Full Transcript

·YouTLDR

Ästhetik: 8. Vorlesung: Kant (1) "Kritik der Urteilskraft"

50:43GermanTranscribed Jul 28, 2026
0:02

Um Verwirrung zu vermeiden, sei darauf

0:03

hingewiesen, dass Kant auch in der

0:05

ersten Kritik, also in der Kritik der

0:07

reinen Vernunft auch schon von Ästhetik

0:09

spricht, nämlich in der im Kapitel über

0:11

die transzendentale

0:12

Ästhetik, mit der beginnt quasi das der

0:15

der Haupttext des Buches. Aber in der

0:17

ersten Kritik meint Ästhetik etwas

0:19

anderes, nämlich also nicht sozusagen

0:21

die Wissenschaft der sinnlichen

0:22

Wahrnehmung oder nicht die Wissenschaft

0:24

der sinnlichen Wahrnehmung für äh das

0:27

Schöne, für Erfahrung des

0:29

Schönen, sondern es meint die

0:31

Untersuchung von Bedingungen sinnlicher

0:34

Wahrnehmung, die wir annehmen müssen,

0:35

damit wir überhaupt ein Objekt sozusagen

0:38

quantifizieren oder sinnlich wahrnehmen

0:41

können. Und diese Bedingung der

0:43

sinnlichen Wahrnehmung und darum geht's

0:44

in der transzendentalen Ästhetik. Also

0:46

was sind die Bedingungen der Möglichkeit

0:47

sinnlicher Wahrnehmung an dieser dabei

0:50

kommt ja auf Raum und Zeit zu sprechen,

0:53

um deutlich zu machen, dass nur in Raum

0:54

und Zeit überhaupt sinnliche Wahrnehmung

0:56

stattfinden kann. Er nennt das reine

0:58

Anschauung und unterscheidet die dann

1:00

noch von den

1:02

Kategorien. Mit der Kritik der

1:03

Urteilskraft, also der dritten Kritik

1:06

verhält es sich aber anders. jetzt

1:07

interessiert kann nicht mehr nur die

1:09

erkenntnisoretischen Bedingungen von

1:10

sinnlicher Wahrnehmung eben dazu gehören

1:12

Raum und Zeit, sondern sein Ziel ist es

1:14

einen Beitrag zu Fragen der Rezeption

1:16

von Kunstwerken zu

1:19

leisten, aber er tut es auf eine ganz

1:21

andere Art und Weise als Baumgarten es

1:25

tat, denn in der Kritik der

1:27

Urteilskraft, also der dritten von drei

1:29

Kritiken kümmert es kann nämlich nicht,

1:31

ob und wie sinnliche Wahrnehmung zur

1:33

Erkenntnis beiträgt. Das war das

1:34

Hauptmotiv von

1:35

Baumgarten, sondern ihn interessiert,

1:37

unter welchen Bedingungen wir etwas als

1:39

schön

1:40

beurteilen. Es geht um die Bedingungen

1:43

des Geschmacksurteils und das etwas ganz

1:45

anderes als was jetzt Baumgarten

1:46

interessiert hat.

1:49

Denn diese Geschmacksurteile und das

1:51

interessiert kann können die mich von

1:52

Tatsachen

1:53

urteilen, das ist ein Mikrofon und

1:57

moralischen Urteilen lügen. Äh du sollst

1:59

nicht lügen oder der Mensch soll nicht

2:00

lügen, unterschieden werden und dann ist

2:02

die Frage, ja, aber wie unterscheiden d

2:04

sich sich diese verschiedenen

2:04

Urteilsformen

2:07

voneinander? Damit aber verändert sich

2:10

bei Kant tatsächlich die Rolle der

2:11

Ästhetik. Sie ist bei Baumgarten noch

2:14

Teil der Erkenntnislehre. Also insofern

2:15

er sagt, ja, was ist was ist mehr in der

2:17

partikulären Hetzetas der Dinge an

2:20

Wahrheitspotenzial, selbst wenn dieses

2:21

Wahrheitspotenzial nicht propositional

2:23

begrifflich aufgefangen werden kann?

2:26

Es geht eben bei Baumgarten um die

2:27

unteren

2:29

Erkenntnisquellen. Bekannt aber geht es

2:31

um den Bereich der Urteilskraft, also

2:32

sagen, was sind die Eigenschaften, die

2:34

in bestimmten Urteilen über das Schöne

2:36

Anwendung

2:38

finden, nämlich das betrifft eben unsere

2:41

subjektive Empfindung oder diverse eine

2:43

oder eine universale Geltung dieses

2:45

Urteil über das Schöne, was das damit

2:47

bekannt konkret auf sich hat, dazu

2:49

kommen wir noch, wenn wir uns mit der

2:51

mit dem ganz konkret mit dem schönen

2:54

auseinandersetzen. Oder noch einmal

2:55

anders gesagt, Kant interessiert weniger

2:57

die Bestimmung, inwiefern die sinnliche

2:59

Erkenntnis irreduzibel gegenüber einer

3:02

Verstandesnammenhänge ist, sondern er

3:05

möchte wissen, was genau ein Urteil über

3:07

einen schönen Gegenstand von einem

3:08

Urteil über ein Faktum oder ein Urteil

3:10

über einen moralischen Sachverhalt

3:14

unterscheidet. Das bleibt immer noch

3:16

sehr abstrakt, ja, wenn man sich denkt,

3:17

h okay, aber was hat das tatsächlich

3:20

jetzt mit Ästhetik zu tun? Äh und das

3:22

wird jetzt irgendwie gleich noch mal

3:24

deutlicher. Da jedoch einige von ihnen

3:27

Kanzphilosophie noch nicht mehr studiert

3:29

haben, muss ich einen kleinen Umweg

3:31

machen, um nämlich deutlich zu machen,

3:32

warum Kant überhaupt glaubt über über

3:34

eine Kritik der Urteilskraft schreiben

3:35

zu

3:39

müssen. Daher er erst einige einleitende

3:42

Kommentare zu Kant und zu zentralen

3:44

Einsichten, die mit seiner Philosophie

3:46

verbunden sind, damit wir begreifen.

3:47

Okay, also die auch die seine dritte

3:49

Kritik versucht nicht nur etwas über

3:52

Urteile der Schönen zu sagen, sondern

3:54

sie hat auch irgendwie einen größeren

3:56

mit sousagen sie hat eine sie zu

3:58

schreiben hat eine Notwendigkeit, die

3:59

sich aus den ersten beiden Kritiken

4:01

ergibt und das versuche ich Ihnen im

4:02

folgenden

4:06

darzulegen. Man könnte sagen, eine der

4:08

grundlegendsten Einsichten von Kant ist

4:12

der simple Hinweis, dass es überall

4:14

dort, wo wir etwas erkennen, zu einem

4:15

Zusammenspiel von Erkenntniskkräften

4:18

kommt, nämlich einerseits Sinnlichkeit

4:20

und Verstand.

4:23

Dieses Zusammenspiel findet immer dann

4:25

statt, wenn wir etwas verstehen oder

4:27

wenn sich uns etwas in der Welt optisch

4:28

darbiet, taptisch äh oder in Worten.

4:32

Dann höre ich etwas beispielsweise und

4:34

mein Verstand verarbeitet das

4:37

gehört. Also das Zusammenspiel betrifft

4:39

nämlich einerseits unsere sinnliche

4:41

Empfänglichkeit, also unsere fünf

4:43

Sinne und das was unsere fün fünf Sinne

4:47

quasi unserem geistigen

4:49

Bestimmungsvermögen zutragen. Also, wir

4:51

haben unsere fünf Sinne und wir haben

4:52

ein geistiges

4:53

Bestimmungsvermögen, die zwei Quellen

4:55

der

4:58

Erkenntnis. Interessanterweise fällt

5:00

dabei auf, dass wir Menschen als Wesen,

5:02

die Sinneseindrücke haben, letztlich

5:03

immer mit einer unbegrenzten Vielfalt

5:06

sinnlicher Eindrücke konfrontiert

5:08

sind. Das ganz trivial, denn kein Blatt,

5:11

keine Pflanze gleich dem anderen, kein

5:13

Stuhl gleich dem anderen etc. Das heißt,

5:15

wir sind scheinbar immer mit anderen

5:16

Formen und Ansichten der uns umgebenden

5:18

Welt der Erfahrung konfrontiert.

5:21

nichts gleicht dem

5:23

anderen. Kann spricht in diesem Kontext

5:25

auch von einer unbegrenzten sinnlichen

5:27

Mannighaltigkeit, die uns

5:30

umgibt. Aber wir gehen in dieser

5:32

Mannfaltigkeit eben nicht einfach unter,

5:34

sondern wir schaffen es ähnlich wie

5:36

nichtsprachbegabte Tiere das auch tun

5:38

können, nämlich die Welt um uns so zu

5:40

ordnen, dass wir für uns nicht nur aus

5:41

Sinneseindrücken besteht, sondern auch

5:43

aus über die Zeit gleichbleibenden

5:45

Konstanten oder Objekten. Das haben wir

5:47

eigentlich mit Tieren gemeinsam, weil

5:49

auch Tiere lernen mit Objekten natürlich

5:52

umzugehen. Wir erkennen schließlich in

5:54

der Welt vielfältige Dinge und als

5:56

sprachliche Wesen können wir diese Dinge

5:57

und das unterscheidet uns von nicht

5:59

sprachbegabten Tieren eben auch in

6:01

abstrakte Ordnungsklaster eingruppieren

6:04

und uns Gedanken darüber machen und auch

6:06

uns Gedanken über die Gedanken, die wir

6:08

gemacht haben,

6:10

machen. Wir können also unsere

6:12

Anschauung unter Begriffe bringen. Also,

6:14

es gibt sinnliche Anschauung durch

6:15

unsere Sinne. Ganz klar, wir ordnen die

6:17

unter

6:17

Begriffe und können quasi diese Begriffe

6:21

in Begründungsstrukturen

6:23

wiederum bauen, neue Begriffe empfinden

6:25

erfinden, feinere Begriffe und uns

6:27

Gedanken über diese Begriffe machen, ob

6:28

diese Begriffe mit dem sinnlichen Input

6:30

irgendwie gut zusammenstimmen oder

6:32

nicht.

