Kant: KrV B 46 – 59 – D. Hattrup liest
kants kritik der reinen vernunft mb 46
59
die transzendentale ästhetik zweite
abschnitt von der zeit die da trug ließ
unter vier metaphysische erörterung des
begriffs derzeit die zeit ist erstens
kein empirische begriff der irgendwie
von einer erfahrung abgezogen worden ist
denn das zugleich sein oder aufeinander
folgen würde selbst nicht in die
wahrnehmung kommen wenn die
vorstellungen der zeit nicht apriori zum
grunde lege nur unter deren
voraussetzungen kann man sich vorstellen
dass einiges zu einer und derselben zeit
zugleich oder in verschiedenen zeiten
nacheinander sein
zweitens die zeit ist eine notwendige
vorstellung die allen anschauung zum
grunde legt man kann in ansehung der
erscheinungen überhaupt die zeit selbst
nicht aufheben
obwohl man zwar ganz gut die
erscheinungen aus der zeit nehmen kann
die zeit ist also apriori gegeben in ihr
allein ist alle wirklichkeit der
erscheinungen möglich diese können
insgesamt wegfallen aber sie selbst als
die allgemeine bedingungen ihrer
möglichkeit kann nicht aufgehoben werden
b 47 3 auf diese notwendigkeit apriori
gründet sich auch die möglichkeit
apodiktische grundsätze von den
verhältnissen derzeit oder aktionen von
derzeit überhaupt sie hat nur eine
dimension verschiedenen zeiten sind
nicht zugleich sondern nacheinander
sowie verschiedene räume nicht
nacheinander sondern zugleich sind diese
grundsätze können aus der erfahrung
nicht gezogen werden denn diese würde
weder strenge allgemein das noch
apodiktische gewissheit geben
wir würden das sagen können so lehrt es
die gemeine wahrnehmung nicht aber so
musste sich verhalten
diese grundsätze gelten als regeln unter
denen überhaupt erfahrungen möglich sind
und belehren und vor derselben und nicht
durch dieselbe viertens die zeit ist
kein diskursiver oder wenn man sagt
allgemeiner begriff sondern eine reine
form des sinnlichen anschauen
verschiedene zeiten sind nur teile eben
derselben zeit die vorstellung die nur
durch einen einzigen gegenstand gegeben
werden kann
ist aber anschauen auch würde sich der
satz dass verschiedene zeiten nicht
zugleich sein können aus einem
allgemeinen begriff nicht herleiten
lassen
der satz ist synthetisch und chaos
begriffen allein nicht entspringen er
ist also in der anschauung und
vorstellung der zeit unmittelbar
enthalten
fünftens die unendlichkeit der zeit
bedeutet nichts weiter als dass alle
bestimmte größe derzeit nur durch
einschränkungen einer einzigen zum
grunde liegenden zeit möglich sei mb 48
daher muss die ursprüngliche vorstellung
zeit als uneingeschränkt gegeben seien
davon aber die teile selbst und jede
größe eines gegenstandes nur durch
einschränkung bestimmt vorgestellt
werden können
da muss die ganze vorstellung nicht
durch begriffe gegeben sein denn die
enthalten urteil vorstellungen sondern
es muss ihnen unmittelbare anschauung
zum grunde liegen
§ 5 transzendentale erörterung des
begriffs der zeit
ich kann mich deshalb auf nummer drei
berufen wo ich um kurz zu sein das was
eigentlich transfer dental ist unter die
artikel der metaphysischen eingesetzt
habe hier füge ich noch hinzu dass der
begriff der veränderung und mit ihnen
der begriff der bewegung als veränderung
des ortes nur durch und in der zeit
vorstellung möglich ist dass wenn diese
vorstellung nicht innere anschauen
apriori wäre kein begriff welcher ist
auch sei die möglichkeit einer
veränderung das heißt einer verbindung
kontradiktorisch entgegengesetzt der
prädikate zb das sein an dem ort und das
nicht sei neben desselben dinges an
demselben ort in einem und demselben
objekte begreiflich machen könnte
b 49 nur in der zeit können beide
kontradiktorisch entgegengesetzte
bestimmungen in einem dinge nämlich
nacheinander anzutreffen sein
also erklärt unser zeitbegriff die
möglichkeit so vieler synthetischer
erkenntnis a priori als die allgemeine
bewegungslehre die nicht wenig fruchtbar
ist darlegt
§ 6 schlüsse aus diesen begriffen die
zeit ist nicht etwas was für sich selbst
bestände oder den dingen als objektive
bestimmung an dinge mit ihm übrig bliebe
wenn man von allen subjektiven
bedingungen der anschauung derselben
abstrahiert in dem ersten fall würde sie
etwas sein was ohne wirklich und
