Peter Trawny: Weltanschauung bei Heidegger. Zum Verhältnis von Philosophie und Nationalsozialismus
für ein Erdbeben in der philosophischen
Community sorgten die vor 10 Jahren von
Peter travne im Vittorio Klostermann
Verlag herausgegebenen schwarzen Hefte
heidigers in denen der meisterphilosof
private Notizen und Anmerkungen zum
Zeitgeschehen aufgeschrieben hatte
besonders das im März 2014 erschienene
Heft der Aufzeichnung von 1939 bis 1941
über sein Verhältnis zum
Antisemitismus sorgte seitdem für eine
enorme heideger Debatte trfni wurde von
konservativen
heidegerianern als Nestbeschmutzer
diformiert dieser Ansicht sind wir im
österreichischen dasasensanalytischen
Institut überhaupt nicht wer ehrlich
philosophiert muss sagen was
ist vermutlich gibt es niemanden
berufferin als Peter trff der einordnen
kann ob und welcher Weise heidiges
Verhältnis zum Nationalsozialismus in
Verbindung mit seiner Philosophie steht
und was das für eine kritische Rezeption
seines Denkens für uns heute bedeutet
und in diesem Sinn freuen wir uns nun
auf Peter Tris Vortrag wildildanschauung
bei heideger zum Verhältnis von
Philosophie und
Nationalsozialismus herzlich willkommen
an der Universität
Wien
danke vielen dank vielen dank vielen
dank vielen Dank ja es ist schön dass
ich mal wieder in Wien sein darf obwohl
ich gar nicht so selten in Wien bin aber
schön hier wieder mal an der Universität
zu
sein eine eine kleine Korrektur das Buch
Kapital der Musen existiert nicht
ich wollte mal etwas über die
zeitgöische Kunst schreiben da gab's
auch schon ein Verlag der sich dafür
interessiert hat dann ist mir aber
tatsächlich nichts eingefallen und äh es
ist
einendes aber dass mir nichts
eingefallen ist das darüber hätte ich
natürlich auch schreiben können aber das
habe ich dann doch nicht getan na ja
ähm was ich heute machen will der
Vortrag wird ein bisschen länger sein
als gewöhnlich Vorträge
äh dauern aber nicht es wird schon nicht
zu deridaschen Dimensionen kommen also
ich werde sie nicht 3 Stunden lang
äh
stimulieren sondern
das wird es wird nur nur ein bisschen
länger
m ja also ich beginne einfach und werde
vielleicht dann während des Vortrags da
und dort ein bisschen
extrapolieren aber sie werden schon
sehen worum es
geht das Problem der Weltanschauung
enthält noch einige Fragen die selten
gestellt werden es hängt mit der
Geschichte dieses Begriffs zusammen geht
aber nicht in ihr auf der Begriff
entsteht in der Kantischen Ästhetik
macht dann eine große Karriere bis zu
diltais weltanschauungslehre und wird
dann am Beginn des 20 Jahrhunderts ein
Allerweltsbegriff eine Weltanschauung zu
haben gehört zum guten Ton schreibt dann
auch Franz Rosenzweig im Jahre
1921 da hatte sich der Begriff aber aus
dem immanenten Bereich der Philosophie
schon gelöst und metastasierte in
unerwarteten
Kontext einer dieser Kontexte ist die
Anthroposophie Rudolf Steiners der hält
1914 Vorträge zum Thema der menschliche
und der kosmische Gedanke in denen Zitat
23 berechtigte Namen für weltanschau
präsentiert werden für Steiner ist der
Begriff der Weltanschauung nicht mehr
hinterfragbar er wird einfach
unreflektiert als gegeben
anerkannt ein anderer Kontext ist der
Beiruter Kreis um Richard
wagnal dort tut sich in
Weltanschauungsfragen vor allem Houston
Stuart Chamberlain hervor der zurelben
Zeit wie Hitler übrigens in Wien gelebt
hat der also Chamberlain veröffentlicht
1898 die Grundlagen des 19 Jahrhunderts
ein Bestseller und 1905 einen dünneren
Essay mit dem Titel arische
Weltanschauung Chamberlain der in den
Grundlagen am Schluss einen Rückgang zu
Kant fordert und der ebenfalls 1905 ein
ganzes Buch über Kant schreibt behauptet
dort eine Weltanschauung ist ein genau
ebenso geniales Erzeugnis wie ein großes
Kunstwerk sie ihr Geheimnis in sich
selbst den Grundgedanken ihrer
unaussprechbaren
Gesetzmäßigkeit im Jahre 1923 empfängt
chberlin beut einen anderen Wagnerianer
namens alolf Hitler der in dem ein Jahr
später erscheinenden ersten Band von
Mein Kampf dann Chamberlain lobend
erwähnt 1923 ist aber auch das Jahr ind
dem das Buch eines Ingenieurs namens
Gottfried Feder mit dem Titel der
deutsche Staat auf nationaler und sozial
Grundlage publiziert wird dort heißt es
in der letzten und tiefsten Analyse
handelt es sich um den Kampf zweier
Weltanschauungen die sich in zwei
grundverschiedenen geistigen Strukturen
ausdrücken dem produktiv schöpferischen
Geist und dem beweglichen habgierigen
Geist der im Boden verwurzelte und in
metaphysischer Erfahrung die Welt wieder
überwindende schöpferische Geist findet
seinen Hauptvertreter im Arischen
Menschen der habgierige wurzellose auf
das Dieseits gerichtete kommerzielle und
materialistische Geist findet sein
Hauptvertreter im dreimal dürfen Sie
raten Juden feter wurde der Feder wurde
der erste Wirtschaftstheoretiker der
nationalsozialistischen Deutschen
Arbeiterpartei die Weltanschauung war zu
einem operativen Begriff in den
politischen Auseinandersetzungen der
Nachkriegszeit geworden also nach dem
Ersten Weltkrieg so geht er dann auch in
Hitlers Mein Kampf ein wo die
Weltanschauung zu einem Begriff wird da
ist sie nicht mehr Gegenstand einer
Reflexion die fragt was überhaupt eine
Weltanschauung ist in diesem Sinne
erscheint sie auch in meinen Kampf dass
nirgendwo eine theoretische Absicht
verfolgt was aus der Immanenz einer
Weltanschauung heraus betrachtet ja auch
ganz verständlich ist dennoch bezeichnet
Hitler die Weltanschauung und ihre
Bewegung einmal als die Durchführung