6:35

Wie gesagt, Blätter ähneln sich durch

6:37

Akte der Komplexitätsreduktion, so wie

6:39

Tische sich ähneln und keine Ahnung, wie

6:41

ich ein die Farbe rot eben nicht nur in

6:42

der Schweizer Flagge entdecke, sondern

6:44

auch in einem roten

6:46

Feuerlöscher. Das leistet unser

6:47

geistiges Bestimmungsvermögen. Also

6:49

sonst du sagen, wäre das, was wir

6:51

wahrnehmen, nur ein einziger Flow von

6:52

sinnlichen

6:53

Wahrnehmungen, nur ein Strom von völlig

6:56

unbestimmten Partikularitäten. Der Geist

6:58

ordnet diese Partikularitäten in

7:00

sozusagen in Kluster und als

7:02

sprachbegabte Wesen können wir diese

7:04

Klennen und orden und uns darüber

7:06

Gedanken

7:09

machen. Das funktioniert aber nur, wenn

7:11

eben unsere Erkenntnisse von dem

7:13

Zusammenspiel zwischen Besonderheit,

7:14

also der Mannigfalt des Sinnlichen, vor

7:16

mir ist eine Mannigfahlt des Sinnlichen,

7:18

die ist quasi

7:20

unendlich und einer Allgemeinheit der

7:22

geistigen Ordnung geprägt ist. Also

7:24

unser Erkenntnis braucht dieses

7:26

Zusammenspiel. sinnliche Mannfertigkeit

7:28

und dann die Allgemeinheit des ordnenden

7:30

Denkens.

7:32

Und dabei spielt dann die sinnliche

7:34

Anschauung eine entscheidende Rolle als

7:36

eine von zwei Erkenntnisgränten und

7:38

natürlich unser begriffliches

7:46

Verstandesf. Unsere Erkenntnisse und

7:48

auch die der Kunst müssen immer diese

7:49

Kluft zwischen dem sinnlichen

7:50

Besonderheiten und den geistigen

7:52

Allgemeinheiten überbrücken. Also unsere

7:54

Erkenntnis ist am am angewiesen auf

7:57

diese Kluft.

8:00

Das heißt aber auch, dass wir die uns

8:01

umgebende Wirklichkeit scheinbar nie in

8:03

der epistemischen Fülle all der

8:05

Vielheiten erkennen, die es ja da

8:06

draußen

8:09

gibt. Und deshalb kann man sagen, dass

8:11

die uns umgebende Wirklichkeit kleiner

8:13

ist als die Menge ihrer Teile. Man

8:15

könnte sagen, keine Ahnung, wenn Sie

8:17

hier ein Tier haben, das erkennt

8:18

vielleicht noch mal ganz andere Dinge,

8:20

oder wenn wir einen Sonarrezeptor haben,

8:22

dann hätten wir da noch irgendwie

8:23

könnten wir aus dieser Viel, die es da

8:24

draußen gibt, noch was anderes

8:25

wahrnehmen, was vielleicht eine Flederus

8:27

aus wahrnehmen kann. Können wir aber

8:28

nicht. Wir haben auch nicht so gute

8:29

Nasen, keine Ahnung wie Bären oder

8:31

andere

8:32

Tiere. Das heißt auch auf unsere fünf

8:34

Sinne können natürlich nur das heraus

8:36

Entschuldigung können natürlich nur das

8:39

herausfiltern, was

8:41

ähm was sich innerhalb der Grenzen

8:43

unserer fünf Sinne

8:45

befindet. Also die uns umgebende

8:47

mögliche Möglichkeit ist kleiner als die

8:49

Menge ihrer Teile. Da könnte man sagen,

8:51

ist die Menge ihrer Teile überhaupt

8:52

abzählbar aus oder ist die Menge ihrer

8:54

Teile unendlich?

8:58

Hier quasi liegt ein eine erste zentrale

9:00

These ersten Kritik. hatten wir im

9:01

Seminar, glaube ich, auch besprochen aus

9:03

der Vorräde, wenn ich mich recht sinne.

9:04

Genau. Äh was das alles mit Ästhetik zu

9:06

tun hat, keine Sorge, wir kommen wir

9:08

kommen nach hin. Ich muss nur das

9:09

Problem aufweisen. Also hierin, also

9:10

deswegen schreibt er hierin liegt eben

9:13

das Experiment einer Gegenprobe der

9:14

Wahrheit des Resultats jener ersten

9:16

Würdigung unserer Vernunfterkenntnis A

9:18

priori, also es gibt

9:20

Verstandbegriffe, die Erfahrung möglich

9:22

machen, kommen nicht aus der Erfahrung,

9:24

dass sie nämlich nur auf Erscheinungen

9:26

gehen, die Sache an sich, also die

9:28

Wirklichkeit in ihrer Vielfalt dagegen

9:31

zwar als für sich wirklich, also da

9:32

tatsächlich, wir müssen da annehmen,

9:33

dass da eine Vielfalt ist, die

9:35

unbegrenzt ist, aber von uns unerkannt

9:37

liegen lassen, denn Das was uns

9:40

notwendig über die Grenze der Erfahrung

9:41

oder Erscheinung hinaus zugehen treibt,

9:43

ist das unbedingte und dann spricht

9:45

dazuagen von den Dingen, die wir dann

9:46

trotzdem denken wollen, weil sie jen

9:48

unserer Erfahrung liegen, beispielsweise

9:50

äh Gott Unsterblichkeit und so weiter,

9:53

also metaphysische

9:54

Objekte. Aber das Zitat zeige ich Ihnen.

9:57

Also die Erscheinungswelt ist kleiner

9:59

als die Welt der Sachen an sich oder der

10:01

Sachen an sich.

10:04

Die uns umgebende Wirklichkeit ist

10:05

kleiner als die Menge ihrer Teile und

10:06

das Raster, dass wir Menschen auf die

10:08

sinnlichen Anschauungen legen, liefert

10:10

uns nicht die Natur selbst, liefert uns

10:12

nicht die Sachen selbst oder das Ding an

10:15

sich selbst, sondern die Natur, wie sie

10:18

von unserem Erkenntnisvermögen rezipiert

10:20

werden kann. Ist ja klar, sind alle noch

10:23

an Bord.

10:27

Okay. Kann schreibt dann aber auch noch

10:29

eine zweite Kritik. Also sozusagen das

10:30

wäre die eine Kernthese der ersten

10:32

Kritik.

10:33

Wir erkennen, wir kennen wir erkennen

10:34

objektive Sachen, weil wir alle die

10:36

gleichen Gleisterstrukturen haben, aber

10:38

die Wirklichkeit in ihrer Fülle erkennen

10:39

wir nicht. ob es sie dann wirklich gibt

10:40

oder ob das ein Grenzbegriff ist, se

10:42

dahingestellt. Dann schreibt aber Kant

10:44

noch eine zweite Kritik, denn ihm war

10:46

klar, dass den Menschen nicht nur

10:47

interessiert, was er in der Welt

10:48

erkennen kann, sondern auch wie der

10:49

Mensch handeln muss, also Kritik der

10:51

praktischen Vernunft, zumindest dann,

10:52

wenn er glaubt, ein freiheitliches und

10:54

moralisches Wesen zu

10:56

sein. Unter naturwissenschaftlichen

10:58

Prämissen, die Kant in der ersten Kritik

11:01

sozusagen thematisiert, weil er will ja

11:02

sagen, ist Naturwissenschaft wirklich

11:04

möglich. Ja, und er sagt, ja, es ist

11:05

möglich, weil es geistige abriorische,

11:07

also erfahrungsunabhängige Prinzipien

11:09

gibt. Ist das ist also diese Frage der

11:12

Moralität nur ein begrenztes Thema.

11:14

Kommt auch vor, aber nicht in dem im

11:15

gleichen Maße wie in der Kritik der

11:16

praktischen

11:18

Vernunft. Und das ist ein und also wenn

11:20

es in der ersten Kritik nur eben sag mal

11:22

um nur Naturwissenschaft geht, dann

11:24

merken sie auch, dass sie gleich

11:25

irgendwie ein Problem mit der Freiheit

11:26

haben. Denn wenn sie und ihr

11:28

menschliches ihr Gehirn oder unser

11:29

menschliches Gehirn unter einem

11:30

Mikroskop legen, dann entdecken sie da

11:32

keine Freiheit.

11:34

Sie entdecken dann vielleicht

11:36

Sprachregionen und können dann sagen,

11:38

dass in diesen Sprachregionen ihre

11:39

kognitive Kraft liegt, Urteile zu

11:41

fällen. Aber in diesem Fall wäre ja die

11:43

Freiheit ja wiederum eine

11:44

Natureigenschaft. Das heißt also

11:46

determiniert durch eine Gehirnregion und

11:49

in dem Sinne nicht

11:51

frei. Unser Gehirn ist schließlich wie

11:53

das Gehirn eines Elefanten ein

11:54

Naturprodukt und wenn sie die

11:55

Schädeldecke aufdrücken, finden Sie

11:56

darin natürlich ein Naturprodukt und

11:58

keine Freiheit.