gegenstand dennoch wirklich wäre was
aber das zweite betrifft so könnte sie
als eine den dingen selbst anhängen der
bestimmung oder ordnung nicht vor den
gegenständen als ihre bedingung vorher
gehen und apriori durch synthetische
setzte erkannt und angeschaut werden
dieses letztere findet dagegen sehr wohl
statt wenn die zeit nichts als die
subjektive bedingung ist unter der alle
anschauungen in uns stattfinden können
denn da kann diese form der inneren
anschauung vor dem gegenstände mit den
apriori vorgestellt werden
die zeit ist nichts anderes als die form
des inneren sinnes das heißt es
anschauen es unserer selbst und unseres
inneren zustandes denn die zeit kann
keine bestimmung äußerer erscheinung
sein
sie gehört weder zu einer gestalt oder
lage etc
w50 dagegen bestimmt sie das verhältnis
der vorstellungen in unserem inneren
zustande
und eben weil diese innere anschauen
keine gestalt gibt suchen wir auch
diesen mangel durch analogien zu
ersetzen und stellen die zeit folge
durch eine ins unendliche fortgehen der
linie vor
in welcher das mannigfaltige einer reihe
ausmacht die nur von einer dimension ist
und schließen aus den eigenschaften
dieser linie auf alle eigenschaften
derzeit außerdem einigen dass die teile
der ersteren zugleich die der letzteren
aber jederzeit nacheinander sind iris
erhält auch dass die vorstellung der
zeit selbst anschauen sei weil all ihre
verhältnisse sich an einer äußeren
anschauung ausdrücken lassen
c die zeit ist die formale bedingung
apriori aller erscheinungen überhaupt
der raum als die reine form aller
äußeren anschauen ist als bedingung
apriori bloß auf äußere erscheinungen
eingeschränkt dagegen bei alle
vorstellungen sie mögen äußere dinge zum
gegenstand haben oder nicht doch an
sich selbst als bestimmung des gemütes
zum inneren zustand gehören dieser
innere zustand aber unter der formalen
bedingungen der inneren anschauen mit
mädchen derzeit gehört so ist die zeit
eine bedingung apriori von aller
erscheinungen überhaupt und zwar die
unmittelbare bedingungen der inneren
unserer seelen und eben dadurch
mittelbar auch der äußeren erscheinungen
und b 51
wenn ich apriori sagen kann dass alle
äußeren erscheinungen sind im raum und
nach den verhältnissen des raumes
apriori bestimmt so kann sich aus dem
prinzip des inneren sinnes ganz
allgemein sagen alle erscheinen
überhaupt das heißt alle gegenstände der
sinne sind in der zeit und stehen
notwendigerweise in verhältnissen der
zeit wenn wir von unserer art uns selbst
innerlich anzuschauen und vermittelt
diese anschauung auch alle äußere
anschauen in der vorstellungskraft zu
befassen abstrahieren und mithin die
gegenstände nehmen so wie sie an sich
selbst sein mögen so ist die zeit nicht
sie ist nur von objektiver gültigkeit in
ansehung der erscheinung und war dieses
schon dinge sind die wir als gegenstände
unserer sinne annehmen
aber sie ist nicht mehr objektiv wenn
man von der sinnlichkeit unserer
anschauen mit den derjenigen vorstellung
saab werde ich uns eigentümlich ist
abstrahiert und von dingen überhaupt
redet die zeit ist also lediglich eine
subjektive bedingung unserer
menschlichen anschauen welche jederzeit
sinnlich ist das heißt sofern sie von
gegenständen appliziert werden und an
sich außerdem subjekte nichts
nichtsdestoweniger ist sie in ansehung
aller erscheinungen mit ihnen auch aller
dinge die uns in der erfahrung vorkommen
können notwendigerweise objektiv b52 wir
können nicht sagen alle dinge sind in
der zeit weil bei dem begriff der dinge
überhaupt von aller art der anschauung
derselben abstrahiert wird diese aber
die eigentliche bedingung ist und der
die zeit in die vorstellung der
gegenstände gehört wird nun die
bedingungen zum begriffe hinzugefügt und
es heißt alle dinge als erscheinungen
als gegenstände der sinnlichen anschauen
sind in der zeit so der grundsatz seine
gute objektive richtigkeit und
allgemeinheit apriori unsere
behauptungen lehrern demnach empirische
realität derzeit das heißt objektive
gültigkeit in ansehung aller gegenstände
die jemals unseren sinnen gegeben werden
mögen
und da unsere anschauen jederzeit
sinnlich ist so kann uns in der
erfahrung niemals an gegenstand gegeben
werden der nicht unter die bedingung der
