
daraus ableiten.
vielleicht noch mal abschließend zu
erklären, warum
Kant überhaupt das also das Problem sah
irgendwie, dass äh
eben diese die das äh die die Kritik der
Reinvern Vernunft zu überarbeiten. Das
kann sich daran noch mal zeigen,
insofern wir nämlich in der zweiten
Fassung von 1787 ein Kapitel entdecken,
das gibt's in der ersten Fassung nicht,
nämlich das heißt die Widerlegung des
Idealismus.
Kant war dem Vorwurf ausgesetzt und
wahrscheinlich also von seinen
Zeitgenossen, dass seine erste Auflage
tatsächlich zu einem problematischen
Idealismus neigt. Also Idealismus meint,
dass es dass das Subjekt im gewissen
Sinne seine der Blase seines Denkens
verweilt. Ja, weil wir haben ja einen
starken Anthropozentrismus und kannz
erkenntnis Theorie und sich immer noch
die Frage stellt, na ja, wie gleicht
sich denn das Denken mit den mit den
objektiven Dingen da draußen ab? Bei
Hegel hatten wir gesagt, das Abgleichen
ist müssen wir historisch in einer in
einer Genealogie entdecken.
Aber eben, wenn alle und das ja das
Problem bekannt, wenn alle Strukturen
der Erfahrungen nicht aus dem Subjekt äh
nicht nur aus dem Subjekt kommen,
sondern z.B. aus einer nicht näher zu
bestimmten Einbildungskraft, dann stellt
sich immer noch die Frage, was
garantiert denn die Objektivität unserer
Erkenntnisse?
Oder gibt es bleiben wir eigentlich
immer nur im Bereich unserer sozusagen
unserer Verstandesorien? Und man könnte
sagen ein Vorläufer von Kant, nämlich
der irische Philosoph und Bischof George
Berkley, hat das genauso thematisiert,
indem er sagt, das Sein der Dinke ist
immer nur eingebundene in wahrgenommen
werden. Für Berkley existiert ein Baum
nicht als unabhängiges materielles
Objekt. Der Baum ist viel mehr nichts
anderes als das Bündel von
Wahrnehmungen. Und wenn wir jetzt, wenn
wir das Glück haben, dass auch keine
Ahnung die Aula oder der Vorraum der
Aula noch existiert, wenn wir jetzt äh
nicht hinschauen, äh dann würde dann
würde Börklich sagen äh, dass das nur
deswegen der Fall ist, weil Gott quasi
diesen diesen Vorraum noch im Blick hat,
aber wenn es Gott diesen Gott nicht
gäbe, dann wäre dieser Vorraum im
eigentlichen Sinne nicht da, weil wir
ihn jetzt nicht wahrnehmen. Okay, warum
ich erwähne nicht das? Na ja, weil Kant
tatsächlich eben versucht diesen Vorwurf
abzuwähren, indem er sagt, also die
Einbildungskraft ist nicht so das letzte
Fantasievermögen, dass die
Grundstrukturen der Wirklichkeit
zusammenhält, sondern es ist das ich
denke und die ganzen Kategorien, die
objektiven Kategorien werden von dem vom
ich denke in unsere sinnliche
Anschauungsstruktur immer schon
hineinespeist.
Okay, noch mal ganz kurz, um jetzt am
zum Abschluss noch mal also
zusammenzufassen, was ist jetzt
was welche Konsequenzen zieht Heidiger
daraus, ich habe es jetzt schon mehrmals
erwähnt. Heidiger zieht daraus eine
radikale Konsequenz. Wenn die
Einbildungskraft, die Wurzel sowohl der
Sinnlichkeit, die in der Zeit
strukturiert ist, als auch des
Verstandes ist, dann ist Zeitlichkeit
der ursprüngliche Horizont der Erfahrung
und eben nicht das, ich denke, nicht die
Einheit der Aperzeption.
Die Kategorien sind dann keine
attemporalen, keine intellektuellen
Formen, also die Kategorien bei Kant,
sondern sie sind Zeitformen der
Synthesis. Ihr Spruch Ursprung liegt
nicht in der formalen Logik der Urteile,
sondern in der zeitlichen Synthesis der
Einbildungskraft selbst.