einer
Idee wobei nicht ganz klar ist ob einer
betont gelesen werden soll oder nur im
Sinne eines unbestimmten Artikels also
Durchführung einer Idee oder
Durchführung einer Idee deutlich ist was
dann auch in der Rezeption des Buches
also von also das Buches Mein Kampf z.B
bei Arnold gen eine Rolle spielen sollte
dass Hitler seine Weltanschauung als
idealistisch
betrachtet und das machte es bestimmten
neokantianern die Heinrich riard Bruno
Bauch und Alfred Bäumler vielleicht
leichter sich für den
Nationalsozialismus zu engagieren also
gen natürlich
auch man würde nun wohl behaupten müssen
dass ein Philosoph der um 1920 beginnt
sich mit dem Problem der Weltanschauung
wie es durch diltais
weltanschauungslehre in die Philosophie
eingegangen ist sehr ignorant gewesen
sein müsste wenn er nicht bemerkt hätte
dass der Begriff der Weltanschauung weit
über die Gren der Philosophie also der
akademischen Philosophie hinaus nachgade
populär geworden
war und er hätte sich natürlich auch
fragen können oder vielleicht sogar
müssen ob es da eine Verbindung zwischen
der Prominenz des Begriffs inner und
außerhalb der Philosophie gegeben hat
lassen sich die Diskurse wirklich so
voneinander isolieren dass ein kantext
von Chamberlain schlechthin nichts mit
der allgemeinen kantrezeption am Beginn
des 20 Jahrhunderts zu tun
haben die Kantianer sich schon einmal
gefragt warum Kant in Rosenbergs Mythus
des 20 Jahrhunderts der prominenteste
stets positiv erwähnte Philosoph
ist wenn man das zählt also die
Anmerkung das darf ich eben sagen dann
wird Kant 17 Mal zitiert Meister
Eckehart wie da heißt siebenm wobei ihm
ein ganzes Kapitel gewidmet wird
allerdings Chamber wir
zitiert nieche fünfm und Hitler
dreimal
also K gegen Hitler
17:3 also gewiss wird das nicht viel
sagen schon schon allein eben wegen hitl
scheinbarer Unwichtigkeit allerdings ist
es
doch interessant ich hatte hab das mal
Kantianer gesagt die natürlich
vorausgesetzt haben dass Rosenberg sich
stets mockiert überkannt oder sich
gegenkannt aber das ist in keiner Weise
der
Fall wenn ich im Folgenden heidegers
Auseinandersetzung mit dem Begriff der
Weltanschauung thematisieren werde dann
beziehe ich kritisch Stellung gegen eine
akademische Position die jeden politisch
strategischen Gebrauch des Begriffs der
Weltanschauung schlechthin ignoriert um
wie ich
denke nur keine Berührung zwischen dem
philosophischen Diskurs und der bloßen
Sphäre frei flottierender Weltanschauung
von Steiner bis Hitler herstellen zu
müssen so kann man dann auch nach dem
Zweiten Weltkrieg Adornos Weigerung die
Weltanschauung des Nationalsozialismus
intellektuell ernstzehmen verstehen der
Begriff der Philosophie sollte nicht
kontaminiert werden durch eine
Weltanschauung die doch zumindest ihre
Selbstbezeichnung klar aus
philosophischen Quellen bezog Adorno hat
sich dann den Gegner gesucht den er
philosophisch zwar verachtete aber doch
in seiner Vorlesung Ontologie und
Dialektik so ernstnahm wie jener ihn nie
den Gegner an dem er seine Kritik einer
vom Nationalsozialismus imprägnierten
Ideologie realisieren wollte der Jargon
der Eigentlichkeit hat ja den Untertitel
zur deutschen
Ideologie das konnte in Anbetracht der
Komplexität von Heideggers denken nur
schiefgehen Adorno war zudem nicht
bekannt wie heidiger selbst sich bereits
in den 20er Jahren mit dem Begriff der
Weltanschauung Beschäftigte und wie er
ihn sich Ende dieses Jahrzehnts
aneignete heidiger hat sehr wohl erkannt
wie die Weltanschauung sich mit ihrer
Herkunft in der idealistischen
Philosophie im Nationalsozialismus
entfaltete diese ihre Genealogie muss
ganz gegen adornus disqualifizier ernst
genommen werden wer daher eine
Begriffsgeschichte der Weltanschauung
erzählen will ohne ihr ausstrahlen in
Rassismus Anthroposophie und
Nationalsozialismus zu berücksichtigen
erweist meines Erachtens dem Denken
einen
Bärendienst ich sag ihn auch kurz was
der Bärendienst ist falls Sie das nicht
wissen n de la fon
louramateur des
jardin einsamer Bär und ein einsamer
Gärtner beschließen zusammen zu leben
sie teilen sich die Arbeit der Bär jagt
der Gärtner pflegt den Garten da setzt
sich einmal eine Fliege auf das Gesicht
des Schlafenden Gärtners und der Bär
schleudert einen schweren Stein auf sie
er hat dem toten Gärtner einen
Bärendienst
erwiesen wenn es ih folgenden um
heiliger geht um seine sich wandelnde
Deutung der
Weltanschauung dann geht es mir um ein
Beispiel für die genealogisch betrachtet
unausweichliche Verstrickung von
Philosophie in politisch
weltanschauliche Diskussionen schlecht
hin ein Beispiel weil der Begriff der
Weltanschauung in den ersten Jahrzehnten
des 20 Jahrhunderts von allen
namenhaften Denkern verwendet wurde
Simmel Jaspers Scheler Gelen um nur die
bekannteren zu nennen alle haben sich
ausfühlich mit Weltanschauung
beschäftigt ob also Heid heidiger wegen
seines Interesses an der Weltanschauung
und der Lektüre von meinen Kampf Anfang
der 30er Jahre zum Nazi wurde ist mir
nur insofern wichtig als es ein
allgemeines Problem beschreibt nämlich
das Problem inwiefern sich empfatische
Philosophie in weltanschauliche konst
Kontexte verstricken muss wenn Sie Ihren
Weltbezug aufrechterhalten will das war
in den 20er Jahren des letzten
Jahrhunderts wahrscheinlich
unvermeidlicher als heute doch selbst
uns in dieser sehr funktionalistischen
Auffassung der Gesellschaft in der
Philosophie an den Universitäten und in
den Medien
ihre Funktion erfüllt dürfte es
unmöglich sein sich dem Geist der Zeit