12:01

K weiß um das Problem erlöst es, indem

12:03

er behauptet, dass Freiheit zwar nicht

12:04

naturwissenschaftlich bewiesen werden

12:06

kann, aber doch moralphilosophisch

12:08

postuliert werden muss. Schließlich ruht

12:10

unser ganzes Moral- und Rechtssystem auf

12:12

der Prämisse, dass wir Menschen ab einem

12:14

bestimmten Alter für unsere Handlung

12:15

verantwortlich

12:17

sind. Und nicht nur das Kant behauptet

12:19

darüber hinaus den Primat der

12:21

praktischen Vernunft. Also, es gibt eine

12:24

eine höhere Bedeutung der praktischen

12:26

Vernunft über die theoretische, so als

12:29

wolle er unter allen Umständen

12:30

vermeiden, dass man ihn als materiellen

12:32

Reduktionisten bezeichnen könnte. Also

12:34

so über überspitzt formuliere ich das

12:36

jetzt

12:37

mal. Und der Hinweis auf die

12:39

Vorherrschaft der praktischen Vernunft

12:41

ist auch nachvollziehbar, da es ja

12:42

ansonsten zwei Vernunft Vernünfte gäbe,

12:45

ja, eine theoretische und eine

12:47

praktische. Klingt irwi klingt irgendwie

12:48

nicht gut. Ja, wir haben doch wir sind

12:49

doch wir denken doch mit einer Vernunft.

12:51

Ich bin ja nicht

12:54

Schizophren. Und trotzdem könnte man

12:56

sagen, ja, bekannt es ist, bleibt der

12:57

Mensch fast ein bisschen schizophren

12:58

zurück.

13:01

Spekulative Erkenntnis, theoretische und

13:03

praktische Vernunft können eben nicht

13:05

irgendwie wie nebeneinander

13:08

bestehen. Der spekulativen Vernunft,

13:10

aber untergeordnet zu sein, kann man der

13:12

reinen praktischen Vernunft gar nicht

13:14

zumuten. Also der spekulativen Vernunft,

13:18

aber untergeordnet sein kann man der

13:19

reinpraktischen Vernunft gar nicht

13:21

zumuten, weil alles Interesse zuletzt

13:22

praktisch

13:23

ist und selbst dass der spekulativen

13:25

Vernunft nur bedingt und praktischen

13:27

Gebraucher allein vollständig ist.

13:31

Nun hat also Kant zwei Bücher

13:33

geschrieben. Im ersten Buch, das den

13:34

Bereich der theoretischen Philosophie

13:35

zugesprochen wird, geht es um eine

13:37

Philosophie theoretische Kritik, wie die

13:40

menschlichen Erkenntnisbedingungen

13:42

aussehen. Wie gesagt, zwei Quellenlehre.

13:45

Und im zweiten Buch, das Philosophie

13:47

praktisch ist, geht es um die Frage, ob

13:48

und wie wir Menschen moralisch handeln

13:50

sollen oder handeln

13:55

können. Kant kommt dann dabei, also bei

13:57

der zweiten Kritik auf ein objektives

14:00

moralisches Gesetz zu sprechen, das den

14:01

Menschen nicht als ein rein pragmatisch

14:03

denkendes Wesen auslegt oder jetzt nicht

14:05

nur als ein Naturwesen auslegt, sondern

14:08

eben als ein Freiheitswesen auslegt. äh

14:11

das tatsächlich aufgrund von einer

14:13

moralischen ein Einsichtskraft

14:14

tatsächlich fähig ist, sagen wir mal

14:16

das, was Kant das Faktum der Vernunft

14:18

nimmt, zu verwirklichen. Also wir sind

14:19

eben nicht nur Tiere äh sondern wir sind

14:23

freiheitliche Wesen kann nennt das wir

14:24

sind Bewohner zweier Welten, also ein

14:26

ein phänomenaler Bereich, ein

14:27

sogenannter nominaler Bereich. äh und

14:31

auf diese Art und Weise versucht er zu

14:33

sagen, okay, also ich spreche nicht über

14:34

zwei Vernunftformen, ich spreche

14:35

eigentlich über eine, äh aber ich muss

14:38

aber dennoch spreche ich gleichzeitig

14:39

doch über zwei, äh aber die eine ist

14:41

höher zu bewerten als die andere.

14:45

Das heißt, Kant hat trotzdem ein Problem

14:47

und das ist gerade für die wie die

14:48

Nachkant Jana ist ein sehr großes

14:50

Problem, weil sie Kant wie Mosels

14:52

Mendels und sagen wird als den alles

14:55

Zamalmer

14:57

darstellen. ein schönes Wort auch eben

14:59

von Mendelson habe ich aber auch bei

15:01

Herder mal gelesen, denn seine also wie

15:04

gesagt, sie sehen das Problem, denn

15:05

seine theoretische Philosophie ist

15:07

trotzdem nicht mit seiner praktischen

15:09

Philosophie einfach kompatibel und das

15:12

zeigt sich an dem simplen Hinweis, dass

15:13

wir kannzufolge tatsächlich nie ganz

15:15

sicher sein können, ob wir Menschen

15:16

wirklich dem moralischen Gesetz, dessen

15:19

Einsicht für Kant Bedingung menschlicher

15:21

Freiheit ist, folgen, wenn wir

15:22

beispielsweise jetzt auch auf einem auf

15:25

der Straße einem Obdachlosen einen

15:26

Almosen geben, dann Dann kann es sein,

15:28

dass wir das nicht aus dem reinen

15:30

moralischen Gesetz tun, sondern weil wir

15:31

dann gutes Gefühl haben möchten und dann

15:33

wäre wäre wäre quasi dann hätten wir z

15:35

eine gute Handlung, aber das

15:36

Motivationsvermögen wäre nicht das

15:38

Richtige gewesen für Kant. Und wir

15:39

wissen im gewissen Sinne nie, ob wir

15:41

tatsächlich das reine moralische Gesetz

15:43

äh also befolgen können, äh weil wir uns

15:47

in dem Sinne selber nicht transparent

15:49

sind.

15:52

Dann wäre aber die Motivation eben in

15:54

diesem Fall des Obdach des des

15:56

Almosengebens eine falsche. Wir würden

15:58

aus Eigeninteresse eher Almosen schenkt

15:59

nicht aufgrund moralischer

16:03

Gesetze. Kant glaubt seiner Perspektive

16:05

trotzdem das Problem gelöst zu haben

16:07

durch das im Zitat erwähnte Primat der

16:09

praktischen Vernunft.

16:12

Und auf praktischer Ebene muss man Kant

16:13

hier wirklich recht geben. Stellen Sie

16:15

sich vor, Sie gehen zur Bahnhofsmission

16:16

und verkünden die Relativität der guten

16:18

Handlungen oder oder sie würden vor

16:20

Gericht stehen und sagen, ja, ich bin

16:21

irgendwie in Naturwesen, ich bin ja gar

16:22

nicht frei. Insofern können sie mich gar

16:24

nicht beurteilen. Sie merken, äh man man

16:26

würde sie nicht wahrnehmen können. Das

16:27

Gericht wird sie trotzdem verurteilen

16:29

oder man oder wenn sie alle guten Werke

16:31

in Frage stellen werden im Sinne von ja,

16:32

das sind wahrscheinlich doch alles nur

16:33

tierische Reaktionen, stehen sie als

16:35

Zyniker da.

16:39

Von hier liegt sich also theoretisch

16:40

gesprochen tatsächlich die Normativität

16:43

nah, die die Kant vertreten muss, damit

16:45

seine Vernunft nicht in verschiedene

16:46

Vernunftformen auseinanderbricht und

16:47

sozusagen schizophren wird. Und trotzdem

16:49

muss man sagen, dass das Problem

16:50

bestehen bleibt und zwar, weil das von

16:52

Kant erwähnte Primat der praktischen

16:54

Vernunft der selbst wiederum eigentlich

16:55

nur so etwas wie eine Art Postulat ist.

16:58

Es kann nicht wissenschaftlich bewiesen

16:59

werden. Er muss es also er muss es ist

17:02

eine Art Dogma.

17:05

Es begründet sich zirkulär. Es kann ja

17:07

nicht über die theoretische

17:08

naturwissenschaftliche Vernunft also

17:10

begründet werden. Es ist es ist es ist

17:12

zirkulär. Es ist es ist ein es ist eine

17:15

Selbstsetzung. Zwar pragmatisch

17:17

nachvollziehbar, aber es ist eine

17:18

Selbstsetzung. Es begründet sich

17:20

zirkulär, das heißt aus seiner eigenen

17:21

Perspektive, der Perspektive der

17:23

praktischen Vernunft. Diese ist ja nicht

17:25

theoretischer, sondern funktional

17:27

pragmatischer Art. Aber das moralische

17:29

Gesetz verbleibt eben in diesem Sinne

17:30

auf dem Status einer

17:32

Idee. Selbst wenn Kant behauptet, dass

17:34

es das gerade nicht ist, sondern

17:36

unmittelbarer Ausdruck des moralischen

17:38

Gesetzes in uns selbst.

17:43

Das Faktum der Vernunft soll aber für

17:45

Kant gerade keine Idee sein, weil es

17:48

keine kein regulativer Begriff ist, wie

17:50

andere Ideen Gott, Welt Seele und es

17:52

soll auch kein Postulat sein wie

17:55

Unsterblichkeit, weil es nicht

17:57

angenommen werden muss, sondern weil er

17:59

behauptet, dass es gegeben ist, das

18:01

Faktum der Vernunft.

18:03

Aber als Gegebnis ist es natürlich doch

18:08

postuliert. Insofern versteht man auch

18:10

eine Kritik von Habermaß und Apel, die

18:13

sich genau mit diesem Faktum der

18:14

Vernunft sozusagen als eine subjektive

18:16

Eigenschaft des Menschen kritisch

18:18

auseinandersetzen, weil sie der Meinung

18:20

sind, das Faktum der Vernunft hat nichts

18:23

mit dem der subjektiven Bestimmung des

18:25

Menschen und seiner Abhängigkeit von

18:26

Faktum der Vernunft zu tun, sondern mit

18:28

dem Menschen als einem dialogischen

18:29

Wesen und dann kommen sie plötzlich von

18:31

Faktum der Vernunft als eine subjektive

18:33

Eigenschaft des des einzelnen Menschen

18:35

zum Zur Diskursethik, die dann sagt, das

18:37

Faktum der Vernunft hängt an bestimmte

18:40

Diskursprämissen, ist nicht mehr

18:41

individuell, sondern quasi

18:42

intersubjektiv.