Und eben wie gesagt Heidiger ist der
Meinung, dass das äh das Kant davor
zurückgeschreckt ist.
Deswegen interessiert auch, wenn wir das
jetzt ernst eben, interessiert auch,
wenn es um Fragen der Erkenntnis geht,
äh Heidiger überhaupt nicht die Frage,
die Frage, was macht ein Urteil wahr in
einer Erkenntnis? beispielsweise wie
eine korrespondenztheoretische Frage.
Also was sind die Bedingungen dafür,
dass ein Urteil, dass ich sagen kann,
ich habe Wissen in Bezug auf einen
Urteil über einen Sachverhalt. Heidiger
will uns sagen, dass diese Art sozusagen
des Denkens, wo Denken und Seilen sich
verbinden in der Urteilsstruktur, für
ihn immer schon eine abgeleitete, also
sozusagen viel zu spät eine abstrakte
Form ist, wie das wie Denken und Sein äh
sich im im Rahmen dieser Erkennistheorie
entspalten ä aufspalten oder erläutern.
Er sagt, dieser dieser dieser
Formalstruktur der Erkennisnis geht
immer schon die Erfahrung einer
zeitlichen Geworfenheit oder der
Zeitlichkeit des Daseins selbst voraus.
Eine Zeitlichkeit von von die Sie immer
schon wissen. Also, wenn Sie auf die Uhr
schauen, dann begreifen Sie nicht die
Zeit, indem sie auf die Uhr schauen,
sondern sie wissen, was auf der Zeit auf
der Uhr angezeigt wird, weil sie immer
schon zeitlich wissen, was Zeitlichkeit
ist.
Die Uhr ist eine Abstraktion einer immer
schon vorausgehenden Erfahrung von
Zeitlichkeit
und deswegen interessiert auch Heidiger
in Sein und Zeit jetzt quasi nicht
Kategorien wie wie Kant sie offenlegt
von von der Urteilsstruktur her, sondern
ihn interessieren Kategorien, die
letztenendes genau diese Unverfügbarkeit
des Daseins mit Bezug auf seine eigene
Existenzweise
äh näher analysieren und betreffen. Und
deswegen kommen so plötzlich so
Kategorien wie in der Welt sein, das
Ausgesetzt sein gegenüber einer anonymen
Welt des Mann. Fragen der Angst äh der
Sorge spielen hinein und äh und von dort
von diesen anderen existentiellen
Kategorien äh entwürft dann quasi Kant
seiner Ontologie oder seiner
Epistemologie, aber eben immer ausgehend
davon, weil alle anderen traditionellen
erkennstoretischen Fragen
immer sozusagen eine eine vergessene
Abstraktionsstufe ist, äh der diese
existentielle Zeiterfahrung vorhergeht.
Die Zeit erscheint als eine formale
Applikationsbedingung, nicht als
Urschwung der Kategorien. kann gründet
sie also in dem Sinne bei als
Zeitstrukturen Zeit Entschuldigung Zeit
ist als ein überdeterminierter Horizont
hermenutischer unabgeschlossener aus
Zeit auszulegen also Zeit ist
Zeit verweist uns auf
Bedeutungszusammenhänge, in denen wir
immer schon existenziell eingebunden
sind, immer schon übermin
Überdeterminierungsstrukturen
und verweist uns immer schon auf einen
Prozess der hermeneutischen Auslegung
unserer eigenen unserer eigenen
Existenzweise in einer in einer
letztenendes äh immer immer schon
überdeterminiert und eben nicht klar zu
ordnen Grundstruktur des unseres
Daseins.
Okay, wir haben jetzt noch ein paar
Minuten. Ich glaube, das ist im
Wesentlichen das, was ich Ihnen
beibringen wollte zu Heiliger,
also der Umweg über die Zeit hin zu zur
Zeit als als eigentlichen als
eigentlichen Wurzel äh des Daseins von
von wo aus sich die Welt aufbaut.
gerne ein paar Fragen, die Sie noch
haben.
Ja, genau. Im gewissen Sinne liefert uns
Heidiger ja keine Erkennistheorie im
klassischen Sinne. Ja, weil er sagt, die
Erkenntnistheorie geht eigentlich immer
von einer falschen Abstraktion aus. Ja.