zu entziehen denn wenn jemand die
Philosophie eben als Funktion der
Gesellschaft begreift partizipiert er an
genau dieser funktionalistischen
Bestimmung die wie man sagen könnte aus
einer Weltanschauung
stammt das erste Mal also ich werde
jetzt komme jetzt zu heidiger das war
sozusagen die ein die
Einleitung das erste Mal spricht
ausführlicher über das Verhältnis von
Philosopie und Weltanschauung im
kriegsnotsemester
1919 in der Vorlesung zur Bestimmung der
Philosopie wenn man sich die Texte und
Vorlesung von heidiger seit seiner
Promotion die Lehre vom Urteil im
Psychologismus
1913 bis 1933 anschaut fällt einem auf
dass der Begriff der Weltanschauung im
Grunde in allen Schriften präsent ist
es gibt Vorlesung in denen er nachgade
zentral ist wie den Grundproblemen der
Phänomenologie vom Sommersemester 1927
oder der darauffolgenden Vorlesung
Einleitung in die
Philosophie es gibt auch solche vor
allem Anfang der 30er Jahre wo er bei
nahe
verschwindet was interessant ist in den
Texten nach 1933 wird er wieder
prominenter bis er im Vortrag die Zeit
des Weltbildes von
1938 zertrümmert
wird wer sich all das einmal in einer
Art von Überblick anschaut wird eine
Erfahrung machen die meines erchtens
vieles über heidigers Denken im
allgemeinen aussagt also wenn Sie sich
mit diesem weltanschauungsproblem bei
heidiger
beschäftigen man findet nämlich in
beinah jeder Vorlesung unterschiedliche
Auffassungen unterschiedliche
Interpretationen der Weltanschauung und
daher auch unterschiedlich Folgerung es
bezeugt dass heidiger kein Dogmatiker
war der einmal festgestellte
Behauptungen als allgemein verbindlich
vorausgesetzt hat man kann im Grunde
nicht sagen
heidiger dachte zu jener Zeit dies und
das über dies und das und damit genug
gesagt also sie können nicht z.B sagen
wie bei Kant es gibt einen vorkritischen
Kant und es gibt einen eben kritischen
kant heidiger
dachte wohl
tatsächlich jede Vorlesung zu einer
Performanz des Denkens selbst werden zu
lassen er hat auch stets abgelehnt
äh dass man behauptet oder behaupte dass
er eine Philosophie gehabt habe also
dass es he eine heidegersche Philosophie
wirklich gegeben habe trotzdem lässt
sich aber bei der Frage nach der
Weltanschauung eine gewisse
auslegungstendenz über 20 Jahre hinweg
also ungefähr zwischen 1919 und
1938
ausmachen warum aber so kann man sich
hier am Anfang des Vortrags Fragen hat
heiliger das weltanschauungsproblem
überhaupt so ernst genommen also
abgesehen davon dass wie ich vorhin ja
schon gesagt habe alle namhaften
Philosophen der am Anfang des 20
Jahrhunderts also 1910 bis 2030 äh
dieses Thema ernst genommen haben
ähm
bei bei heidiger scheint es aber eine
besondere Bedeutung erlangt zu haben ich
gehe davon aus dass eine Philosophie ein
denken dass die Faktizität des Lebens
wie es ja zunächst heißt und dann später
das in der Welt sein des Daseins
thematisiert von Anfang an eine gewisse
Nähe zum Thema der Weltanschauung hat
jedenfalls dann wenn eine Weltanschauung
ja niemals exklusiv akademische oder
wissenschaftliche sondern prinzipiell
und immer auch eine alltägliche
existentielle Bedeutung
beansprucht also ja die Frage nach wenn
würde man heute vielleicht sagen die
anwendungsfrage von
Philosophie
die kristallisiert sich eben natürlich
im Begriff der Weltanschauung weil dort
wird die Philosophie oder das Denken
also nicht die aber das Denken
äh grundsätzlich zu einer spezifischen
Anwendung
in Bezug auf diese Unterscheidung von
akademischer wissenschaftlicher
Philosophie und
weltanschauungsphilosophie wie es heißt
schreibt heidiger einmal im
Sommersemester
1920 die gegensatzformel
wissenschaftliche Philosophie
weltanschauungsphilosophie ist der
Exponent der Struktur der
philosophischen Problematik wie sie seit
Plato die Philosophie mit bestimmten
Unterbrechungen allerdings beherrscht ja
also tatsächlich
diese diese Antithese wenn Sie so wollen
wissenschaftliche Philosophie also
akademische Philosophie und
weltanschauungsphilosophie das sei wie
hier sagt seit Platon ein grundlegendes
Problem der Philosophie mit anderen
Worten im weltanschauungsproblem bezeugt
sich eine Frage die die Philosophie seit
ihren Anfängen umtreibt nämlich die ob
sie eine Wissenschaft oder eine
Weisheitslehre ist
ob sie sich in der Theorie erfüllt oder
zu einer Praxis ja zu einer eigenen
Lebensform werden kann dieses Problem
hat Heiligers denken gleichsam von der
ersten bis zur letzten Minute vielleicht
auf fatale Weise
interessiert die gegensatzformel
wissenschaftliche Philosophie
weltanschauungsphilosophie das wissen
wahrscheinlich einige hatte nicht
heidiger
sonderin sondern sein damaliger Chef
Edmund hussal in seinem berühmten
Aufsatz von 1911 Philosophie als strenge
Wissenschaft geprägt dieser Text führt
eine Grenze zwischen der von hussal
sogenannten weltanschauungsphilosophie
und der Philosophie als strenger
Wissenschaft ein das heißt da
z.B Huss Weltanschauungen können
streiten nur Wissenschaft kann
entscheiden und ihre Entscheidung trägt
den Stempel
Ewigkeit das gehört auch in die
Auseinandersetzung zwischen hussal und
diltai hussal weist diltais
krisenbeschreibung der Philosophie nach
dem Zusammenbruch des Hegelschen Systems
gleichsam zurück vermutlich auch deshalb
weil er ohnehin nicht viel mit dem
deutschen Idealismus anfangen konnte vor
allem aber für hussal ist die
Unauflösbarkeit eines Kampfes der
Weltanschauungen von dem schon diltei
spricht wissenschaftlich betrachtet ein
relativistisches Unding hussal war