18:46

Sie werden das für ein marginales

18:48

Problem halten, aber tatsächlich hatte

18:49

ich vor einigen Wochen ein Kollege mit

18:51

einem Kollegen äh von einer anderen

18:54

Universität genau über diese Frage einen

18:56

riesigen Streit, der dazu führte, dass

18:59

wir uns jetzt nicht mehr zum Geburtstag

19:03

gratulieren. Und zwar war das Problem,

19:05

dass ich in der in einer Seminarsitzung

19:07

tatsächlich darauf hinwies und in der

19:09

Seminarsitzung ging es um um KZ

19:11

Autonomiebegriff und dann wies ich

19:13

darauf hin, dass Kant diesen

19:14

Autonomiebegriff ja irgendwie spaltet,

19:16

also irgendwie aufweiß, dass es zwei

19:17

verschiedene Kritik Formen gibt oder

19:19

zwei zwei

19:22

Vernunftformen. Und äh der Kollege warf

19:24

mir deswegen vor quasi diese die

19:26

Studenten nicht mit dieser These

19:28

konfrontieren zu müssen, weil wir sie

19:30

wir ich muss sie ja stärken im Leben.

19:33

Ja, ich muss Ihnen ja ich muss ihn ja

19:34

sozusagen auf die Schulter klopfen und

19:37

im Sinne von gehen Sie mal, Sie sind ein

19:39

autonomes Wesen und also sie merken es

19:41

sei unverantwortlich diese diese These

19:44

äh zu stark zu machen, weil man den

19:47

Eindruck hat, also Kant will will ja

19:49

eigentlich doch die Vernunft irgendwie

19:50

retten und zu sagen, ja, die die

19:51

Autonomie ist und wir gar nicht zu

19:52

sagen, bei Kant in sich gespalten äh

19:56

wäre in dem Sinne unverantwortlich.

19:58

Also, es war wirklich ein ziemlich

20:00

interessanter Streit.

20:03

Äh, ich erwähne das äh nicht, weil ich

20:05

hier vielleicht im Unrecht war und mein

20:06

mein mein Kollege im Recht, sondern weil

20:08

hier wirklich etwas ernstzunehmendes

20:11

Auftritt, als hier, dass hier wirklich

20:12

ein Problem ist, mit dem Kant uns

20:14

konfrontiert

20:16

äh und das tatsächlich Kant eigenes

20:18

System irgendwie an die Grenzen der der

20:21

Kohenz bringt. Und ich meine These oder

20:24

zu sagen, ich würde sagen, dass Größe

20:27

darin darin liegt, dass ihr dieses

20:29

diesen Konflikt nicht löst.

20:32

und zwar ganz bewusst nicht löst, weil

20:33

dieses Konflikt quasi vom der dieser

20:35

Konflikt quasi vom Subjekt selbst

20:36

irgendwie gelöst werden muss. Also es

20:38

gibt sie haben keine Garantie, ich

20:40

überspitze es jetzt ein bisschen, sie

20:40

haben keine Garantie, sie haben kein

20:42

Urheberrecht auf ihre Autonomie.

20:45

Die Autonomie ist selber eine Frage, die

20:47

sich die Sie sich stellen

20:50

müssen. Aber eben Sie sehen das Problem

20:52

Kant liegt uns einerseits nah, dass

20:53

Freiheit jenseits unserer Grenzen der

20:55

Erkenntnis liegt und sie im Sinne und in

20:57

dem Sinne nur ein Postulat ist und in

20:59

der Kritik der praktischen Vernunft wird

21:00

sie ein Faktum der Vernunft, aber sie

21:02

bleiben bei dem Problem, sie kriegen

21:04

ihre Freiheit nicht unter ein unter ein

21:05

Mikroskop. Da da finden sie nur ein ein

21:09

Naturjekt ihr ihr Gehirn.

21:13

Das heißt aber auch, dass diese dass das

21:15

kantische

21:16

Subjekt und ich möchte behaupten, dass

21:18

es das mustergültige Subjekt der

21:20

Freiheit im Reich der Freiheit

21:22

ist. Also ich fühle ja Kant ein, um sie

21:25

einzuführen in das Reich der

21:27

Freiheit. Und ich würde sagen, die

21:29

Freiheit von er kann spricht, Hand hat

21:31

etwas mit diesem Problem zu tun, das im

21:32

Zentrum seiner Theorie ist.

21:36

Also das nämlich das Subjekt der

21:38

Freiheit im Reich der Freiheit ist in

21:41

dem Sinne immer jenseits dieser Welt,

21:44

aber eben nicht als als Phänomen und

21:46

irgendwie sozusagen auch nicht als

21:47

Garantie, sondern eher als eine Art

21:48

Idee. Aber die Idee muss das einzelne

21:50

Subjekt in dem Sinne verkörpern.

21:54

Sie erinnern sich vielleicht noch einmal

21:55

an meine These zu den Höhlenmalereien

21:57

von Lasco, wo ich darauf hingewiesen

21:58

habe, dass das Subjekt hier so etwas wie

22:01

eine Art transzendentale Blickrichtung

22:03

auf die Welt

22:05

verkörpert. Es ist kein klassisches

22:07

Objekt unter Objekten, sondern mit

22:09

Witgenstein sagt eine Grenze zur Welt.

22:11

Also das Subjekt ist immer eine Art

22:13

Grenze zur Welt.

22:16

Und ich würde sagen, das das begegnet

22:17

uns bei Kant auch eben bei die Grenze

22:19

unter anderem schon an der an der quasi

22:23

an der Bipolarität zwischen

22:25

theoretischer Philosophie Natur und

22:27

praktischer Philosophie Freiheit

22:30

auftaucht. Das kantische Subjekt kann

22:32

nicht selbst Objekt seiner eigenen

22:33

Erkenntnis sein und das kann auch nicht

22:35

selbst Objekt seiner seiner Moralität

22:37

werden. Das könnte nur aus

22:39

Gottesperspektive, so wie das Auge sich

22:41

selbst nicht quasi in seinem im

22:43

Gesichtsfeld sehen kann. Das Subjekt

22:45

erscheint bekannt demnach nur indirekt

22:47

als Lehrer Ort der Möglichkeit als

22:48

strukturelle Bedingung, nicht als

22:50

phänomenale Gegebenheit. Oder man könnte

22:52

auch sagen, es begegnet uns im gewissen

22:53

Sinne aus seiner Negativität heraus.

22:56

Aber scheinbar hat diese Negativität

22:57

etwas mit der Freiheit zu tun. Und da

23:00

merken Sie schon, Freiheit ist hier

23:01

nicht irgendwie Wahlfreiheit im Sinne

23:02

von ess ich jetzt Nutella oder Marmelade

23:05

am Morgen. Ja, daran beweist sich nicht

23:06

ihre Freiheit. ja, zu sagen, dass das

23:08

wäre irgendwie das da daran entscheidet

23:10

sich irgendwie welche Vorlieben sie

23:12

haben, ja, oder was was ihnen sinnlich

23:14

gefällt, aber jetzt noch nicht zu sagen,

23:15

die Freiheit im Kantischen

23:21

Sinn. Also deswegen noch mal, also die

23:23

es gibt eben deswegen diese

23:25

Inkompatibilität zwischen der ersten

23:27

Kritik und der

23:29

zweiten. Sie impliziert für Kant nicht,

23:31

dass wir unseren Glauben an das

23:33

moralische Gesetz aufgeben dürfen.

23:35

Gerade nicht. Also selbst wenn das

23:37

moralische Geselb nicht nicht

23:38

naturwissenschaftlich bewiesen werden s

23:40

kann, sind sie umso mehr auf

23:42

aufgefordert sozusagen sich der Frage,

23:43

ob es das gibt und ob sie dafür ein

23:45

Stellvertreter sein wollen in dieser ja

23:48

chaotischen Welt kurzusagen die Frage

23:50

auf sie

23:52

zurückfällt. Aber es heißt doch, dass

23:54

wir nicht eben mit erkennstoretische

23:56

wissenschaftlicher Erkenntnis, also mit

23:57

der Erkennisk der Essenkritik unser

23:58

Handelt als freiheitlich und moralisch

24:00

bewiesen ansehen

24:02

können. Und doch ist es auch eine

24:04

philosophische Katastrophe. Das kann die

24:06

eben wie gesagt dieses dieses Urteil

24:07

fällt unter anderem, weil die

24:09

traditionelle Philosophie immer darum

24:11

bemüht war und das ist sie bis heute ein

24:13

einheitliches sich nicht

24:15

widersprechendes philosophisches System

24:17

zu entwerfen und die Kantianer die quasi

24:20

Postkantianer arbeiten sich genau daran

24:22

ab von Fichte Überschellung bis bis

24:26

Hegel aber sie sehen bisschen die

24:28

Modernität also die Nachkantianer werfen

24:29

Kant also auch wiederum sehr überspitzt

24:32

vor ein nichteinheitliches System

24:34

überliefert zu haben.

24:36

Und die Stärke von Kant würde ich sagen,

24:37

besteht daran gerade das nicht geleistet

24:39

zu haben, sondern sozusagen ein ein

24:41

unvorständiges System hat stehen stehen

24:44

gelassen zu

24:46

haben. Aber Kanzmodernität liegt eben

24:48

darin mit diesem Anspruch zu brechen,

24:50

also ein einheitliches System zu

24:51

bringen. Das jetzt meine Interpretation.

24:54

Man kann nicht sagen, dass er sich

24:55

dessen bewusst ist, weil natürlich er

24:57

auch wieder darum ringt, dieses System

24:59

kohent zu machen. Aber ich habe den

25:00

Eindruck, es gelingt ihm am letztenendes

25:01

nicht.

25:04

Mit anderen Worten gesagt, Kant

25:06

etabliert zwei grundlegend

25:07

unterschiedliche Bereiche der Vernunft.