zeit gehörte dagegen bestreiten wir
derzeit allen anspruch auf absolute
realität da sie nämlich auch ohne auf
die form unserer sinnliche anschauung
rücksicht zu nehmen schlechthin den
dingen als bedingung oder eigenschaft
anhänge solche eigenschaften die den
dingen an sich zukommen können uns durch
die sinne auch niemals gegeben werden
ihren besteht also die transzendentale
ideal i tät derzeit nach wirklicher
sieht wenn man von den subjektiven
bedingungen der sinnlichen anschauung
abstrahiert gar nichts ist und den
gegenstand an sich selbst ohne ihr
verhältnis auf unser anschauen wie der
sub sistieren nach inherent
bei gezählt werden kann die 53 doch ist
diese idee all i tät ebenso wenig wie
die des raumes mit dem raub der
empfindungen im vergleich zu stellen
weil man doch dabei von der erscheinung
des selbst der diese prädikate
generieren voraussetzt und dass sie
objektive realität habe die hier
gänzlich wegfällt aus sofern sie bloß
empirisch ist das heißt den gegenstand
selbst bloß als erscheinung ansieht
wovon die obige anmerkungen des ersten
abschnittes nach zu sehen ist § 7
erläuterung wieder diese theorie welche
derzeit empirische realität zugesteht
aber die absolute und transzendentale
bestreitet habe ich von einsichtigen
männern einen einwurf so einstimmig
vernommen dass ich daraus abnehmen er
müsste sich natürlicherweise bei jedem
leser dem diese betrachtung und
ungewohnt sind vorfinden er lautet also
veränderungen sind wirklich diese weist
ericsson unsere eigenen vorstellungen
wenn man gleich alle äußeren erscheinung
samt deren veränderungen läuft man
wollte nun sind veränderungen nur in der
zeit möglich folglich ist die zeit etwas
wirkliches die beantwortung hat keine
schwierigkeit ich gebe das ganze
argument zu
die zeit ist allerdings etwas wirkliches
nämlich die wirkliche form der inneren
anschauen
sie hat also subjektive realität in
ansehung der inneren erfahrung
das heißt ich habe wirklich die
vorstellung von der zeit und meinen
bestimmungen in ihr b 54 sie ist also
wirklich nicht als objekt sondern als
die vorstellung meiner selbst als objekt
anzusehen wenn aber ich selbst oder ein
anderes wesen mich ohne diese
bedingungen der sinnlichkeit anschauen
könnte so würden eben diese bestimmungen
die wir uns jetzt als veränderungen
vorstellen ein erkenntnis geben in
welcher die vorstellung derzeit mithin
auch der veränderung gar nicht vorkämen
es bleibt also ihre empirische realität
als die bedingungen aller unserer
erfahrungen kann ihr nach dem oben
angeführten nicht zugestanden werden
sie ist nichts als sie formen unserer
inneren anschauen
anmerkung ich kann zwar sagen meine
vorstellung und folgenden einander aber
das heißt nur wir sind uns ihrer als in
einer zeit folge das heißt nach der form
des inneren sinnes bewusst die zeit ist
darum nicht etwas an sich selbst auch
keine den dingen objektiv anhängende
bestimmung wenn man von ihr die
besondere bedingungen unserer
sinnlichkeit wegnimmt so verschwindet
auch der begriff der zeit und sind nicht
an den gegenständen selbst sondern bloß
am subjekte welches sie anschauen
die ursache aber weswegen dieser einwurf
so einstimmig gemacht wird und zwar von
denen die gleichwohl gegen die lehre von
der identität des raumes nichts ein
leuchtendes einzuwenden wissen ist diese
b55 die absolute realität des raumes
hofften sie nicht apodiktisch statuen zu
können weil ihnen der idealismus
entgegensteht nach welchem die
wirklichkeit äußerer gegenstände eines
strengen beweises fähig ist dagegen die
des gegenstandes unserer inneren sinn
meiner selbst und meines zustandes
unmittelbar durch bewusstsein klar ist
jene konnten dann bloß erscheinen seien
diese aber ist ihrer meinung nach um
läuft etwas wirklich ist sie bedachten
aber nicht dass beide ohne dass man ihre
wirklichkeit als vorstellungen
bestreiten darf gleichwohl nur zur
erscheinung gehören welche jederzeit
zwei seiten hat die einen da das objekt
an sich selbst betrachtet wird und
angesehen das selber anzuschauen dessen
beschaffenheit aber eben darum jederzeit
problematisch vielleicht die anderen
darf die form der anschauung dieses
gegenstandes gesehen wird welche nicht
in dem gegenstände an sich selbst
sondern im subjekte dem derselbe