heidigers lerer was wiederum bedeutet
dass dieser sich mit der Hinwendung zum
weltanschauungsproblem auch mit dem
Meister auseinandersetzt und natürlich
steht heiliger nicht auf der Seite
hussals wenn auch nicht einfach auf der
diltais er versucht einen eigenen Weg zu
gehen
kriegsnotsemester der Krieg war seit
1918 vorbei die Vorlesung war für
Kriegsteilnehmer so heißt es da ang K
ursprünglich wollte heidiger eine
Vorlesung überkannt halten man könnte
also sagen dass heidiger bewusst auf ein
aktuelles Thema umschwenkte eben auf das
sogenannte
weltanschauungsproblem es gab allerdings
noch ein anderes aktuelles Thema nach
dem Krieg also 1919 wurde über eine
Universitätsreform im neuen
postkaiserlichen Staat nachgedacht auch
darauf reagiert der Junge
Philosoph einleitend und sehr allgemein
schreibt
er man verfügt über eine mehr oder
minder klare Vorstellung von Philosophie
zumal in der Gegenwart wo sie und das
Reden und Schreiben darüber beinah zum
guten Ton gehören und Weltanschauung ist
eine geistige Angelegenheit die heute
jeden angeht also gehört zum guten Ton
wie wie Rosenzweig schon sagt der Bauer
im Schwarzwald hat seine Weltanschauung
sie fällt ihm zusammen mit dem
leerrgehalt seiner Konfession der
Fabrikarbeiter hat seine Welt an
Anschauung sie hat ihren Kern vielleicht
darin jede Religion als überlebte Sache
zu betrachten und zu werten erst recht
hat der sogenannte gebildete seine
Weltanschauung die politischen Parteien
haben ihre Weltanschauung es ist das
Wort gefallen vom Gegensatz der
englischamerikanischen und deutschen
Weltanschauung heidiger mag mit der
letzten Bemerkung an Max schelers Buch
der Genius des Krieges und der deutsche
Krieg Denken in dem Scheler unter
anderem von der Weltanschauung des
englischamerikanischen Pragmatismus
spricht das heidiger hier natürlich sagt
die politischen Parteien haben ihre
Weltanschauung zeigt dass er schon weiß
natürlich worüber er schon 1900 in
dieser Zeit schon spricht heidiger ist
sich wobei die ndap noch nicht existiert
aber
dennoch ist er aufmerksam heideger ist
sich demnach über die Popularität des
Begriffs bewusst und nicht nur des
sondern der Entscheidung für eine
Weltanschauung selbst Bauer
Fabrikarbeiter und gebildete Teilen
nicht dieselbe Weltanschauung doch sie
teilen dass sie überhaupt eine haben
bemerkenswert ist dass heidiger die
Konfession bzw Religion in die
Weltanschauung mit einbezieht es dürfte
eine eigene Frage sein ob Religion
wirklich eine
Weltanschauung ist ich meine nein aber
das wäre ein Thema selbst wenn dilta im
Rahmen seiner Welt anschauungslehre von
Religiosität also nicht unbedingt von
Religion spricht
äh am Rande gesagt diltis komplette
Aufzeichnung zur weltanschauungslehre
konnte heiliger erst nach 1960
kennenlernen also da wurden sie zum erst
mal aus dem Nachlass
ähm
publiziert in seiner Vorlesung von 1919
versucht er zunächst einmal
herauszuarbeiten was eine Philosophie
leistet ich werde das nicht im Einzelnen
ausführen aber er zeigt dass die
Philosophie Grundauffassungen der Welt
darstellt dass sie nicht nur eröffnet
worum es in einer Welt geht oder was
Welt überhaupt ist sondern dass sie
herausfindet wie sich historisch diese
Grundauffassungen ändern das erinnert
natürlich ein wenig an diltai der in der
ganzen Diskussion der Weltanschauung im
Hintergrund wichtig ist dann heißt es
mit anderen Worten das Absehen der
großen Philosophen geht auf geht auf ein
in jedem Sinn letztes allgemeines und
allgemeinültiges der innere Kampf mit
den Rätseln des Lebens und der Welt
sucht zur Ruhe zu kommen in der
Festsetzung eines endgültigen von Welt
und Leben Objektiv gewendet jede große
Philosophie vollendet sich in einer
Weltanschauung jede Philosophie ist wo
sie ihrer innersten Tendenz gemäß zur
ungehemmten Auswirkung kommt
Metaphysik das in jedem Sinn letzte was
jeder Mensch Objektiv erstrebe sei eine
Weltanschauung die heidiger etwas
überraschend insgesamt mit der
Metaphysik identifiziert das heißt mit
dieser großen Tradition der Philosophie
seit Platon und Aristoteles Philosophie
geht auf dieses letzte in dem und aus
dem der Mensch lebt jede Philosophie
vollendet sich in einer Weltanschauung
auch Chamberlain hatte von einem sich zu
der Höhe einer Weltanschauung erhebenden
denken en um die Philosophie diesem
Denken
unterzuordnen die Philosophie wird auf
ihrem Höhepunkt oder in ihrer
eigentlichen Bestimmung zur
Weltanschauung doch es ist Vorsicht
geboten das ist nicht das was heidiger
hier denkt man muss wissen dass
heidigers Vorlesung und manchmal auch
seine Vorträge Abhandlungen oder
Aufsätze einen didaktischen Aufbau haben
hier wird der Satz als these eingeführt
als etwas das man vielfach hört z.B eben
bei chamberlan wobei heidiger natürlich
den also der Name chamberlan taucht
natürlich bei heidiger nie auf der Satz
ist nur die eine Hälfte eines Problems
das heidiger erst ausarbeiten will damit
wird er natürlich die Exsoldaten nehme
ich an schon überfordert haben die also
im Plenum gesessen haben ich wähnte
erwähnte dass heidiger eine Vorlesung
überkann plante das kehrt in der
vorliegenden Vorlesung insofern wieder
als er einen wissenschaftlichen Begriff
der Philosophie ausgehend vom Begriff
der Kritik entwickelt Philosophie sei
kritische wertwissenschaft oder auch
einfach kritische Wissenschaft und als
solche sei sie nicht identisch mit
weltanschauungslehre das ist etwas
missverständlich formuliert
weltanschauungslehre ist der Begriff den
dilteil benutzt um zu untersuchen was