25:08

Also er würde das nicht so sehen. Ja,

25:10

aber jetzt sehen wir mal, also wenn alle

25:12

K Postkan ein Problem mit Kant haben,

25:14

dann hat Kant etwas nicht gesehen, was

25:15

die anderen aber in dem

25:16

sagen. Also zwei scheinbar

25:18

unterschiedliche Vernunftbereiche, erste

25:21

und zweite

25:22

Kritik. Der erste Bereich theoretische

25:25

Vernunft. Er versucht den Erkenntnissen

25:26

der Naturwissenschaft eine Grundlage zu

25:28

geben und so weiter, Bedingung der

25:30

Möglichkeit von Erfahrung zu etablieren

25:33

äh und gleichzeitig äh Fragen der

25:35

Metaphysik döffnen, aber eben immer

25:37

unter dem Begriff, was von von welchen

25:40

Grenzen aus können wir diese

25:41

metaphysischen Fragen denn überhaupt

25:42

stellen? Und er will ja diese Fragen

25:44

retten. Er will ja nicht sagen, dass wir

25:45

uns nicht mit Gott Unsterblichkeit,

25:47

Seele Welt und wie nicht beschäftigen

25:48

soll. Da wir sagen, nee, wir müssen uns

25:50

damit beschäftigen, aber eben unter

25:51

meinen aufgewiesenen Erkenntnisgrenzen.

25:54

Und dann quasi der zweite

25:56

Bereich, den der Bereich der praktischen

25:58

Vernunft, Moralität, Freiheit, der uns

26:00

nahelegt, dass wir nur dann unsere

26:02

Freiheit glauben, also wenn wir an der

26:03

fest an der Idee festhalten, tatsächlich

26:05

das moralische Gesetz so ein bisschen

26:07

wie Jesus das Kreuz in diese Welt tragen

26:09

zu

26:11

müssen. Aber eben sie sie merken, das

26:14

ist das Problem. Kein Wunder also wenn

26:16

Kant kein Wunder kein Wunder also wenn

26:19

Kant tatsächlich zu den Spitznamen von

26:21

Mendelsohn bekam der alles zermaler zu

26:24

sein. Die Selbstbehauptung bzw. die

26:27

Selbstermächtigung des Subjekts durch

26:28

kann scheint sich irgendwie gegen sich

26:30

selbst zu

26:31

richten. In theoretischer Philosophie

26:33

provoziert erkenntnis anscheinend die

26:34

Auslöschung einer objektiven Welt.

26:37

Erinnern Sie sich von den Grenzen her

26:38

kann ich nur die Welt an der Erscheinung

26:40

erkennen, nicht die Sachen da an sich

26:43

hinter den Erscheinungen. Ja. Ich ich

26:45

kann ja nicht ich schaue ja jetzt nicht

26:46

aus der Gottesperspektive hier auf

26:48

diesen Hörsaal, sondern nur aus der aus

26:50

der Perspektive eines Menschen. Ein Hund

26:53

würde hier was vielleicht was ganz

26:54

anderes sehen, ein Engel vielleicht auch

26:56

und ein Alien eventuell

26:58

auch. Das heißt also scheinbar

27:01

Auslöschung der objektiven Welt auf

27:03

theoretischer

27:04

Ebene. Und jetzt das Problem, dann haben

27:06

wir die praktische Vernunft. Da

27:08

behauptet aber Kant, wir müssen dem

27:10

moralischen Gesetz folgen. Das heißt,

27:12

wir sind frei, aber sie wir sind

27:13

eigentlich zwanghaft frei. Wir müssen ja

27:15

dem moralischen Gesetz folgen. Und sie

27:19

merken, das ist echt irgendwie, was ist

27:20

den das für eine Theorie? Ja, so auf der

27:22

theoretischen Ebene ist die Welt nicht

27:23

da. Auf der zweiten Ebene bin ich frei,

27:25

aber ich muss, ich bin zwanghaft frei.

27:28

Ähm und und das ist das Zeitgenossen

27:31

Kant alles schon

27:34

aufgefallen. Und gerade diese letzte

27:35

Frage, also wie kann ich frei sein und

27:37

zwanghaft frei wird Schille auf den Plan

27:39

rufen, weil er sagt, das kann doch nicht

27:40

sein, wir müssen doch frei, wir müssen

27:42

doch sozusagen mit Anmut anmut und Würde

27:44

frei sein oder aus dem berühmter

27:47

berühmter Aufsatz von von Schiller. ähm

27:50

groß, aber wirklich eine Kantexperte,

27:52

zumindest was die praktische Philosophie

27:55

betrifft. Also nun, ich erwähne das, um

27:57

Ihnen aufzuweisen, dass Kant eben der

27:59

alles Zermal ist, aber auch selbst das

28:02

Problem

28:03

erkannte, dass eben Natur und Freiheit,

28:07

also theoretische Philosophie und

28:08

praktische Philosophie letztenendes

28:10

relativ stark voneinander getrennt

28:12

wurden und er jetzt das Problem

28:14

hat, diese Kluft zu kitten. Und jetzt

28:19

kommt die dritte Kritik ins Spiel, die

28:20

Kritik der Urteilskraft.

28:24

Wenn Kant also nun eine dritte Kritik

28:25

schreibt, so hofft er eine Theorie zu

28:27

entwerfen, die von ihm aufgerissene

28:29

Kluft zwischen Natur an

28:31

Naturwissenschaft theoretisch und

28:33

Freiheit ansatzweise zu

28:35

überwinden. Sie sehen also, worum es

28:37

hier geht, um nichts weniger als den

28:39

Versuch, ein scheinbar inkompatibles

28:40

System irgendwie zu kitten, also selbst

28:42

wenn Kantes nicht behaupten würde, dass

28:43

es inkompatibel sei, oder so umzudrehen

28:47

oder umzudeuten, dass die Spannung

28:48

zwischen theoretischer und praktischer

28:50

Philosophie sich auflöst. Und dabei

28:51

wird, wie wir sehen, kannst

28:52

Urteilstheorie über das Schöne eine

28:54

besondere Rolle spielen. Eine

28:55

Urteilstheorie, die sich speziell mit

28:57

dem sogenannten Naturschönen

29:00

beschäftigt. Und trotzdem kann man

29:02

bezweifeln, äh, dass das Kant gelungen

29:04

ist. Ich habe ja ein Zitat entdeckt von

29:05

Schopenhauer, der behauptet, gerade die

29:08

dritte Kritik sei ein völlig heterogenes

29:10

Werk. Das zerfällt nämlich in zwei

29:12

Teile. Einmal eine Art sozusagen

29:14

transzendentale Lehre der Teleologie und

29:16

andererseits in eine Theorie quasi über

29:18

das Schöne und über das Erhabene und

29:20

Schukm aus der Meinung, also das ist ein

29:22

völlig heterogenes Buch. Äh und soll

29:26

damit will ich ihn nur deutlich machen,

29:28

äh dass nicht alle überzeugt sind, dass

29:30

Kant das gelungen

29:33

ist. Okay, kommen wir direkt zur äh

29:36

Kritik der Urteilskraft.

29:40

Kant. Sie haben noch Kraft oder? Ja,

29:42

weil wir haben noch eine gute viertel

29:44

gute 25

29:49

Minuten.

29:51

Also Kant geht in diesem Werk so vor wie

29:53

immer, also als Transzendentalphilosoph,

29:56

indem er eine sogenannte transzendentale

29:58

Untersuchung anstellt und zwar in

29:59

Anbetracht der Frage, was wir meinen,

30:02

wenn wir behaupten, ein Gegenstand sei

30:05

schön. Was ist noch mal eine

30:07

transzendentale Erklärung? hier noch mal

30:10

anprojiziert. Sie versucht notwendige

30:12

Bedingungen aufzudecken, die bestimmten

30:15

Urteilen, die wir Menschen fällen

30:16

zugrunde

30:18

liegen. Das ist so trivial wie es sich

30:21

anhört. Also welche auf welche

30:22

Bedingungen komme ich, wenn ich Urteile

30:24

über Sachverhalte, moralische Urteile

30:25

oder Urteile über das schöne Fälle?

30:30

Wir haben demnach quasi drei

30:32

verschiedene Kritiken mit drei

30:34

verschiedenen

30:35

Erkenntnisvermögen. Während die erste

30:37

Kritik primär sich mit dem Verstand

30:38

beschäftigt, die zweite mit dem Vermögen

30:40

der Vernunft, als dem Vermögen der

30:41

moralischen oder als Vermögen der Ideen

30:44

geht es in der dritten Kritik um die

30:46

sogenannte Urteilskraft. Genauer gesagt

30:48

um die reflektierende Urteilskraft.

30:52

Was damit gemeint ist, erklärt sich am

30:54

leichtesten, wenn man die sogenannte

30:55

reflektierende Urteilskraft von der

30:57

bestimmenden Urteilskraft

31:01

unterscheidet. Ganz allgemein besagt,

31:04

verweist der Begriff der Urteilskraft

31:06

auf die Fähigkeit, das Besondere als

31:08

enthalten unter dem Allgemeinen zu

31:10

denken ist ganz trivial, also ist

31:12

überhaupt nicht komplex.

31:15

Bestimmend verfährt die Urteilskraft,

31:17

wenn das Besondere unter ein allgemein

31:19

gegebenes Allgemeine äh subsumiert wird.

31:26

Was diese Urteilskraft, die bestimmende

31:27

von der Reflektierenden unterscheidet,

31:29

ist tatsächlich die Fähigkeit

31:32

quasi ein partikuläres unter ein noch

31:34

nicht gefundenes allgemeines zu

31:36

subsumieren. Also dazu sagen, da bauen

31:38

sie im gewissem Sinne einen neuen

31:39

Begriff aus allgemeinen Erfahrungen.