Äh, ich will erstmal wissen, was heißt
wie muss ich überhaupt das Subjekt
verstehen? Ich verstehe das Subjekt als
da sein. Ich verstehe das Subjekt als in
der Welt sein. Ich verstehe das Subjekt
von Praktiken aus.
Und erst und erst aus dieser aus diesem
Zusammenhängen von Praktiken kommt das
Subjekt überhaupt erst zu sich. Deswegen
immer sozusagen diese diese temporale
Zeitstruktur eines zu spät zu sich
selbst kommen. Das sind für ihn die
eigentlich die die eigentlich wichtigen
Kategorien, die ihm zufolge im gewissen
Sinne in der philosophischen Tradition
Tradition nie gedacht wurden, weshalb er
ja an diesem dieses Schlagwort dann
ausdrückt von der Seinsvergessenheit,
weil der Begriff des Seins sich nur aus
dieser existentiellen Form, wie wir
selbst immer schon geworfen sind,
herableiten lässt. Ja, das Dilemma mit
den Strukturen, die der die die unsere
Anthropozentrik als Gattungswesen
hineinbringt, ist ja interessiert ja
Heiliger auch vor dem Hintergrund, dass
die Tradition uns blind macht äh vor dem
Hintergrund quasi der Kontingenz der der
Tradition selbst äh oder uns
Optionsräume raubt, wenn wir die quasi
die Tradition, von der wir herkommen,
die quasi unsere zweite Natur ausmacht,
unhinterfragt äh annehmen und nicht
erkennen, dass auch das Subjekt immer in
dieser Spannung ist selber noch zu sich
selber noch zu wagen in einen
Möglichkeitsraum hinein, den die
Tradition nicht verbergen kann. Das ja
quasi das existenzphilosophische,
ja, der existenzphilosophische Kern.
Also Herr Heidiger möchte uns aufweisen,
das Subjekt ist nicht rückgebunden
an eine in sich kohente Seinsstruktur,
äh sozusagen an einen ein an ein einen
metaphysischen Anfang, ob der bei Gott
liegt oder wie auch immer oder so wie
das Sein Heiliger zufolge in der
Tradition ausgelegt wurde und auch
wieder sehr klischehaft gesagt als ein
Sein des Unterseienden, aber nicht die
sogenannte ontologische Differenz
berücksichtigen, dass der Begriff des
Seins kein Seines ist, weil Aber damit
will sozusagen nur noch mal den
Möglichkeits oder den ektatischen
Möglichkeitsraum des Daseins
wecken. Also das Subjekt ist
überschüssig. Das Subjekt ist
überschüssig seiner Tradition gegenüber
und es ist überschüssig gegenüber den
Begriff des Seins, weil das Sein selber
in dem Sinne nicht statisch ist, sondern
ähm
nicht als ein soll sag nicht als ein
Sein, das als eine in sich geschlossene
Totalität gedacht werden kann. Es ist
nicht so weit von dem entfernt, was wir
am Anfang dieser Vorlesung von Hegel
gesehen gesehen haben, wenn Hegel sagt:
"Substanz ist auch Subjekt." Die
Grundstruktur der Wirklichkeit ist nicht
mit sich identisch, weil es etwas, wenn
es einen Überschuss in dieser
Grundstruktur der Wirklichkeit gibt, die
das Subjekt selbst verbirgt. Und einen
ähnlichen Gedanken haben wir bei
Heiliger, wenn er sagt, das Dasein ist
geworfen, ist immer retrospektiv, es ist
immer aufgespreiz in seine Möglichkeiten
dessen, was es ist und dessen, was es
sein möchte. Es ist, wie gesagt, es ist
immer schon, sie sind immer schon in
ihrem Selbstverhältnis und sie sind
immer im gewissen Sinne zu spät
gegenüber dem, was sie sein wollen.
Und das ist das ist erste Mal natürlich
eine Frage, die eine ganze Tradition vor
überhaupt nicht interessiert hat, aber
die nach dem Krieg irgendwie
eingeschlagen ist und damit eben eine
neue Disziplin eröffnet hat, eben die
Existenzphilosophie.
Ich danke Ihnen. Wir sehen uns nächste
Woche. Bis dann. Ciao!
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