eine Weltanschauung an sich ist und wie
sie dann in einer Typologie von
Weltanschauung differenziert werden kann
das meint aber der Satz dass ich die
Philosophie in einer weltanschau
vollendet
keineswegs heiliger geht es um die
Paradoxie die zwischen der Philosophie
und der Weltanschauung bestehen solle
die Paradoxie das meint hier den
Gedanken dass die Philosophie zugleich
Weltanschauung und doch nicht
Weltanschauung sei typisch wie heidiger
diese Paradoxie in der frühen Vorlesung
einschätzt sie habe als formal
methodische erwegung eine scheinbare
Berechtigung SST sonst aber nur den
fragwürdigen Vorrang zur Katastrophe
aller bisherigen Philosophie zu
führen typisch meine ich weil der von
mir schon angesprochene performative
Charakter des heideggerschen Denkens die
Dramatisierung liebt es geht immer ums
ganze andererseits leuchtet ein warum in
der Weltanschauung die Philosophie die
dem Menschen sogenannten letzte
Antworten liefern will auf dem Spiel
steht heidiger Erl erklärt nun wo das
eigentliche Problem liegt ich zitiere
der Ausdruck weltanschauungsproblem
erhält jetzt eine neue Bedeutung soll
erwiesen werden dass die Ausbildung
einer Weltanschauung in keiner Weise
auch nicht als grenzaufgabe zur
Philosophie gehört dass sie selbst ein
philosophieremdes Phänomen darstellt
dann schließt solcher Nachweis ein das
Aufzeigen der völligen Andersartigkeit
der Weltanschauung das heißt
Weltanschauung überhaupt und als
solche nicht diese oder jene bestimmte
nicht die Ausbildung einer solchen das
Wesen der Weltanschauung wird Problem
und zwar in der Richtung seiner Deutung
aus einem übergreifenden Sinn
Zusammenhang also sie verstehen dass es
geht nicht um
die Ausarbeitung einer spezifischen
Weltanschauung sondern heidiger als
Philosoph will wissen was ist denn das
Wesen von
Weltanschauung erst wenn dieses Wesen
verstanden wird kann das Problem gelöst
werden
versucht es im Jahre 1919 insofern zu
lösen als er für die Philosophie den
Begriff der urwissenschaft über den der
kritischen wertwissenschaft hinaus zu
etablieren
versucht also
heidigrianer also heidiger Forscher
kennen wahrscheinlich diesen Term
urwissenschaft an dem er in jener Zeit
nagt immerhin hält er ihn in jener
Vorlesung aus dem kriegsnotsemester für
so stark dass er sich fortan in der
Vorlesung mit dem weltanschauungsproblem
nicht mehr aufhälllt das dass er mit dem
Begriff der urwissenschaft systematisch
nur scheitern konnte meiner Ansicht nach
liegt jedoch auf der Hand also
Philosophie als
urwissenschaft das war 1920 glaube ich
oder 1919 schon nicht mehr möglich ich
springe daher in die schon zitierte
vorlesung vom Sommersemester 1920
Phänomenologie der Anschauung und des
Ausdrucks Theorie der philosophischen
Begriffsbildung ich werde den Titel
nicht weiter erklären in der Vorlesung
liefert er eine eigene immer vorläufige
Bestimmung von Welt Anschauung da heißt
es wir beginnen mit einer kurzen Klärung
des Phänomens Weltanschauung es ist ein
Gebilde das seinem Gehalts Bezugs und
vollzugssinn nach ganz in die
Grundstruktur der faktischen
Lebenserfahrung gehört verstehen wir
jedes Einzel und Gemeinschaftsleben in
seiner Totalität als erwachsen aus einer
geistigen Situation und in ihr sich
durchhaltend und vollendend dann besagt
Weltanschauung der lebendige konkrete
motivationszusammenhang der Grund
Stellungnahmen Entscheidung und
Lebenswelten der die Situation eines
Lebens durchherrscht Weltanschauung
wächst und fällt dem konkreten Leben aus
und in der faktischen Lebenserfahrung zu
sie ist kein theoretisch gefundenes kein
theoretisch zugeeignetes und auch kein
theoretisch festgehaltenes Gebilde von
irgendwelcher
intersubjektiver oder überhistorischer
Gegenständlichkeit
sofern also von einer Weltanschauung
irgendeiner Persönlichkeit Gemeinschaft
Generation oder Zeit gesprochen wird ist
somit konkretes Leben zu Begriff
gebracht und objektiviert in einer Weise
die bislang philosophisch noch nicht
aufgeklärt ist und hier verweist er dann
auf Jaspers Psychologie der
Weltanschauung das Buch hatte ich ja
äh vorhin noch gar nicht erwähnt aber
natürlich ist jaspas für ihn in der Zeit
also die gerade mit diesem Buch ein
ständiger Gesprächspartner
was man hört wenn man heidiger kennt das
ist ein ernstnehmen des
weltanschauungsproblems so sehr dass er
die Weltanschauung eigentlich als ein
notwendiges Phänomen des Daseins des
Faktischen Lebens bestimmt jeder Mensch
ist von den Problemen der Weltanschauung
betroffen insofern er alltäglich
existiert der Philosoph spricht davon
dass hier konkretes Leben zum Begriff
gebracht wird mehr kann man eigentlich
im heiliger Kosmos zur Ehre eines
Begriffs gar nicht
vor diesem Hintergrund erscheint dann
jener Begriff den den hussal in
Philosophie als strenge Wissenschaft
etablierte nämlich der der
weltanschauungsphilosophie Philosophie
wird zur Ausgestaltung einer
Weltanschauung dabei berücksichtigt
heidiger in der Formulierung von der
geistigen Situation eine Wendung die
1931 in Jaspers Bestseller die geistige
Situation der Zeit wieder auftaucht die
geschichtliche Bedingtheit und das heißt
den Relativismus dieser Ausgestaltung
das gest Zitat das Gestalten und
ausformen einer Weltanschauung ist aus
einer geistesgeschichtlichen Situation
motiviert Weltanschauung greift der Zeit
vor und leitet sie indem sie die Zeit
konkret
mitreist führt sie diese
zugleich also die Zeit die die
Weltanschauung reißt die Zeit mit und
führt sie diese Beschreibung gibt den
Blick frei in die sozialpolitische