31:42

Also es gibt eine bestimmende

31:42

Urteilskraft und es eine gibt eine

31:44

reflektierende

31:45

Urteilskraft. Ich muss, um Ihnen ein

31:48

Beispiel zu geben, bei der sinnlichen

31:51

Wahrnehmung meines Autos auf der Straße

31:52

nicht erst erklären, was der was der

31:54

Gegenstand, der vor mir steht irgendwie

31:57

ist, weil ich meine sinnliche

31:59

Wahrnehmung gleich unter dem Begriff

32:01

Autosubsumiere. Also jetzt auch wieder

32:03

sehr vereinfacht

32:05

gesagt. Bei der reflektierenden

32:07

Urteilskraft ist aber das Allgemeine,

32:09

also der Begriff, mit dem ich etwas

32:10

partikulares partikuläres zu bestimmen

32:13

versuche, eben in dem Sinne noch nicht

32:14

gegeben. Da würden wir sagen, da ist ja

32:16

klar, sozusagen äh die ganze

32:18

Wissenschaft könnte man sagen, ist die

32:20

Kunst aus dem Partikulären etwas

32:21

Allgemeines abzuziehen. Reflektierende

32:24

Urteilskraft.

32:26

Mit anderen Worten, die reflektierende

32:27

Urteilskraft

32:29

sucht ohne begrifflichen Leitfaden, weil

32:31

den muss sie ja das Begriff, wie sie ja

32:33

gerade erst finden, das allgemeine ein

32:34

Verhältnis zwischen dem Besonderen und

32:36

einem möglichen Allgemeinen

32:39

entdecken. Sie ist in dem Sinne

32:41

reflektierend, reflektierende

32:43

Urteilskraft. Ich spreche über die

32:44

Kritik der Urteilskraft, weil sie vom

32:47

Einzelnen ausgeht und nach etwas

32:48

Allgemeinem fragt, dass es noch nicht

32:50

gibt. Wie gesagt, wenn ich einen Tisch

32:51

sehe, allgemein ist sofort da. Kein

32:53

Problem.

32:58

Als Beispiel kann man auf die Anfänge

33:00

der Physik verweisen oder hier äh was

33:03

Kant selbst über Galilei

33:06

schreibt. Man könnte sagen, die Forscher

33:08

suchten nach einer Ordnung in den Bahnen

33:10

der Gestirne, bevor sie ein

33:11

theoretisches Modell beispielsweise

33:13

irgendwie irgendwelche

33:14

Gravitationsgesetze hatten. Die Daten

33:16

waren zunächst bloß Phänomene, aber man

33:17

hatte das Gefühl, sie müssten

33:18

irgendeiner Ordnung folgen, aber die

33:20

Ordnung war noch nicht klar. Also, wir

33:21

haben ein partikuläres und jetzt kommt

33:23

reflektierende Urteilskraft. Verdammt

33:24

noch mal, wie können wir aus diesem aus

33:26

diesem einzelnphänomen etwas machen,

33:28

wenn wir das Allgemeine noch nicht

33:29

haben? Es ist wirklich relativ

33:31

trivial. Deswegen kann er

33:33

schreiben, als Galilei seine Kugeln die

33:37

schiefe Fläche mit einer von ihm

33:38

selbstgebählten Schwere

33:40

herabrollen oder ein gewisser Stahl,

33:42

Metalle und so weiter, das zeigte, so

33:45

ging allen Naturforschern ein Licht auf.

33:49

Sie begriffen, dass die Vernunft nur das

33:51

einsieht, was sie selbst nach ihrem

33:52

Entwurf Entwürfe hervorbringt. Das ist

33:54

schon wieder kurios. Also die Vernunft

33:56

kann sowieso nur das einsehen, was sie

33:57

selbst

33:58

hervorbringt, dass sie mit Prinzipien

34:00

ihrer Urteile nach beständigen Gesetzen

34:02

vorangehen und die Natur nötigen müsse

34:04

auf ihre Fragen zu antworten. Also

34:06

nicht, also nicht der Mensch antwortet

34:08

auf die Natur, sondern der Mensch zwingt

34:10

die Natur auf seine Allgemeinbegriffe zu

34:16

antworten. nicht aber sich von ihr

34:19

gleichsam am Leitbande gängeln lassen zu

34:21

müssen, denn sonst hängen zufällige nach

34:22

keinem vorherentworfenen Plane gemachten

34:24

Beobachtung gar nicht in einem

34:25

notwendigen Gesetz

34:26

zusammen. Also, ich habe es Ihnen nur

34:29

noch mal gebracht als reflektierende

34:31

Urteilskraft, also etwas etwas

34:32

allgemeine wird gesucht. Die

34:33

reflektierende Urteilskraft ist demnach

34:35

bekannt eine kognitive Haltung, die wir

34:36

immer dann brauchen, wenn wir uns in

34:38

einem offenen Feld befinden, wenn das

34:40

Allgemeine nicht bekannt ist.

34:45

Kant lenkt jetzt seine Leser auf zwei

34:47

bestimmte und auf den Beweislauf der

34:49

Kritik der Urteilskraft wichtige

34:51

Anwendungsfragen, nämlich auf Fragen der

34:53

Ästhetik, das Schöne und das Erhabende

34:55

und auch auf Fragen der

34:58

Teleologie. Und auf den ersten Blick

35:00

könnte man das könnte man jetzt wirklich

35:02

denken,

35:04

äh, dass Schopenhauer hier recht hat,

35:06

was das sind doch zwei komische Texte.

35:07

Also einmal geht's um das Schöne, einmal

35:09

geht's um Fragen der Teleologie. Wie

35:10

soll das zusammenpassen?

35:15

Denn auf den ersten Blick, wie gesagt,

35:16

könnte man meinen, dass die Analysen

35:19

über die über Urteile über das Schöne

35:21

und das Erhabende scheinen völlig

35:23

losgelöst zu sein von der Frage, ob die

35:25

uns umgebenen Natur einen inneren Zweck

35:27

hat. Und das wäre sozusagen die Idee der

35:29

Tologie. Die Uhr hat die die Natur hat

35:32

einen inneren Zweck, auf den sie

35:33

ausgerichtet ist.

35:35

Und in dem Sinne könnten wir dann der

35:37

Natur also metaphysisch als ein

35:39

metaphysisch sin sinnvolles Gefüge

35:47

begegnen. Warum ist das jetzt für Kant

35:50

so wichtig? Also diese Teliologie, also

35:52

es gibt eine eine Logosstruktur und eine

35:54

Zielgerichtetheit der Natur. Warum ist

35:56

das jetzt für Kant so wichtig?

35:59

Nun, weil organische Naturerscheinungen

36:01

wie etwa Pflanzen, Tiere oder komplexe

36:03

Organismen uns in der Art und Weise, wie

36:05

wir sie wahrnehmen, vernünftig gestaltet

36:09

erscheinen und wir uns trotzdem die

36:11

Frage stellen müssen, ob wir mit der

36:12

Annahme einer vernünftigen bzw.

36:15

zielorientierten

36:16

Naturordnung spekulative Metaphysik

36:18

machen oder

36:20

nicht. Erinnern Sie sich doch, es geht

36:22

um die Frage, wie kriegen wir einerseits

36:24

Natur und Freiheit zusammen? Und jetzt

36:26

kommt die Urteilskraft und Schad. Kann

36:28

ich auf die Natur

36:30

schauen und die Natur sozusagen als ein

36:32

schönes sinnvolles Ganzes erkennen oder

36:34

nicht? Dann wenn man könnte sagen, wenn

36:36

das gelungen

36:38

ist, dann ist vielleicht Natur und

36:40

Freiheit doch irgendwie kombiniert dann

36:43

oder dann ist ein dann ist eine Brücke

36:45

zumindest irgendwie geschaffen. Dann ist

36:47

die Natur nämlich nicht einfach nur

36:49

sozusagen ein mechanisches ein

36:51

mechanisches Werkzeug, sondern so schön

36:53

und so sinnvoll eventuell wie die wie

36:55

die Kunst oder wie das

37:02

Naturschöne. Sie kennen vielleicht

37:04

diverse Debatten über Intelligent

37:06

Design, da geht ja um die ähnliche

37:07

Frage, ja, also müssen wir irgendwie

37:08

einen Designer annehmen Gott, der das

37:10

macht, oder wenn wir im Materialisten

37:12

sind, macht's dann überhaupt Sinn von

37:13

Teleologie zu sprechen und müssen wir

37:14

dann sagen, ja, Teleologie wohin Zweck,

37:16

Gerichtetheit, warum ist es nicht

37:18

trotzdem irgendwie nur alles ein

37:19

chaotischer Naturkreislauf? Kantwille

37:21

uns nahlegen zu sagen, nein, das so

37:22

können wir es gerade nicht schauen. Und

37:24

wenn es uns gelingt oder wenn ich Kant

37:27

eine Urteilstheorie entfalte, die zeigt,

37:29

warum wir es gerade nicht also tun

37:31

sollten, dann ist es mir eventuell

37:34

gelungen, aus einer aus einer rein

37:35

theoretischen Philosophie und der Frage

37:37

nach der Freiheit zu entdecken. Ja,

37:38

vielleicht ist die Natur selber nach

37:40

einem metaphysischen Freiheits Prinzip

37:42

gestaltet. Und dann könnte man sagen,

37:44

ja, ihm ist vielleicht tatsächlich diese

37:46

diese schizophrene Kluft zwischen Natur

37:47

und Freiheit irgendwie

37:50

gelungen. Also deswegen noch mal die

37:52

Frage, was hat das jetzt mit der

37:54

reflektierenden Urteilskraft zu tun?

37:56

Nun, es hat insofern etwas mit ihr zu

37:57

tun, da wir kanzufolge natürliche

37:59

Phänomene tatsächlich so betrachten

38:01

dürfen. Hier denken Sie an keine Ahnung

38:03

so ein Biberbau hier. Ja, Biber der bau

38:06

der baut seinen Bau, der baut seinen

38:09

Staudamm.