erscheint gesucht werden muss gleichwohl
aber der erscheinung dieses gegenstandes
wirklich und notwendig zukommt in zeit
und raum sind demnach zwei
erkenntnisquellen aus denen apriori
verschiedene synthetische erkenntnisse
geschöpft werden können wie vor nämlich
die reine mathematik in ansehung der
erkenntnisse vom raum und dessen
verhältnissen ein glänzendes beispiel
gibt b 56
sie sind nämlich beide zusammengenommen
reine formen aller sinnlichen anschauen
und machen dadurch synthetische setzte
apriori möglich aber diese
erkenntnisquellen apriori bestimmen sich
eben dadurch dass die bloße bedingungen
der sinnlichkeit sind ihre grenzen
nämlich dass sie bloß auf gegenstände
gehen sofern sie als erscheinungen
betrachtet werden nicht aber dinge an
sich selbst darstellen
jene allein sind das feld ihrer
gültigkeit woraus wenn man hinaus geht
weiter kein objektiver gebrauch
derselben stattfindet diese realität
des raumes und der zeit lässt übrigens
die sicherheit in der erfahrungs
erkenntnis unangetastet denn wir sind
derselben ebenso gewiss ob diese formen
den dingen an sich selbst oder nur
unsere anschauung dieser dinge
notwendigerweise anhängen dagegen die so
die absolute realität des raumes und der
zeit behaupten sie mögen sie nun als sub
sistieren oder nur inneren tan nehmen
mit den prinzipien der erfahrung selbst
unheimlich sein müssen denn schließen
sie sich zum ersten weil ich es gemeinde
glich die partei der mathematischen
naturforscher ist so müssen sie zwei
ewige und unendliche für sich bestehende
un- dinge nämlich lange zeit annehmen
welche da sind ohne dass doch etwas
wirkliches ist nur um alles wirkliche in
sich zu befassen
nehmen sie die zweite partei von der
einige metaphysische natur lehrer sind
und und raum und zeit gelten ihnen als
von der fahrer und abstrahierte und zwar
in der besonderen verworren vorgestellte
verhältnisse der erscheinungen nebel
oder nacheinander
so müssen sie den mathematischen lehrern
apriori in ansehung wirklicher dinge zb
im raum ihre gültigkeit wenigstens die
apodiktische gewissheit bestreiten in
dem diese aproz theorie gar nicht
stattfindet und die begriffe apriori von
raum und zeit dieser meinung nach nur
geschöpfe der einbildungskraft sind
deren quelle wirklich in der erfahrung
gesucht werden muss aus deren
abstrahierten verhältnissen die
einbildung etwas gemacht hat was zwar
das allgemeine derselben enthält aber
ohne die restriktionen welche die natur
mit denselben verknüpft stadt nicht
stattfinden kann
die ersteren gewinnen so viel dass sie
für die mathematischen behaupten und
sich das feld der erscheinungen frei
machen dagegen verwirren sie sich sehr
durch eben diese bedingungen wenn der
verstand über dieses feld hinaus gehen
will
die zweite gewinnen 2 in ansehung des
letzteren nämlich dass die vorstellungen
von raum und zeit ihnen nicht in den weg
kommen wenn sie von gegenständen nicht
als erscheinungen sondern bloß im
verhältnis auf den verstand beurteilen
wollen können aber weder von der
möglichkeit mathematische kenntnisse
apriori indem ihnen eine wahre und
objektiv gültige anfang april fehlt
grund an
noch die erfahrung sitze mit jenen
behauptungen in notwendige einstimmung
bringen
b 58 in unserer theorie von der wahren
beschaffenheit dieser zwei
ursprünglichen formen der sinnlichkeit
ist beiden schwierigkeiten abgerufen
dass schließlich die transzendentale
ästhetik nicht mehr als diese zwei
elemente nämlich raum und zeit enthalten
können ist daraus klar weil alle anderen
zur sinnlichkeit gehörige begriffe
selbst derjenige der bewegung welche
beide stücke verein ich etwas
empirisches voraussetzen
in diese setzt die wahrnehmung von etwas
beweglich im voraus im raum an sich
selbst betrachtet ist aber nichts
bewegliches daher das bewegliche etwas
sein muss was sie im raum nur durch
erfahrung gefunden wird mithin ein
empirisches datum
ebenso kann die transzendentale ästhetik
nicht den begriff der veränderung unter
ihre data apriori zählen denn die zeit
selbst verändert sich nicht sondern
etwas das in der zeit ist also wird dazu
die wahrnehmung von irgendeinem dasein
und der sukzession seiner bestimmungen
mit den erfahrung erfordert
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