Dimension der Welt an Schauung ohne dass
heiliger ein Interesse daran hätte sie
genauer zu erfassen und doch erkennen
wir dass der Philosoph mindestens ahnte
welche Wichtigkeit das
weltanschauungsproblem zu seiner Zeit
hatte die Bemerkung vom Führen der
Weltanschauung ist
ernstzunehmen die ausführlichste
Auseinandersetzung mit dem Verhältnis
von Philosophie und Weltanschauung
finden wir im Wintersemester 28 29 in
der Vorlesung Einleitung in die
Philosophie diese Vorlesung wendet sich
als an Anfänger heidiger erläutert das
sehr genau zu Beginn und verwendet dabei
einen Begriff der später eine ziemliche
Karriere hingelegt hat der Philosoph der
Philosoph fragt sich was es denn
überhaupt heiße zu studieren
möglicherweise den Beruf einer
Akademikerin zu ergreifen eine Antwort
lautet
folgendermaßen mit diesem Anspruch
sofern wir ihn überhaupt verstehen haben
wir die Verpflichtung in unser Dasein
gepflanzt im jeweiligen ganzen des
geschichtlich miteinanderseins so etwas
wie eine Führerschaft zu
übernehmen darunter verstehen wir nicht
die äußere Übernahme eines sogenannten
leitenden Postens im Gebiet des
öffentlichen Lebens nicht dass wir
vielleicht da und dort die Rolle des
Vorgesetzten oder Direktors
spielen sondern Führerschaft ist die
Verpflichtung zu einer Existenz die in
gewisser Weise die Möglichkeiten
menschlichen Daseins im ganzen und
letzten ursprünglicher versteht und in
diesem verstehen Vorbild sein soll also
der Philosoph nicht W und etwas
später diese verborgene Vorbildlichkeit
echter Führerschaft bedarf aber iher
eigenen Klarheit und Sicherheit das
heißt das Dasein Bedarf selbst einer
ständig sich erneuernden Besinnung auf
die Grundstellungen des Daseins im zum
ganzen des Seienden eine Besinnung aber
die sich unmittelbar aus der jeweiligen
geschichtlichen Lage des Daseins
bestimmt und in sie hinein sich auswirkt
was so in der Führerschaft freilich
nicht nur in ihr liegt nennen wir
Weltanschauung so besagt die Aufgabe ein
fororschverständnis von Philosophie aus
den jetzt unser daseinen bestimmenden
Mächten zu gewinnen nichts anderes als
die Frage zu stellen wie verhält sich
Philosophie zu Führerschaft
Weltanschauung und
Wissenschaft Heider entfaltet dann eine
eigene Theorie der Weltanschauung
ausgehend zunächst von der Klärung des
weltbegriffs und auch des in der
weltseins des Daseins und der
Transzendenz das heißt des sogenannten
überstiegs das ganze schließt in
Betrachtungen wier folgenden wenn
transzendieren heißt in der Welt sein
und dieses je ist sich halten in
solchem
Weltanschauung dann ist ausdrückliches
transzendieren das heißt philosophieren
ein ausdrückliches Ausbilden von
Weltanschauung ja also hier bekennt er
sich also im Wintersemester 28 29
bekennt er
sich dazu philosophieren ist ein
ausdrückliches ausbildend von
Weltanschauung und heidiger erläutert
dann noch zwei grundmöglichkeiten von
Weltanschauung eine sozusagen
eigentliche vom Begriff des Mythos her
und eine uneigentliche vom Begriff des
Triebs
ausgehend verzeihen Sie mir die etwas
hastigen Zusammenfassung aber wir haben
ja tatsächlich noch etwas vor uns es
lässt sich sagen dass heidiger im Sommer
28 29 bereit ist eine
weltanschauungsphilosophie zu
präsentieren nun geht die Philosophie
tatsächlich auf in einer vom Mythus
herverstandenen Weltanschauung der
Mythus kennzeichne wie es heißt eine
grundmöglichkeit des in der Welt Seins
das heiße aber
zu ihm gehört ein also Zitat zu ihm
gehört ein ganz bestimmtes ob zwar
abwandelbares sich halten im in der Welt
sein eine ganz bestimmte
Weltanschauung man muss sich diese
Bestimmung der Weltanschauung genauer
durch den Kopf gehen lassen sicher
heidiger hatte D Jahre zuvor kassiras
zweiten Teil der Philosophie der
symbolischen Formen über das mythische
denken rezensiert positiv rezensiert in
der Vorlesung erinnert er an diesen Text
auf du eben als auf durchaus positive
Weise und doch widerspricht es gleichsam
schon dem Sprachgefühl das heiliger hier
bereit ist ein derartig neuzeitlichen
Begriff wie den der Weltanschauung auf
den Mythos
aufzufopfen die eigentliche Bestimmung
der Weltanschauung konzentriert heidiger
also im sich halten oder der Haltung in
der Weltanschauung als Haltung sagt er
liege das Gewicht des Daseins im
Verhalten als sich verhalten und selbst
handeln das zieht dann selbst noch in
die Tiefe der Geschichte
hinein mit der Ausbildung der
Weltanschauung sagt heidiger als Haltung
ist wesensnotwendig ein Wandel der
Wahrheit als solcher
mitgeschehen in der Vorlesung vom Winter
28 29 arbeitet heiliger demnach eine
Philosophie der Weltanschauung aus die
eine breitere Rekonstruktion verdient
als ich sich hier aus Zeitgründen
liefern kann Weltanschauung wird
offenbar relevant wo es um füherschaftt
im soziopolitischen Kontext der Welt
geht ist es ein Zufall dass heidiger je
mächtiger die nsdp in eben diesem
Kontext wurde desto nachgade
rätselhafter von der Weltanschauung
spricht im September 1933 wird die SPD
mit
18,3% hinter der SPD mit
24,5% der abgegebenen Stimmen die
zweitstärkste Partei im Reichstag und in
der sehr wichtigen und auch bekannten
Vorlesung über die Grundbegriffe der
Metaphysik vom Wintersemester 1929 300
heißt es
enigmatisch wir werden nicht meinen mit
der Beantwortung dieser Fragen das
Gebäude einer Weltanschauung zu
errichten und damit aufzufordern darin
zu
wohnen vielleicht steht der heutige
Mensch noch gar nicht in einer
wirklichen das heißt gewachsenen
Bereitschaft zu dem was wir ausdrücklich