38:10

Also, wir können diese Phänomene in der

38:12

Natur so betrachten, als seien sie auf

38:15

ein Ziel oder eine natürliche Ordnung

38:17

angelegt. Oder anders gesagt, immer wenn

38:20

wir auf Besonderheiten in der Natur

38:21

treffen, zu denen wir noch kein

38:22

allgemeines gefunden haben, das ihren

38:25

Zweck erklärt, kommt Kant zufolge unsere

38:27

Urteilskraft als reflektierende

38:29

Urteilskraft zur Anwendung.

38:33

Sie müssen bedenken, Darwins

38:34

Evolutionstheorie äh kommt erst 1859,

38:37

hat noch nicht das Welt das Licht der

38:38

Welt entdeckt und da wird auch noch

38:39

keine Theorie evolutionärer

38:41

Anpassung zur Debatte

38:43

gestellt. Deshalb kann kann noch nicht

38:46

von einer evolutionären Anpassung als

38:48

ein mechanistisches Verhältnis sprechen,

38:49

sondern erwäht einen anderen Weg eben,

38:51

diese quasi telogische

38:54

Zwecketzung gegen ein mechanistisches

38:56

Verständnis und K hätte trotzdem auch

38:58

die wahrscheinlich die die

38:59

dawinistische in dem Sinne

39:02

abgelehnt. gegen ein mechanis

39:04

mechanistisches Verständnis der Natur

39:06

spricht er ähm von Naturzweckmäßigkeit,

39:10

ohne gleichzeitig zu behaupten, dass

39:11

diese Naturzweckmäßigkeit tatsächlich

39:13

auf so etwas wie einen intelligenten

39:15

Designer wie Gott hinweist. Also in dem

39:18

Sinne hält er sich wieder

39:20

zurück. Dann könnte man zwar gegenkant

39:22

immer noch einbenden, dass das Verhalten

39:24

eines Bibers, der einen Staudamm zur

39:27

Nahrungssuche baut oder wofür auch

39:29

immer, doch problemlos durch

39:31

Naturgesetze erklärt werden könnte.

39:33

Aber Kanzargument bezieht sich auf eine

39:36

tiefgreifende liegende

39:37

erkenntnheoretische Frage, nämlich wie

39:39

muss wie müssen wir über die Natur

39:41

urteilen, damit sie für uns verständlich

39:43

wird.

39:46

Kant sagt also nicht, dass natürliche

39:48

Phänomene sich nicht mechanismisch

39:50

erklären lassen könnten, sondern dass es

39:52

in bestimmten Fällen eine Art

39:54

Betrachtung gibt, bei der wir so bei der

39:57

wir diese Phänomene so aus auffassen,

39:59

als ob sie zweckmäßig geordnet sein auf

40:02

einen und dannit irgendwie auch auf

40:03

einen finalen metaphysischen Zweck

40:05

hingeordnet sind.

40:11

Ein Uhrwerk oder ein Schaud lassen sich

40:12

mechanistisch erklären, weil sie von

40:14

einem äußeren Zweck geleitet sind.

40:16

Aber ein lebendiger Organismus und das

40:18

haben wir bei dem Biber der der Fall ist

40:21

es nicht nur eben nicht nur eine

40:22

Maschine äh es gibt ein zweckmäßiges

40:25

Ganzes in dem alle Teile so aufeinander

40:28

abgestimmt sind, dass sie sich

40:29

gegenseitig hervorbringen und

40:30

aufrechhalten und kann nennt die das

40:32

eine eben eine innere

40:36

Zweckmäßigkeit und hier setzt dann auch

40:38

dieologische Urteilskraft ein.

40:41

Wir können es versuchen, zwar versuchen

40:42

alles mechanistisch zu erklären, aber

40:44

wir kommen an eine Grenze, weil das

40:45

Leben selbst einer Art von

40:47

Selbstorganisation zeigt, die sich nicht

40:49

so leicht auf eine reine Kausalität

40:50

reduzieren

40:52

lässt. Deswegen hier das Zitat: "Die

40:55

Naturzmäßigkeit verdeutlicht mir, dass

40:58

unser Begriff der Natur nicht einfach

40:59

eine Mechanism gleicht, sondern die

41:03

Natur als

41:05

Kunst betrachten lässt oder als Kunst

41:08

betrachtet werden kann. Und hier

41:10

verstehen Sie, glaube ich, wiederum,

41:11

warum ihr glaubt jetzt mit dieser

41:14

Urteilskraft, worauf das Schöne in eine

41:16

Rolle spielt, jetzt wiederum diese die

41:18

die das Problem der ersten beiden

41:19

Kritiken zu lösen. Wie kriege ich aus

41:22

einer Naturkausalität und an einem

41:24

Freiheitspostulat irgendwie eine kohente

41:26

These These. Na, in der Art und Weise,

41:28

dass ich die Natur als ein

41:29

sinnorientiertes Objekt interpretieren

41:31

oder auslegen darf.

41:33

Zweites Zitat: "Sie, die Urteilskraft

41:35

erweitert also wirklich zwar nicht

41:37

unsere Erkenntnis der Natur,

41:38

Naturobjekte, aber doch unseren Begriff

41:41

der Natur, nämlich von einem bloßen

41:43

Mechanism zu dem Begriff von eben

41:45

derselben als Kunst.

41:49

Das Prinzip, das die reflektierende

41:51

Urteilskraft dabei anleitet, lautet

41:53

dabei wie

41:54

folgt. Die aus

41:56

Einzelfällenartig aufgestellten

41:57

empirischen Naturgesetze sind so im

42:00

Rahmen von jetzt Zitat transzendental zu

42:03

nennenden Naturgesetzen

42:05

auszulegen als ob ein Verstand, wenn

42:08

gleich nicht der unserige sie zum Berufe

42:11

unserer Erkenntnis Vermögen gegeben

42:13

hätte und damit meint er natürlich einen

42:14

Gottesverstand.

42:16

Also, wir dürfen in die Natur so

42:18

schauen, als sei sie zweckmäßig und

42:20

tatsächlich von einem göttlichen Geist

42:22

verbirgt, der der Natur die Möglichkeit

42:24

gibt oder sousagen oder die

42:25

Zielgerichtetheit sinnhaft zu

42:28

sein. Das uns umgebende manigfaltige

42:30

soll aus einem gleich uns unbekannten

42:32

Prinzip der Einheit als notwendig

42:34

angesehen werden. Aber sie sie merken,

42:36

also er sagt nicht, dass es wirklich so

42:37

ist. Er sagt, wir müssen aber eigentlich

42:39

auf die Natur so schauen, wir können gar

42:41

nicht anders als in dies als in dieser

42:43

Natur eine Art Zweckmäßigkeit zu

42:44

entdecken. Deswegen, wie ich vorhin

42:46

sagte, haben Sie erleben sie diese

42:48

Debatten bei bei reduktiven

42:50

Materialisten, die dann zwar auch von

42:51

Teleologie sprechen, aber selber nicht

42:54

genau wissen, ja, was meint denn jetzt

42:55

eigentlich Teleologie? Ja, weil sie

42:56

natürlich nicht an ein an eine

42:57

metaphysische Teleologie glauben wollen.

43:00

Ja, und dann bleibt aber dann bleibt die

43:01

Frage, ja, was dann macht doch eventuell

43:03

der Begriff der Tologie überhaupt keinen

43:04

Sinn.

43:06

Es wird dabei aber nicht behauptet, dass

43:07

damit wie gesagt die tatsächliche

43:09

Verfassung der der die tatsächliche

43:11

Verfassung der Welt so beschrieben ist.

43:13

Also, wir können zwar annehmen, dass der

43:14

Biber, dass der Biber in einer Welt

43:17

lebt, die und die sinnvoll gestaltet

43:19

ist, eventuell von einem höheren

43:20

göttlichen Prinzip, aber aber auch dafür

43:22

gibt es keinen wissenschaftlichen

43:23

Beweis, aber wir müssen es annehmen. Wir

43:26

müssen so in die Welt schauen. Anders

43:27

kriegen wir die Vielgestaltigkeit gar

43:29

nicht unter oder hätten wir gar kein

43:31

Interesse daran irgendwie im gewissen

43:33

Sinne neue Erkenntnisse unter neue

43:34

allgemeinen Begriffe zu

43:39

bringen. Daher bezeichnet Kant auch das

43:42

Prinzip der reflektierenden Urteilskraft

43:44

und wie gesagt die dritte Kritik heißt

43:46

Kritik der

43:47

Urteilskraft als das Prinzip der

43:49

Zweckmäßigkeit der Natur in ihrer

43:51

Mannigfertigkeit als ein

43:53

transzendentales Betrieb Prinzip also

43:55

als ein Prinzip als Bedingung der

43:57

Möglichkeit von

43:58

Erkenntnis entstand nicht der Erfahrung

44:00

und es kann nicht der Natur

44:01

vorschreiben, wie sie sich zu verhalten

44:03

hat. reflektierende Urteilskraft gibt

44:04

sich nur als Prinzip, dass sie sich

44:06

sozusagen selber

44:10

gibt. Hier noch mal, ich komme zum

44:14

Abschluss.

44:15

Also da, wo es aber wie gesagt, also das

44:18

heißt, wir können wir wir schauen auf

44:21

die Natur in dem in der Art und Weise,

44:23

dass wir den Eindruck haben, es macht

44:24

Sinn, das Partikuläre auf ein

44:27

allgemeines zu schauen. ist die

44:28

Bedingung der Möglichkeit für Kant äh

44:30

die äh überhaupt Naturwissenschaften zu

44:33

betreiben und die Nat und und wobei wir

44:35

dann tatsächlich die Natur im gewissem

44:37

Sinne wie ein Kunstwerk betrachten

44:42

können. Also, ich habe angefangen mit

44:45

dem mit der bestimmenden Urteilskraft

44:48

und mit der reflektierenden

44:49

Urteilskraft. Also da, wo es gar keine

44:52

Probleme gibt, das das Besondere unter

44:55

das Allgemeine zu subsumieren, wie z.B.

44:57

dass hier vor mir ein ein Redennerpuls

44:59

ist. In dem Sinne braucht könnte man

45:01

sagen, da braucht fast gar keine

45:03

Urteilskraft. Urteilskraft kommt in

45:05

allen drei Kritiken bei Kant vor.

45:08

Die Einbildungskraft übernimmt hier die

45:10

entscheidenden Aufgaben. Aufgaben, die

45:12

strikt gesehen dann irgendwie, sag mal,

45:13

im größeren Kontext auch ein Teslaauto

45:15

leisten könn könnte. Also auch ein

45:17

Teslaauto kann eventuell einen Bordstein

45:19

erkennen oder ein oder ein Baumstamm und

45:21

dergleichen und eine Straße. Also da

45:23

könnte man sagen, so richtig

45:24

Urteilskraft ähm braucht's ja nicht

45:28

unbedingt. Hier gelingt eine simple

45:30

Erkenntnis nach

45:32

Musterzuordnungen. Urteilskraft braucht

45:34

es aber, wie diverse so Trolly Beispiele

45:36

aus der Ethik äh vorzeigen. Kennen Sie

45:39

kennen Sie vielleicht so die Debatten.

45:40

Also äh wenn es um die Frage geht, ja,

45:43

soll jetzt an eine Straßenbahn äh auf

45:45

einer Linie über fünf Menschen fahren

45:48

oder über zwei Menschen oder über fünf

45:50

Kinder oder fünf alte alte Menschen?

45:55

Ähm, okay. Und dann könnte man sagen,

45:56

äh, dann in diesem Fall müsste ein Tesla

45:58

unterscheiden lernen oder halt bestimmte

46:00

Kriterien haben. Und besonders

46:02

interessant wäre es nicht nur, wenn er

46:03

jetzt erkennt, das sind fünf Alte und da

46:04

sind fünf Kinder und dann natürlich

46:06

fährt er dann über die alten äh der der

46:08

Meinung, werden sie alle mit mir sein.

46:10

Ähm, sondern wenn es dann wirklich noch

46:12

mal Grenzwälle gibt, dann müsste er dann

46:13

bräuchte er Urteilskraft. Ja, weil der

46:16

Witz der Urteilskraft ist ja auch Sie

46:18

brauchen ein

46:19

Kraftmoment, also ein ein

46:20

Deisionsmoment.

46:23

Okay, also das heißt, im Gegensatz zu

46:25

festen Mustern arbeitet die Urteilskraft

46:27

dort, wo die Kontexte unklar und offen

46:29

sind. Sie ermöglicht mit Situation

46:31

umzugehen, in denen kein vor

46:32

vorgefertigtes Schema und keine feste

46:34

Regel

46:35

existiert. Und noch genauer gesagt, wo

46:37

erst aus etwas Partikulärem wiederum ein

46:39

allgemeines abgeleitet werden kann. Und

46:41

in der heutigen Debatte um keine Ahnung

46:42

um KI kommen ihr genau immer wieder auf

46:44

diese Frage. Ja, gibt's gibt's überhaupt

46:45

Urteilskraft bei KI? Also ich habe den

46:47

Eindruck, das gibt's jedenfalls immer

46:49

mehr. Ob dahinter dann ein Bewusstsein

46:50

ist, ist mir fast egal. die Urteilskraft

46:51

find ich im Person KI

46:54

erstaunlich, aber wenn sie quasi der das

46:57

also wenn eben etwas etwas Partikulärum

46:59

s etwas ab allgemeines abgeleitet werden

47:02

und wenn sie diesen Mechanismus

47:03

verstanden haben, also dass es diese

47:05

Differenz gibt bestimmte Urteilskraft

47:07

und reflektierende Urteilskraft und was

47:09

Urteilskraft dann wirklich bedeutet,

47:10

wenn sie nicht einfach nur ein Teslaauto

47:12

sein wollen, dann haben sie eigentlich

47:13

auch alle Serien, alle Folgen von Dr.

47:15

Haus verstanden. Kennen Sie die Serie?

47:19

Okay. Äh, weil die diese Serie besteht

47:22

aus zwei Formen von Protagonisten. Das

47:24

sind sozusagen hier die Hilfe ist Helfer

47:27

und das ist sozusagen das Genie Dr.

47:28

Haus. Ja, ich identifiziere mich immer

47:30

mit Dr. Haus.

47:34

Also, weil tatsächlich, also was dieses

47:37

Helferteam von Dr. Haus

47:39

auszeichnet, ist, dass sie tatsächlich

47:41

immer nur im Rahmen der bestimmenden

47:43

Urteilskraft arbeiten, ja, der zufolge

47:45

das Besondere unter ein schon bekanntes

47:47

Allgemeine subsumiert wird.

47:49

Aber just diese Grenze überspringt Dr.

47:51

Haus in fast jeder Folge immer wieder

47:53

gelingt es ihm aus einem Partikulären

47:55

ein noch unbekanntes Allgemeine

47:58

abzuleiten. Für diejenigen, also die die

48:00

Haerie nicht kennen, sei so viel gesagt,

48:02

dass jede Folge damit beginnt, dass ein

48:03

Krank in das, ich glaube das heißt

48:04

Princeton Krankenhaus gebracht wird und

48:06

dann sehen wir, wie Dr. aus allen

48:07

Widerständen seines unfähigen Teams, das

48:09

sind die da oben,

48:10

diese Volltrottel, ja, äh all seinen

48:14

Widerständen zum Trotz am Ende des Leben

48:16

der Kranken rettet, weil ihm gelingt in

48:18

der Retten in der in der durch die

48:19

Partikularität ein neues Allgemeine zu

48:22

denken. Wie kommt er auf die Idee? Nur

48:25

also genau, aber jetzt kommen wir noch

48:26

einmal zur Frage, warum glaubt Kamt mit

48:28

der Kritik der Urteilskraft die ersten

48:29

beiden Kritiken verbinden zu können? Ich

48:31

habe schon angedeutet, ich bin gleich

48:32

fertig.

48:34

Er kommt auf die Idee, weil wir Menschen

48:36

nach seiner Meinung gar nicht anders

48:37

können als transzendentale Bestimmung

48:39

der Zweckmäßigkeit zu entdecken. Also

48:42

etwas, das den Objekten, die unsere

48:43

Erfahrung ausmachen, immer schon

48:45

eingeschrieben ist, also sozusagen als

48:46

Sinnhaftigkeit. Sonst könnte man sagen,

48:48

bräuchten wir gar keine Wissenschaft,

48:49

wenn es nicht doch etwa ein Prinzip

48:50

gibt, dass wir noch entdecken

48:53

könnten. Der Mensch darf im Umgang mit

48:55

der Welt der Erfahrung immer auch als

48:56

ein freiheitliches Wesen auf die Natur

48:58

schauen, die ähnlich zielgerichtet ist,

49:00

wie es der Mensch auf der Ebene seines

49:02

nominalen Wesens als moralisches Wesen

49:05

zielgerichtet ist, auf das moralische

49:07

Gesetz oder das höchste Gut hinzu zuu

49:09

zuzuschreiden schreiten schreiten,

49:11

selbst wenn wir schon tot sind.

49:14

Die Urteilskraft und speziell die

49:15

reflektierende Urteilskraft versucht dem

49:17

nach Natur und Freiheit zu einer

49:18

wohlbestimmten Einheit in einer ihr

49:21

innewohnenden Zweckmäßigkeit zu

49:23

führen. Diese innere Zweckmäßigkeit ist

49:26

dann aber keine Eigenschaft der

49:28

betreffenden Naturdinge. Also wie

49:29

gesagt, wir können nicht tatsächlich

49:31

sagen, dass es tatsächlich eine

49:32

metaphysische Eigenschaft

49:34

gibt, aber wir können äh aber es ist

49:37

richtig, dass wir sozusagen diesen

49:38

Betrachtungsrahmen anwenden, wenn wir

49:40

auf die Natur

49:41

schauen. Oder noch einmal anders gesagt,

49:43

wir können auf die Welt um uns

49:44

herumschauen, als hätte sie einen

49:45

Endzweck und auch dann noch, wenn es

49:47

viele Besonderheiten und

49:48

Partikularitäten gibt, für die wir

49:49

tatsächlich keine allgemeines gefunden

49:51

haben oder wenn es keine Ahnung

49:52

Katastrophen und Kriege gibt, wie wir

49:54

sie gerade erleben. Diese These vom

49:56

Endzweck äh ist dann in dem Sinne keine

49:59

Tatsachenbehauptung, aber sozusagen es

50:01

ist ein Grundprinzip, mit dem wir auf

50:02

die Welt

50:04

schauen. Die Freiheitsgesetze, wie sie

50:06

der die zweite Kritik offenlegt, müssen

50:08

potenziell auf die Naturgesetze

50:10

angewendet werden können. Und auch damit

50:11

sehen Sie sozusagen, warum die dritte

50:13

Kritik der Urteilskraft eine Kluft oder

50:15

sozusagen die Brücke zwischen den ersten

50:16

beiden Kritiken ist. Oder noch einmal

50:19

anders gesagt, die Urteilskraft und

50:20

speziell die reflektierende möchte, dass

50:22

wir einen Fortschritt in der

50:23

Zerkhaftigkeit der Welt, unserer

50:25

Erfahrung und das ist die Welt der Natur

50:26

sehen bzw. postulieren sodass die Welt

50:29

der Erfahrung in einem stetigen Prozess

50:31

moralischer Perfektionierung steht, an

50:32

dem wir teilnehmen. Es ist 12:1 Uhr.

50:35

Vielleicht machen wir nächste Sitzung

50:36

mal ein paar Fragen. Jetzt mache ich

50:37

Schluss. Vielen Dank für Ihre

50:39

Aufmerksamkeit. Ich

More transcripts

Explore other videos transcribed with YouTLDR.

Get the TLDR of any YouTube video

Transcribe, summarize, and repurpose videos in 125+ languages — free, no signup required.

Try YouTLDR Free