Weltanschauung
nennen ich lass es offen ob der Mensch
drei Jahre später darin bestanden hat
heidigers politische Entscheidung ist
jedenfalls bekannt was nach der
Machtergreifung der Nationalsozialisten
geschah ist allerdings ebenso bekannt
wie typisch für
heidiger dabei muss beachtet werden dass
er in seinen Vorlesungen die
Machtergreifung zunächst begrüßen und
legitimieren will und so sagt er in
einer Vorlesung vom Wintersemester 1933
34 und das würde dann jetzt
der Höhepunkt sozusagen der Genealogie
der
der der der der philosophischen
Errichtung sozusagen einer einer
Weltanschauung
sein die Geschichte hat als Antrieb in
sich die Befreiung des Menschen zum
Wesen seines Seins diese Befreiung
beginnt mit Homer und volzu volollzieht
sich in der griechischen Staatsbildung
im Verein mit Kult Tragödie
Baugestaltung und so weiter in eins mit
dem Erwachen der
Philosophie dieses Gesamtgeschehen
vollzieht einen Entwurf der Welt
innerhalb dessen das griechische Volk
existiert dieser Weltentwurf ist die
Voraussetzung dafür dass der Mensch in
dem was wir heute Weltanschauung nennen
sich bewegt die Weltanschauung ist nicht
ein nachträglicher
Überbau sondern Weltentwurf den ein Volk
vollzieht wenn heute der Führer immer
wieder spricht von der Umerziehung zur
nationalsozialistischen Welt anchauung
heißt das nicht irgendwelche Schlagworte
beibringen sondern
einen gesamtwandel hervorbringen einen
Weltentwurf aus dessen Grund heraus er
das ganze Volk erzieht der
Nationalsozialismus ist nicht
irgendwelche Lehre sondern der Wandel
von Grund aus der deutschen und wie wir
glauben auch der europäischen
Welt die Engführung zwischen den
Griechen und den deutschen ist nicht nur
von heidiger her bekannt ohne Zweifel
wollte er das was 1933 in Deutschland
geschah in eine solche groß Perspektive
auf die europäische Geschichte
übertragen die nationalsozialistische
Weltanschauung wird in dieser politisch
eher irrelevanten Perspektive nachgrade
an die Seite der Dichtung und zwar der
Dichtung Hölderlins gestellt von der im
Wintersemester 3435 genau dasselbe sagen
wird nämlich dass sie als ein
Weltentwurf der deutschen betrachtet
werden
müsse jenseits der Öffentlichkeit aber
beginnt heidiger recht schnell seine
überschwänglichen Erwartungen von dieser
Weltanschauung und dann von der
Weltanschauung überhaupt philosophisch
zu demontieren so schreibt er kurz nach
der Machtergreifung in einem schwarzen
Heft unausweichlich das hinauszerren des
Geheimnisses in die Gesagte
Weltanschauung des
Alltags die Bemerkung ist vieldeutig in
der Vorlesung vom Winter 28 29 hatte
heidiger erklärt dass in einer
Weltanschauung immer schon ein Keim der
Entartung mitgegeben sei diese Entartung
nennt er dort Betrieb überall wo Betrieb
das wesent ist ist versteckterweise eine
Lehre also Doppel e eine Lehre des
Daseins da die eben durch die
Geschäftigkeit des Betriebes ständig
beseitigt werden soll eine ähnliche
Struktur wir der ein Jahr später in
seiner Analyse der Grundstimmung der
Langeweile
beschreiben diese Struktur erinnert vor
allem an heidigers Differenzierung von
Eigentlichkeit und Uneigentlichkeit in
seinen Zeit sie ist dort so zu verstehen
dass jeweils ein existential wie z.B das
sein zum Tode jeils in zwei Seinsweisen
nämlich einer eigentlichen
undigentlichen verwirkicht wird die eine
nämlich wäre die anerkannte Angst vor
dem Tod die andere vielleicht das was er
einmal die Einebnung aller
seinsmöglichkeiten nennt auf die
Weltanschauung angewendet würde diese
Struktur ergeben dass dem Weltentwurf in
der Weltanschauung auf der anderen Seite
der Betrieb entspricht das hieße dann
dass es keine Weltanschauung ohne die
Möglichkeit ihres Betriebs geben könne
heideger ist demnach zunächst noch
bereit der an die Macht gekommenen
Weltanschauung einen philosophischen
Kredit
einzuräumen doch es ist offenbar dass
ein Prozess eingesetzt hat der
unaufhaltsam die Weltanschauung als
solche diskreditieren musste und das
kommt zunächst in den Beiträgen der
Philosophie zum
Vorschein dort differenziert er
Philosophie und Weltanschauung im 14
Abschnitt des vorblicks Philosophie sei
das nutzlose gleich wohl herrschaftliche
wissen daher sei die Philosophie von
außen genommen nur ein Schmuck
vielleicht ein Lehr und Schaustück der
Kultur vielleicht noch ein Erbstück
dessen Grund verloren gegangen sei die
Weltanschauung dagegen richte die
Erfahrung in eine bestimmte Bahn und
ihren Umkreis ein sie verenge und
unterbinde eigentliche Erfahrung das sei
von ihr ausgesehen ihre Stärke
Philosophie aber eröffne die Erfahrung
könne deshalb gerade nicht unmittelbar
Geschichte Gründen Weltanschauung sei
immer ein Ende meist ein lang
hingezogenes und als solche nicht
gewusstes Philosophie sei immer ein
Anfang und fordere die Überwindung ihrer
selbst es folgen dann weitere
Unterscheidung in der Mitte der 30er
Jahre hatte sich heideger demnach wieder
vom Begriff einer
weltanschauungsphilosophie entfernt die
konkrete Erfahrung der
nationalsozialistischen Weltanschauung
hatte die Luft gereinigt auch insofern
als er nun anscheinend ein anderes
Verständnis der Philosophie zu entfalten
vermochte kurz gesagt wo die
Weltanschauung zur Vergegenständlichung
ihrer Ideen kann die Philosophie nur auf
die ihr eigene Offenheit verweisen die
soweit geht dass sie die Überwindung
ihrer selbstfdere obwohl heidiger die
Philosophie als herrschaftliches Wissen
charakterisiert weiß er inzwischen dass
die der Philosophie eigentümliche
Herrschaft nie den Betrieb erreicht
diese Erkenntnis nun das heißt den
totalitären Anspruch von weltanschauen
im Verhältnis zu einem gänzlich offenen
Verständnis von Philosophie bringt sich
am reifst dem Vortrag die Zeit des
Weltbildes von 1938 zum Ausdruck und da
äh werde ich jetzt eine längere Passage
zitieren der grundvorgang der Neuzeit
ist die Eroberung der Welt als Bild das
Wort Bild bedeutet jetzt das Gebild des
vorstellenden Herstellens in diesem
kämpft der Mensch um die Stellung in der
er dasjenige seinde sein kann das allem
Seienden das Maß gibt und die
Richtschnur zieht weil diese Stellung
sich als Weltanschauung sichert gliedert
und ausspricht wird das neuzeitliche
Verhältnis zum Seienden in seiner
entscheidenden Entfaltung zur
Auseinandersetzung von Weltanschauungen
und zwar nicht beliebiger sondern allein
jener die bereits äußerste
Grundstellungen des Menschen mit der
letzten Entschiedenheit bezogen haben
für diesen Kampf der Weltanschauungen
und gemäß dem Sinne dieses Kampfes setzt
der Mensch die uneingeschränkte Gewalt
der Berechnung der Planung und der
Züchtung aller Dinge ins Spiel die
Wissenschaft als Forschung ist eine
unentbehrliche Form dieses sich
Einrichtens in der Welt eine der Bahnen
auf denen die Neuzeit mit einer den
Beteiligten unbekannten Geschwindigkeit
ihrer wesenserfüllung zurast mit diesem
Kampf der Weltanschauungen tritt die
Neuzeit erst in den entscheidenden und
vermutlich dauerfähigsten Abschnitt
ihrer
Geschichte es ist die Zeit in der
heidiger übrigens lange vorhnerarend
seine seinsgeschich Analyse der totalen
Herrschaft liefert im Hintergrund steht
das seinsgeschichtliche Manuskript die
Geschichte des Seins mit ihren
Erörterung über Macht und Gewalt ein
Manuskript das er übrigens Hanna arind
bei ihrer ersten Wiederbegegnung 1950
überreichte jedenfalls befindet es sich
mit anstreichung Arens in ihrem Nachlass
man könnte sagen dass heiliger der
Zusammenhang von Weltanschauung und
totaler Herrschaft aufgegangen war und
dass er in der entstehenden
Frontstellung zwischen dem National
sozialistischen Deutschen Reich Hitlers
und dem bolschwiistischen Russland
Stalins ein Kampf der Weltanschauung
heraufkommen sah der dann im über
Überfall auf Russland im Juni 1941
historisch werden
sollte man könnte die thesees aufstellen
dass natürlich Hanne Arend in der
Hinsicht vielleicht sogar etwas von
heiliger gelernt hat aber auch so jemand
wie ernst noze selbstverständlich
auch ich habe den Weg einer Annäherung
und entf an den Begriff der
Weltanschauung bei heiliger
nachgezeichnet man könnte das natürlich
noch differenzierter tun dann wäre das
Ganze aber kein Vortrag mehr auf eine
gewisse Weise könnte man sagen dass die
Weltanschauung das Vehikel ist mit dem
heidiger in den Nationalsozialismus
hinein aber auch wieder
hinausfährt die Wichtigkeit dieses terms
für heidigers denken ist damit so meine
ich gut
belegt doch damit ist das Problem der
Weltanschauung in der Geschichte der
deutschen in der Geschichte der
deutschen Philosophie zwischen 1933 und
1945 noch nicht annähernd erfasst wenn
heidiger 1948 in die Zeit des Weltbildes
zu einer mehr oder weniger kritischen
Auseinandersetzung mit der
Weltanschauung aufruft aber arbeitet
Arnold Gelen in seinem monumentalen Werk
der Mensch in verschwiegener
Nachbarschaft zum regeltechniker Hermann
Schmidt und durchaus in
unausgesprochener Nähe zu Ernst Jüngers
der Arbeiter affirmativ
ein in Anführungsstrichen geniales
Verständnis der
Weltanschauung als
Steuersystem wörtlich als Führungssystem
der Gesellschaft
aus nach dem Krieg widmet sich Adorno
wie kann es anders sein dem Kampf gegen
jede Form von Weltanschauung er sagt ich
sehe die Aufgabe der Philosophie
gegenüber den Weltanschauungen mit denen
die Menschen in ihren Umkreis eintreten
nicht darin sie zu bestätigen sondern
darin sie zu
liquidieren heißt es einer Vorlesung von
663 Adorno hat dem nach den Zusammenhang
zwischen einer philosophischen und
populären Auffassung der Weltanschauung
also sozusagen zwischen diltai und
chamberlan gesehen anders hätte er sich
nicht gegen ihre philosophische
Bestätigung seit dem frühen 19
Jahrhundert ausgesprochen daher ist es
umso bedauerlicher dass er diesen
Zusammenhang nicht explizit gemacht und
die Auseinandersetzung mit der
Popularität des Nationalsozialismus
verweigert hat war die Kritische Theorie
in diesem sozialpolitischen Kampf für
die entstehende Bundesrepublik sehr
erfolgreich so nahmen Jürgen habermß in
einem Vortrag von 2008 von den
Weltbildern zur Lebenswelt den
inzwischen ziemlich geschwächten Termen
der Weltanschauung noch einmal auf um
mitzuteilen übrigens mit einer positiven
Bezugnahme auf heidegers die Zeit des
Weltbildes dass im weltanschaulichen
Pluralismus niemand mehr auch das
nachmetaphysische Denken
Allgemeingültigkeit beanspruchen
dürfe
heute scheint der Begriff der
Weltanschauung oder des Weltbildes eine
gewisse Renaissance vor allem in der
Post oder dekolonialen Theorie zu feiern
so hat sich vor kurzem Axel honnet in
der Zeit in einer Reflexion
postkolonialer Theorien auf
außereuropäische und eigene Weltbilder
bezogen um so scheint mir den von
habermaß verkündeten weltanschaulichen
Pluralismus doch ein wenig
zurückzuschneiden ein kleines Erbstück
der Aufklärung müsse doch bleiben um im
Ganzen noch so etwas wie Orientierung zu
ermöglichen so gesehen scheint die
weltanschchauung ein noch lebendiges
Problem zu sein danke schön für Ihre
freundliche Aufmerksamkeit
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